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36 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unbedingt lesen!!!, 23. August 2004
Von Ein Kunde
Günter Ederer ist bekannt für seine gut recherchierten TV-Reportagen über politische und wirtschaftliche Themen, die des öfteren in der ARD zu sehen sind. Als ich durch einen seiner Filme aufmerksam geworden bin, habe ich mir dieses Buch gekauft und ich muß gestehen, daß ich es geradezu verschlungen habe, obwohl es eigentlich ein zwiespältiger Lesegenuß war. Die Kapitel bestechen durch hervorragende Recherche, was dieses Buch eben so interessant macht, denn man erfährt sehr viele Hintergründe und Geschichten hinter den Geschichten aus dem politischen und wirtschaftlichen Alltag in Deutschland. Ederer spart praktisch kein Themengebiet aus, behandelt die ganze Palette von Familien-, Steuer-, Renten-, Gesundheits-, Verkehrs-, Wettbewerbs- und Subventionspolitik und zeigt sehr viele Dinge auf, die in unserem Land im Argen liegen. Im Grunde ist es ja nichts Neues, wenn man hört, daß in Deutschland heute viele Dinge schief laufen und in Politik und Wirtschaft große Defizite bestehen, doch was Ederer beschreibt zieht einem echt die Schuhe aus. Da wird berichtet von einer Rentenpolitik die den Staat in die Pleite treibt. Die versteckte Staatsverschuldung durch ungedeckte Rentenversprechungen beträgt heute sage und schreibe 5000 (Fünftausend) Milliarden Euro!!! Jedes Jahr werden über 150 Milliarden für Subventionen ausgegeben, doch keiner weiß so richtig wo das Geld hinfließt und welchen Schaden es anrichtet. Auch der eine(!) Abgeordnete, der sich im Bundestag um dieses Themengebiet kümmert hat keinen rechten Überblick. Die Verkehrspolitik der letzten Jahrzehnte war ein Desaster, verursacht von linken Träumern, unfähigen Beamten und feigen Politikern. Die Kosten für das tägliche Stauchaos beträgt um die 100 Milliarden Euro pro Jahr! Dies sind nur einige Beispiele stellvertretend für viele mehr die sich in dem Buch wiederfinden. Überhaupt zieht sich die Anklage gegen unfähige Politiker und gierige Lobbyisten und Manager durch das ganze Buch, weil sie den Staat als ihre Spielwiese bzw. ihre Melkkuh betrachten und den Bürger belügen oder mit Halbwahrheiten abspeisen um ihm dann das Fell über die Ohren zu ziehen. Doch auch der Bürger kommt bei Ederer nicht ganz ungeschoren davon, wirft er ihm doch vor, wie ein kleines Kind von der guten Fee zu träumen, ganz nach dem Motto "der Staat soll's richten, der muß sich um mich kümmern", und mit dieser naiven Staatsgläubigkeit den Abzockern in die Hände zu spielen. Günter Ederer ist hier ein hervorragendes Buch gelungen, das man auf jeden Fall gelesen haben muß wenn man sich für die Hintergründe der Krise interessiert, in der Deutschland heute steckt. Deshalb 5 Sterne!!
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37 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Apell an die Nation, 13. August 2002
Rezension bezieht sich auf: Die Sehnsucht nach einer verlogenen Welt: Unsere Angst vor Freiheit, Markt und Eigenverantwortung - Über Gutmenschen und andere Scheinheilige (Taschenbuch)
Ederer liefert einen gut recherchierten Überblick zum Zustand der deutschen "Nation". Er zeigt nicht nur auf, wie häufig und heftig Freiheit, Vernunft und Menschenwürde ins Gesicht geschlagen wird, sondern gibt auch Anlass zum Hoffen. Dass er sein Buch geschrieben hat und Menschen es lesen, ist dafür ein Beweis. Bürokratische (und sonstige) Willkürherrschaft gehören zur Tagesordnung. Hinter vielen, lange beanstandeten Ärgernissen verbergen sie sich. Nach Vertretern eines positiven, möglichst ideologiefreien Menschenbilds muss man hier zu lange suchen. Wer bereit ist etwas zu ändern oder wer bereit ist Leistung zur erbringen, wird häufig von verqueren Gesinnungsträgern bestraft anstatt belohnt. Ederer kann natürlich nicht alle Beispiele aufzählen, die seinen Standpunkt belegen, doch sind diese bereits ausreichend, um einen guten Teil desen zu erklären, was schiefläuft. Er kann natürlich keinen direkten Beweis zu Gunsten der Freiheit erbringen, doch er zeigt uns immerhin, wie es auch funktionieren kann und was sicherlich nicht funktioniert. Wer dies einfach leugnet, tut sich selbst keinen Gefallen. Es gilt die Lügen, mit denen wir uns umgeben oder umgeben lassen, nicht einfach hinzunehmen.
