Schon lange gab es um ein Wii-Game nicht mehr so einen Hype, wie um "The Conduit". High Voltage Software hat es geschafft, schon vor Release des Spiels eine riesen Fangemeinde aufzubauen. "Der ultimative Wii Shooter" - so verspricht man. Basierend auf der NTSC-Version des Spiels will ich diesem Zitat nun auf den Grund gehen. Schafft es "The Conduit" wirklich den hohen Erwartungen gerecht zu werden?
Grafik:
Eine Grafik wie auf der Xbox360. Das war eine der ersten Aussagen der Entwickler von "The Conduit". Im Prinzip stimmt das auch. Noch nie gab es auf der Wii ein Spiel das mehr Details auf den Bildschirm zauberte. Größte Konkurrenz hier ist natürlich "Metroid Prime 3" oder "Call of Duty: World at War". Beide müssen sich nun geschlagen geben. Denn Conduit heizt der Wii in Sachen Grafik mächtig ein. Bump Maps, Normal Mapping und Shader-Effekte soweit das Auge reicht. Dazu gibt es die wohl schönsten Charaktermodelle der Wii-Geschichte gepaart mit scharfen Texturen und wunderschönen HDR-Lichteffekten. Auch die verschiedenen Locations sind sehr abwechslungsreich und detailliert. "Das ist nur der Anfang" - laut High Voltage Software kann man noch viel mehr aus der Wii herauskitzeln, mit ihren nächsten beiden Spielen "The Grinder" und "Gladiator AD" wollen sie dies auch beweißen. Doch das tut der Gesamtpräsentation von "The Conduit" keinen Abbruch. Diese Grafik hat die vollen 5 Punkte verdient.
---> 5/5
Sound:
Soundtechnisch spielt "The Conduit" ebenfalls in der oberen Liga mit. Mit dem stimmigen Soundtrack, der stets guten Ingamemusik, die euch durchs Spiel begleitet, den Waffen und den Umgebungssounds kann man wirklich nicht meckern. Alles passt sehr gut zum Spiel und vor allem die englische Sprachausgabe kann überzeugen. Dazu gibts natürlich Deutsche Untertitel (auch bei der NTSC Version) und die Synchronsprecher wurden allesamt sehr gut gewählt. Die Umgebungs- und Objektsounds lassen ebenfalls keine Wünsche offen.
---> 5/5
Steuerung:
Auch in Sachen Steuerung, soll "The Conduit" im Ego-Shooter-Genre neue Maßstäbe setzen. Dies kann ich nun mehr als bestätigen. Die Steuerung kann beliebig modifiziert werden, von der Drehgeschwindigkeit über die Einstellung der "Dead Zone" bishin zur Sensitivität des Nunchucks beim Granaten werfen. Alles kann nach persönlichen Belieben eingestellt werden. Das kann zwar ein bisschen dauern, spielt man aber ein bisschen mit den Optionen, so erlebt man die wohl beste Shootersteuerung die es bis dato gibt. Auch die Knöpfe, wo man wie welche Aktion (Schießen, springen ...) ausführen möchte kann man selbst einstellen. So lobe ich mir das! High Voltage Software machts vor, wenn sich andere Entwickler daran ein Beispiel nehmen, sollte es zukünftig keine Probleme mehr mit der Steuerung geben. Vorbildlich!
