Der Schwarz-Weiß-Film des Regisseurs Rainer Werner Fassbinder wurde 1982 gedreht und spielt in den Jahren 1954/55.
Der ehemalige, erfolgreiche UFA-Star Veronika Voss (Rosel Zech) soll im Krieg ein Verhältnis mit Goebbels gehabt haben, deshalb auch sinkt der Stern der Schauspielerin nach der NS-Zeit.
Neue Engagements bleiben aus. Ihr Vermögen kann sie nicht darüber hinwegtrösten nicht mehr beachtet zu werden. Exaltiert setzt sie sich überall in Szene, um Aufmerksamkeit zu erhalten. Sie ist depressiv und schon lange in den Händen einer geldgierigen, skrupellosen Nervenärztin, die sie mit Morphium in ihre Abhängigkeit getrieben hat, um sich so ihr Vermögen an Land zu ziehen.
Veronika lernt zufällig den Sportjournalisten Robert Krohn (Hilmar Tate) kennen, der sich in sie verliebt. Wird er die Pläne der Ärztin Dr. Katz durchkreuzen können?
Thematisiert wird die ungestillte Sehnsucht eines ehemaligen Stars nach Anerkennung durch Dritte, die Unfähigkeit in sich selbst zu ruhen und mit einer veränderten Situation fertig zu werden.
Veronika Voss schafft es nicht den Blick nach innen zu richten und sich zu fragen: Wer bin ich wirklich?
Thematisiert wird auch, wie ein Mensch durch Drogen allmählich seinen Willen verliert und dadurch außer Stande ist sein Leben sinnvoll zu gestalten.
Dr. Katz ist ein Relikt aus der Nazi-Zeit. Fassbinder hat mit ihr eine Figur gezeichnet, die man sich auch gut als abgründige Ärztin in einem Konzentrationslager vorstellen kann. Dass sie sich an einem alten jüdischen Ehepaar, das Auschwitz überlebt hat, bereichert, spricht Bände.
Die Protagonisten Zech/ Tate schaffen es die Botschaften des Films hervorragend zu übermitteln. Hilmar Tate verkörpert mit seinem coolen Habitus ideal einen Sportreporter.
Die Nebenrollen wurden von Cornelia Froebess und Armin-Müller Stahl ausgezeichnet gespielt. Bemerkenswert fand ich, wie sehr sich Müller-Stahl zurückgenommen hat, der ja durch seine Ausstrahlung in der Lage ist - selbst ohne viel zu sagen - alle anderen Schauspieler in die zweite Reihe zu versetzen. Er hat es nicht getan. Ein großer Mime, ohne die üblichen Allüren.
Die Bild- und Tonqualität sind o.k.