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34 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
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ALLERSCHEINHEILIGEN, 26. September 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Sehnsucht nach einer verlogenen Welt: Unsere Angst vor Freiheit, Markt und Eigenverantwortung - Über Gutmenschen und andere Scheinheilige (Taschenbuch)
In unserem Lande, dem vereinigten: Zumutungen rollen da in rauhen Mengen auf die Menschen zu. Zum Beispiel auf Menschen wie Irmgard Thierse. Die war mit 54 arbeitslos geworden. Zuvor hielt sie Seminare und Prüfungen ab, zur Kunstgeschichte, an der Humboldt-Uni. Dann bekam sie 1626 DM Arbeitslosengeld. Ihr Mann verdiente übrigens 353496 DM im selben Jahr. Er heißt Wolfgang, und er ist berühmt für seine gut klingenden Reden. Als Bundestagspräsident war und ist er eine moralische Institution. Da ist die andere Ostpfarrerkarriere, die jenes obrigkeitstreuen Protestantenpfarrers, der dem Regime fleißig und verständnisvoll über die Aktivitäten der Unruhestifter in seinen Reihen berichtete. Natürlich nur, um schlimmeres zu verhüten. Inzwischen lässt er LKW zählen. Bestimmt. Irgendwann. Manfred Stolpe hat da Gottvertrauen. Ederer behandelt diese Herren nur am Rande. Scheinheiligkeit ist schließlich kein Kirchenmonopol. Politiker bedienen ihre Lieblingsklientel aus Staatstöpfen und betreiben eine Energiepolitik nach dem Vorbild des 12. Jahrhunderts - wobei die herbeisubventionierten Wachstumsraten wieder als Erfolgsbeweis herhalten dürfen. Der ÖPNV bleibt fest in Staatshand, gerade weil private Unternehmer beweisen, dass man das Fahrgeschäft auch mit (bescheidenem) Gewinn betreiben kann - jedenfalls, wenn man nicht noch einen Verwaltungswasserkopf aus dutzenden ausrangierten Politfunktionären durchfüttern muss. Bildungspolitiker verteidigen das „kostenlose" Studium „für alle" als Chancengleichheit - kein Wort darüber, dass es Grundschule und Kindergärten sind, bei denen über die Bildungschancen der Kids entschieden wird. Der gefährlichen Entwicklung eigener Interessen oder gar der Wahrnehmung letzter Freiräume durch diese Kids wird demnächst nach DDR-Art durch die Ganztagsbeschulung abgeholfen. Ederer zeichnet das Bild einer Gesellschaft, die immer noch auf die Versprechungen der Staatsgläubigen hofft: Friede, Freude und Eierkuchen, „ewige Jugend auf Krankenschein", ein Rentensystem, dass das 1x1 überlistet, ewige Sicherheit vor allem Bösen durch Komplettüberw... bürgernahe Polizeibetreuung - und den Reichtum für alle, der nur darauf wartet, den Kapitalistenhänden entrissen zu werden. Ein Jugendlicher wusste vor kurzem keine Antwort auf die Frage, ob 1990 nun die DDR sich der Bundesrepublik angeschlossen hatte oder doch eher umgekehrt. Wer Ederers Buch gelesen hat, das unverschämterweise noch mit konstruktiven Vorschlägen für Freiheitswillige daherkommt - wird vermutlich auf die Frage auch keine Antwort mehr wissen. Aber dafür viele Antworten auf ganz andere Fragen.
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