Das ist die Antwort auf eine Frage, die jeder zu Beginn einer Amazon-
Kundenrezension beantworten muss. Loriot hätte bestimmt diese Überschrift gewählt..
Lustiger Gedanke, finde ich, dass Loriot Kundenrezensionen schreibt.
Es sind 'Bewegende Worte zu freudigen Ereignisen, Opern, Kindern, Hunden, weissen Mäusen,
Vögeln, Prominenten und so weiter'. Er schafft es, den einst berühmten
FAZ-Fragebogen gänzlich im Richard-Wagner-Dunstkreis zu beantworten:
Was ist für Sie das grösste Unglück ?
Bayreuth (Abfahrt)
Wo möchten Sie leben?
Tristan- Ecke Isoldenstrasse
Ihre Lieblingsfarbe?
Wotans grämliches Grau
Ihre Lieblingsnamen?
Ortlinde, Schwertleite, Helmtwige, Grimgerte, Roßweiße.
Wie möchten Sie sterben?
Morgendlich leuchtend im rosigen Schein.
Bei manchen Texten braucht man bloss die Überschrift lesen, um zu wissen,
dass es komisch wird, z.B.: 'Damenrede'
Viele Geburtstagsreden sind zum 60. Das scheint in Loriot-Kreisen ein beliebtes Alter zu sein.
Nur das Münchner Prinzregententheater ist älter: 90. Und nur der Diogenes Verlag ist jünger:30.
Jedenfalls zum Zeitpunkt der Reden.
In der Geburtstagsrede für Joachim Kaiser teilt er zum erstenmal überhaupt mit, wie dieser zur
Musikkritik kam: Beim gemeinsamen Besuch eines Platzkonzerts einer bayerischen Trachtenkapelle
äußerte Adorno sein berühmtes Diktum
'Jaja, die Musik..'
Von da an wusste Kaiser welchen Weg er zu gehen hatte.
Weltkind in der Mitten ist die Süddeutsche Zeitung, zu deren 50. Geburtstag er erzählt, dass er,
wenn er diese ungestört und zur Gänze lesen möchte eine Rückfahrkarte für den Intercity München-
Stuttgart löst. ' Ich bin die Strecke seit Ende der fünfziger Jahre häufig gefahren, daher ist
mir das Blatt vertraut.'
Für Loriot muss eine Zeitung vor u.a. auch saugfähig sein , im Sinne eines Händlers, der auf dem
Markt Fisch verkauft.
Einmal war Loriots Hund von einem leiblichen Unwohlsein befallen, und hatte
verschiedene Funktionen vorübergehend nicht unter Kontrolle.
Da haben die Loriots alles mit Süddeutscher Zeitung ausgelegt und am nächsten Morgen ,
schreibt er, hätte der Hund seine Meinung zur Weltpolitik zutreffender ausgedrückt als
das überhaupt jemand sonst gelingen könnte. Und sogar noch zwischen Meldung und Kommentar unterschieden..
Dieses Buch kann man sich gut selber schenken, oder anderen, und ich stelle mir dabei Herren in Hosen
mit Schottenmuster vor, mit Schiebermütze
und Wildlederjacke und einem Hund an der Leine, Spaniel, Weimaraner, West Highland Terrier, Rauhaar-
dackel gemäss Dackelverordnung oder Mops natürlich. Und natürlich deren Ehefrauen: Opernpublikum.