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Ja und Nein. Grafisch ist GFH atemberaubend. Ich kenne keinen Titel der auch nur annähernd so viel aus der GBA-Hardware herausholt wie dieses Spiel: Endgegner sind aus einer vielzahl an Einzelteilen zusammengefügt, bewegen sich in einer unfassbaren Eleganz über den Bildschirm, ganze Level rotieren um den Spieler. Oft ist die Spielfläche mit einer grosszügigen Menge an Gegnern gefüllt. Die Steuerung ist erstklassig umgesetzt: Eine Menge an ständig zur Verfügung stehenden Waffen und Körperattacken machen es dem Spieler leicht, sich ebenso gewandt durch die Level zu schlagen. Kinnhaken, Sprungattacken, Wandsprünge, Nahkampf, Rutschangriffe, und das alles in einer Durchdachtheit auf den wenigen Knöpfen des GBA verteilt, das das Spielen ein wahres Fest ist.
Die Musik ist ein weiterer Höhepunkt. Satt fetzt sie aus den kleinen Lautsprechern, viele der Titel erinnern an das Vorgängerspiel, und die Soundeffekte sind markig und frisch. Es wird einem wahrlich viel geboten in den wenigen Leveln.
Und da wären wir auch schon bei den Schwachstellen: Das Spiel ist kurz, und mit kurz meine ich nicht 3-Tage-Durchgespielt-kurz, sondern In-45-Minuten-Durchspielbar-Kurz. Addiere ich die Levelzeiten zusammen, komme ich tatsächlich auf eine 3/4 Stunde. Nun gibt es Spiele die sehr kurz sind, aber nahezu unendlich oft wieder gespielt werden können (Siehe Ikaruga), sei es durch sammeln von Gegenständen, alternativen Routen oder Highscores. Leider sieht es hier schwach aus. Ein einmal vollendetes Level bietet nichts neues, keine Anregung es noch einmal zu spielen - das Punktesystem beschränkt sich lediglich auf die Menge der besiegten Gegner und der Zeit in der man das Level durch hat. Beides ist nicht gerade motivierend, das SPiel immer wieder in die Hand zu nehmen. Hier hat Astro-Boy für den GBA (ebenfalls von Treasure /Sega) viel mehr zu bieten, durch sein ausgetüfteltes Combo-Prinzip. Von diesem Titel ausgehend hätte ich erwartet, daß man GFH wenigstens noch einmal in einem erhöhten Schwierigkeitsgrad durchspielen kann, mit neuen Gegnerpositionen, wie bei Astroboy. Ist GFH einmal durch, rollen die Credits durchs Bild, und das wars. Keine Bonuslevels, keine Galerien, nicht einmal ein Soundtest zum Anhören der Musik. Das ist schon recht mickrig.
Zum Schwierigkeitsgrad: Leider ist auch hier einiges im argen. Hatte Astroboy eine Spanne von extrem leicht bis Knallhart, so gibt es bei GFH nur feine Abstufungen zwischen Leicht, Normal und Schwer. Zumal sich dies ohnehin nur auf die Lebensenergie bezieht, und nicht etwa auf erhöhtes Gegneraufkommen oder zusätzliche Boss-Strategien. Es gibt schlicht und ergreifend keinen Grund das Spiel auf schwerem Grad zu spielen, wenn man es einmal auf Leicht oder Normal durch hat. Lediglich die Handlung wird anders erzählt, aber....mmmmh. Die ist nicht treibend für das Spiel, soviel dazu.
Und: Während einige Level, insbesondere gewisse Endgegner wirklich lächerlich einfach zu besiegen sind (bei einem Gegner reicht einmal ausweichen aus, man stellt sich auf ihn drauf und feuert solange bis die ganze Sache gegessen ist), sind gewisse Level, hier die Flugabschnitte völlig übertrieben schwer. Leider sind die Fluglevel auch die schwächsten Momente im Spiel. Verstehen kann ich das nicht, haben Treasure mit Radiant Silvergun und Ikaruga nicht nur gute Shoot-em-Ups angeliefert, sondern haben damit kurzerhand zweimal absolute Revolutionen im Genre geschaffen. Hier ist schlicht und ergreifend geschlampt worden. Die wirklich gut gelungenen Lauf-und-Schiess-Level sind leider viel zu kurz und zu rar.
Auch wird einem in der Kürze des Spiels ein Mischmasch aus Spielweisen geboten, der zum Schluss einen durchwachsenen Eindruck hinterlassen. Zu kurz sind die jeweiligen Abschnitte, zu arm an Spielraum, als daß sich ein abgerundetes Erlebnis bilden könnte.
Warum trotzdem 4 Sterne? Dieses Spiel ist einfach unglaublich gut, wenn man es das erste Mal in den Händen hält, das gilt für Grafik, Musik, und vor allem den Seven-Force Endgegner, den man einfach einmal gesehen haben MUSS, wenn man sich auch nur etwas für 2D-Spiele interessiert. Allen, die Astro Boy Omega Factor oder Metal Slug Advance noch nicht haben, rate ich dringen, zuerst diese Titel zu probieren.
GFH zeigt uns, was möglich gewesen wäre, wenn man sich bei diesem Titel mehr Zeit gelassen hätte. Ein kleiner Leckerbissen, aber kein abgerundeter Gang. Leider.
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