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Ist er ein einsamer Sonderling? Ein gefährlicher Stalker? Oder einfach nur ein Mann, der das Glück hatte, der Liebe seines Lebens zu begegnen und sie auf Anhieb zu erkennen? Joel Haahtela lässt diese Fragen bis kurz vorm Ende seines schmalen Romans "Sehnsucht nach Elena" unbeantwortet. Statt Gefühle zu analysieren, beschreibt er sie lieber in den Worten seines namenlosen Icherzählers, der sich Tag für Tag in einen kleinen Park begibt, um eine junge Frau auf ihrem Weg zur Universität zu beobachten. "An diesem warmen Morgen trägt Elena keine Jacke. Jeden Morgen stelle ich mir vor, wie ich aufstehe und zu ihr hinübergehe. Sie fragt, wo ich gewesen bin. Nirgendwo." Haahtelas Sätze schwanken zwischen Prosa und Poesie, und während die kurzen Kapitel in einem Moment kitschig und mit farblosen Adjektiven vollgestopft wirken, gelingen dem Finnen schon auf der nächsten Seite eindringliche Gefühlsbeschreibungen. Nicht einmal zwei Stunden braucht es, dieses Buch durchzulesen - seine Wirkung aber dauert an. (jul)
Pressestimmen
Ganz alltägliche Beobachtungen beleben den Roman, der arm an Handlung aber reich an seelischen Befindlichkeiten ist. Der Icherzähler hat eine empfindsame Seite, die in seinen Beschreibungen ihren Niederschlag findet. Mit Stille, Ruhe und Nachsinnen sieht man sich konfrontiert. Die Stille greift ganz intensiv auf den Leser über.[...] Ein subtiles und sehr feinfühliges Werk ist der Feder dieses Autors entsprungen. Man mag es in einer ruhigen Stunde lesen und sich anstecken lassen, den eigenen Träumen und dem Vergangenem nachzusinnen. --literature.de - Das Literaturportal, 05.03.09
Kurzbeschreibung
»Ich weiß fast nichts über sie. Nur ihren Namen. Elena. Ihr Gang ist mir vertraut, die Art, wie sie sich kleidet. Ich habe ihr Gesicht gesehen, das die Welt zu einem besseren Ort macht.« In einem Park sieht er die schöne junge Frau zum ersten Mal. Diese zufällige Begegnung reißt den alten Mann aus seinem einsamen Alltag. Sofort erscheint ihm Elena seltsam vertraut, seine Sehnsucht nach ihr wächst mit jedem Tag. Er möchte ihr nah sein, sie hören und fühlen. Die tief empfundene Zuneigung zu ihr lässt ihn schließlich ungeahnte Kräfte entwickeln: Er tritt eine Reise an, die ihn nicht nur zu Elena ans Meer führt, sondern in seine eigene, schmerzliche Vergangenheit, die das Geheimnis seiner Sehnsucht birgt.
Über den Autor
Joel Haahtela, geboren 1972, lebt als Schriftsteller und Psychiater mit seiner Familie in der Nähe von Helsinki. Seine bislang fünf Romane wurden für den Runeberg-Preis und den renommierten Finlandia-Preis nominiert. Leser und Kritiker begeisterte an seinem ersten Roman »Der Schmetterlingssammler« vor allem seine Poesie und Leichtigkeit. »Sehnsucht nach Elena« ist sein zweiter auf Deutsch erscheinender Roman..