---> 5/5
Gameplay:
Zuerst zum Singleplayer. Mit 9 Missionen und rund sieben bis zehn Stunden Spielzeit ist "The Conduit" zwar kein Vorbild, doch diese haben es in sich. Sind die ersten zwei Missionen noch eine Art Tutorial geht es ab der dritten Mission so richtig zur Sache. In bester Ego-Shooter-Manier ballert ihr euch durch Gegnermassen. Doch halt, das ist nicht alles. Ein Objekt im Spiel, nämlich das All-Seeing-Eye bringt ein bisschen Abwechslung in das triste Baller-Gameplay. Mit diesem netten Goodie müsst ihr nämlich Schalter scannen, unsichtbare Barrieren zum explodieren bringen und ihr könnt damit auch geheime Buttons und Schalter finden - in jedem Level gibt es versteckte Buttons zu scannen, außerdem gibt es Schalter, bestehend aus Ringe, die ihr erst in die richtige Position rücken müsst um danach in einen geheimen Raum zu kommen, in denen ihr euch nette Waffen, Munition und ordentlich Energie holen könnt. Um in den besagten Raum zu kommen, wird von mal zu mal schwerer, denn später im Spiel muss die richtige Position erst mal gefunden werden, außerdem müsst ihr euch dabei immer schön den Rücken freihalten - leichter gesagt als getan, glaubt mir. Das All-Seeing-Eye ist also wirklich eine nette Abwechslung, wie damals die Gravity-Gun in Half Life 2. Genug verschieden Waffen gibt es auch, von Alien-Waffen bishin zu normalen Standardwaffen findet ihr eigentlich alles in "The Conduit". Die Gegner sind anfangs noch klein und einfach, später jedoch könnt ihr euch auf knackige Feuergefechte freuen. Die künstliche Intelligenz der Gegner ist zwar nicht immer perfekt, doch agieren manche Gegner, vor allem im späteren Spielverlauf ziemlich clever. Auch die Story um eine Alien-Invasion ist sehr nett und spannend zu verfolgen. Doch nicht alles ist gold was glänzt. Die Levelaufgaben wiederholen sich viel zu oft. Der Schwierigkeitsgrad ist ziemlich happig, bleibt aber, wie ich finde, stets fair (für alle Neulinge gibt es auch einen "Easy-Mode"). Doch eines muss man "The Conduit" lassen - am Bildschirm ist immer etwas los, immer passiert etwas neues aufregendes und deshalbt will man eigentlich auch immer wissen wie es weitergeht. Trotzdem, im Singleplayer bleibt "The Conduit" hinter seinen Konkurrenten "Metroid Prime 3" und "Call of Duty: World at War" zurück. Nicht ganz perfekt - aber durchaus unterhaltsam ist es allemal.
Beim Multiplayer siehts schon etwas anders aus. Hier kommt Freude auf. In sehr abwechslungsreichen Maps und vielen vielen spaßigen Modi (unter anderem natürlich auch Deathmatch bis hin zu einem CTF-Modus mit dem All Seing Eye) darf man sich auf viele spaßige Stunden freuen. Grafisch wurde im Multiplayer ein bisschen heruntergeschraubt, damit das Spielgeschehen auch stets flüssig bleibt. In meinen bisherigen Online-Matches gab es selten Lags und selbst bei vollem Server mit 12 Spielern hatte ich noch nie größere Probleme. Für mich ist "The Conduit" das Multiplayergame der letzten Jahre. Es macht einfach unglaublich viel Spaß mit den sehr abwechslungsreichen Waffen auf Jagd zu gehen. Der Konkurrent "Call of Duty: World at War" sieht dagegen wirklich alt aus. Mehr Modi, mehr Spieler und Wii-Speak-Unterstützung sei Dank. Als Multiplayersystem kommen wie von Nintendo gewohnt, die Freundescodes zum Einsatz. Für mich nicht weiter ein Problem, manche sehen das aber als sehr nervig an. Trotzdem - "The Conduit" ist das erhoffte Multiplayerwunder auf der Wii!
---> 4/5 Singleplayer
---> 5/5 Multiplayer
Fazit:
Grafisch, soundtechnisch und steuerungstechnisch ist "The Conduit" über jeden Zweifel erhaben. Der Singleplayer zeigt hier und da seine Schwächen, macht aber trotzdem Spaß. Im Multiplayer dagegen zeigt das Spiel seine wahre Stärke. "The Conduit" wird seinem Hype gerecht und beschert Wii-Spielern den bis Dato besten "reinrassigen" Shooter der letzten Zeit.
---------------> 5/5