Yakuza ist eine faszinierende, tiefgründige Geschichte, die einen mitreißt. Die dichte Athmosphäre und der Trubel des Tokyoter Amüsierdistriktes, in dem die Handlung großteils spielt, sind überzeugend dargestellt, die Straßenzüge des Spiels nahezu 1:1 realen Vorbildern nachempfunden.
Das Spiel lebt vor allem durch seinen Hauptcharacter Kazuma Kiryu, dessen tragische Geschichte erzählt wird. Dieser Character ist so erfrischend anders wie die meisten anderen Videospielcharactere. Er ist ein ehemals aufsteigender Mafioso (Yakuza), der im Jahre 1995 ein Verbrechen seines besten Freundes auf sich nahm und infolgedessen wegen Totschlags zu 10 Jahren Haft verurteilt wurde. Als er 2005 auf freien Fuß kommt, muss Kiryu, mittlerweile Mitte 30, feststellen, dass seine Jugendliebe zusammen mit 10 Milliarden Yen aus dem Vermögen von Tokyos größtem Mafiaclan, verschwunden ist. Er macht sich auf den Weg alte Kontakte wieder aufleben zu lassen und will aufklären, was sich vor zehn Jahren ereignet hat.
Kiryu ist ein reifer, intelligenter Mann mit einem guten Herzen, aber gleichzeitig ein trainierter und brutaler Kämpfer.
Das Kampfsystem des Spiels geht gut von der Hand, bietet eine ordentliche Herausforderung, aber zu schwer werden die Kämpfe nie. Es spielt sich ähnlich wie eine Mischung aus einem 2-D-Scrolling-Prügler der alten Schule , wie z. B: "Streets of Rage" und heutigen 3-D Beat em Ups. Ein großes Plus des Spiels ist, dass die Umgebung wirklich in das Kampfgeschehen mit einbezogen wird. Ob Stühle, Stöcke, Steine, oder was auch immer, fast alle Gegenstände aus der Umgebung lassen sich nutzen um seine Widersacher zu bewerfen, oder auf sie einzuprügeln. Dabei geht es, wie schon zuvor gesagt, sehr zur Sache, allerdings erreicht Yakuza zum Glück nie die Gewaltverherrlichung eines "GTA". Es ist nicht möglich unbeteiligte Passanten anzupöbeln, Autos zu stehlen oder ähnliches.
Im Verlauf des Spiels sammelt man Erfahrungspunkte und Kiryu erlernt neue Kampftechniken und wird körperlich stärker. Je mehr Gegner man also verdrischt, umso besser ist man für bevorstehende Bosskämpfe gewappnet. Womit wir auch beim einzigen wirklich störenden, etwas nervigen Schwachpunkt des Programms wären. Wenn man durch die Straßen Tokyos läuft um an den nächsten wichtigen Handlungspunkt zu gelangen hat man nie seine Ruhe, immer kommen einem Hip-Hop-Jugendgangs und feindliche Yakuza in die Quere. Man hat eine kurze Ladepause und es kommt zum Kampf. Es ist zwar möglich diesen Kämpfen zu entgehen, aber dies erfordert gute Kenntnisse des Lageplans von Yakuza. Man kann auch wegrennen, wenn man von Feinden gesehen wird, was aber nicht ganz einfach ist.
Neben der tollen tragischen Geschichte lebt das Spiel von der immer größer werdenden Bewegungsfreiheit und den zahlreichen Sub-Quests (Nebenmissionen). Um diese Missionen alle auszulösen und zu bestehen sei jedoch eine Komplettlösung empfohlen. Die Umgebung ist sehr lebendig. Es gibt zahlreiche Bars, Restaurants, Casinos und andere Örtlichkeiten, die man alle betreten und nutzen kann. Essen und Getränke füllen die Lebensenergie des Protagonisten auf.
Stilvoll inszenierte Filmsequenzen und einzigartige, ausgefeilte Charactere runden das gelungene Spielerlebnis ab.
Dieses Spiel ist besonders Fans von Yakuza-Filmen und auch generell allen Action-Freunden sehr zu empfehlen.