Zunächst zum Buch selbst: Garion & Co. gelangen endlich nach Kell, wo sie die benötigten Informationen erhalten, holen die Seherin Cyradis dort ab und machen anschließend einen Zwischenstopp auf der Insel Perivor, wonach sie endlich zum Ort des Ereignisses gelangen.
Daß dieses Buch glücklich enden würde, wußte ich schon vier Bände zuvor, da Eddings ein "schlechtes" Ende offenbar nicht verkraftet. Prinzipiell ist dagegen ja auch nichts einzuwenden; mich stört nur, daß er den "Final Showdown" zunächst derart in die Länge zieht, um das Offensichtliche anschließend hart und knapp über die Bühne zu bringen. Ganz zu schweigen von dem überlangen Epilog, der alles in "Friede, Freude, Eierkuchen" verwandelt. Der Aufenthalt in Perivor ist eigentlich überflüssig und durch belanglose Kämpfe ein wenig aufgepeppt.
Zur Malloreon-Saga im Allgemeinen: Ich weiß nicht, warum Eddings sie überhaupt geschrieben hat. Die Belgariad-Saga ist als Fantasy-Abenteuer recht gut gelungen, die Charaktere wirken lebendig, die Geschichte halbwegs glaubhaft, das Ende zwar übertrieben gut, aber sinnvoll. Die Malloreon-Saga ist nun nichts weiter als eine Wiederholung dieser Geschichte unter anderen Umständen: Garion ist "gereift", Polgara aber immer noch die ewige Kritikerin und "Moralistin" an seiner Seite, die Zahl der übrigen Gefährten wird halbiert und zum Ausgleich um neue erweitert.
Ansonsten ist an der Geschichte nichts neu. Zwar ist sie länger als die Belgariad-Saga, aber ungleich langweiliger, da Garion & Co. zwar größere Strecken zurücklegen, aber kleinere Abenteuer bestehen. Daran ändern auch Eddings' widerliche "dämonische" Kreationen nichts. Die speziellen Eigenschaften der Charaktere, in der Belgariad-Saga noch neu, originell und unverbraucht, werden hier so oft bis ins Lächerliche "ausgepreßt", daß nahezu die gesamte Handlung als bloßer Träger für ihre kitschig wirkenden Aktionen wirkt.
Fazit: Hätte Eddings es bei der Belgariad-Saga (und den Autobiographien von Belgarath und Polgara) belassen, wäre er mir als guter Fantasy-Autor in Erinnerung geblieben; so aber "entzaubert" er die ganze Geschichte, da ich die Malloreon-Saga als Fortsetzung anerkennen muß.