Matthias Goerne ist eine führender Liedersänger. Eine Klasse für sich. Im Baßbariton- Bereich gibt es wenig Gleichwertiges, Quasthoff sicher, aber dann ?
Matthias Goerne hatte mit Fischer.Dieskau und Elisabeth Schwarzkopf zwei äusserst renommierte Lehrer. Zitat:"Wenn ich mit 22 zu jemandem wie Fischer-Dieskau komme, dann suche ich nicht die große Konfrontation. Dann höre ich zu, versuche das aufzunehmen, wovon er überzeugt ist. Und das muß ich lang genug machen, um zu begreifen, worum es geht! Auf jeden Fall sei es ein großes Glück für ihn gewesen, daß er noch zu DDR-Zeiten bei Fischer-Dieskau habe studieren können nicht bloß, weil er so einen großen Namen hat. Man bekommt eben auch mit, was ihn so groß gemacht hat! Und das, sagt Goerne, kann einem schon auch ein bißchen die Luft nehmen. Umso mehr muß man sich darauf besinnen, was man selber will".
Der Entwicklung seiner Stimme hat dies sicher sehr gut getan.
Er hat eine lange Erfahrung mit dem Liedgesang. Zahlreiche Cds künden davon.Mit bekannten Pianisten/innen hat er die grossen Zyklen und andere Lieder von Schubert eingespielt.
Sieht man seinen schedule an, finden sich eine Fülle von Liederabenden.
Nunmehr plant Goerne einen neuen Schubert-Zyklus.
Die erste Aufnahme ist mit "Sehnsucht" übertitelt und eines der Lieder hat die gleichnamige Überschrift.
15 Lieder sind die Titel zugeordnet. Hört man in die Lieder herein, fällt sofort auf, die Stimme ist noch reicher geworden, farbig war sie immer, nun ist eine weiche Tiefe dabei, man hört die " Reife". Wie die amerikanische Kritik schreibt: deeply moving.
Elisabeth Leonskaja- die Klavierpartnerin. Begleitung wäre nicht korrekt. Partnerschaft eher. Sie ist ohnehin eine grosse Schubert-Interpretin.
Die Wiedergabe dieser Schubert-Lieder gibt davon Zeugnis.
Zwei Können auf dem Niveau von Weltspitze. Mehr davon.