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44 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Alpha Protocol: Mass Effects kleiner Stiefbruder im guten Sinne, 12. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Alpha Protocol (uncut) (Computerspiel)
Der Titel meiner Rezension sagt es: Alpha Protocol erinnert hinten und vorne an die RPG Serie von Bioware, krankt aber dabei an einigen Fehlern und Kinderkrankheiten. Aber der Reihe nach: Man spielt Michael Thorton, einen Mann, der zu Beginn in einem Labor aufwacht und nicht weiß wo er ist. Dies wird nach einem Tutorial aufgeklärt. Er befindet sich in der sog. Graybox, dem Komplex der geheimen Organisation "Alpha Protocol". Für die geht Thorton auf eine Mission nach Saudi Arabien, steht danach plötzlich als Verräter da und muss sich seine Freunde gut aussuchen, um zu überleben. (Ich habe absichtlich versucht, massive Spoiler zu vermeiden) Ich mag Alpha Protocol. Wirklich. Die Story ist klasse und abwechslungsreich, die Charaktere interessant und die (rein englische) Sprachausgabe super vertont. Die Story wird aktiv vom Spieler beeinflusst. An einem Punkt muss man entscheiden, ob man das Leben vieler opfert, um eine nahestehende Person zu retten. Je nachdem, wie man sich entscheidet, wird man später im Spiel auf Konsequenzen treffen. Dies ist wirklich ganz ordentlich gemacht und hält die Motivation auf einen 2. oder gar 3. Walkthrough enorm hoch, da man nie wirklich weiß, wie seine Entscheidungen auf die Story Einfluss haben werden. Nach Saudi Arabien wird man in 3 Städte geschickt: Rom, Taipeh (Taiwan) und Moskau. Die wurden sehr abwechslungsreich gestaltet und wirken (trotz der angestaubten Grafik) sehr atmosphärisch. Auch die Missionen in den Städten bieten Abwechslung. Mal trifft man sich "nur" mit Kontaktpersonen um der Story eine Wendung zu geben; identifiziert mit einem Snipergewehr eine Zielperson inmitten von Unschuldigen; ein weiteres Mal schleicht man durch einen CIA Horchposten auf der Suche nach Daten. Aber jetzt zur Grafik und einem der Schwachpunkte von Alpha Protocol: Die Grafik ist alt. Mehr kann man nicht sagen. Einfach alt. Es wird an vielen Effekten gespart, die man in modernen Spielen betrachten kann. Trotzdem stört es mich gar nicht, da die Charaktermodelle durch brilliante Gesichtsanimationen punkten können und, wie bereits erwähnt, die Schauplätze trotz alter Grafik sehr stimmig wirken. Ein weiterer Schwachpunkt: Ich schrieb vorher "Man schleicht". So leicht ist es dann doch nicht. Man versucht zu schleichen, wird aber verdammt oft entdeckt und greift dann doch zur Waffe. Dies liegt vor allem an einigen üblen KI Fehlern. Die Gegner entdecken Mike durch Hindernisse, sind unberechenbar in ihren Bewegungsmustern und wirken beinahe allwissend. Oft meint man: "Hier müsste man mich nicht entdecken können" und ZACK! Schießt eine Wache auf einen. Das nervt schnell, da auf der Packung von einem "Spionage RPG" und "Stealth" gesprochen wird. Man kann auf das ganze Geschleiche pfeifen udn sich einfach durchballern, wenn man will. Ich hab's nicht getan, nur zur Info ;) Wo ich RPG erwähne...Puh, Obsidian, das ist leider kein RPG. Es hat ein an Mass Effect 1 angelehntes Fähigkeiten Interface, auf der man Punkte in Gebiete wie Sabotage, Technikverständnis, Kampfsport und Tarnung, sowie die 4 Waffenarten Pistole, Gewehr, Maschinenpistole und Schrotlinte verteilen kann. Leider wirken sich die Fähigkeiten aufgrund der Bugs und des Kampfsystems an sich nicht aus. Ich habe mich mehrfach dabei erwischt, wie ich durch einen Raum mit 4-5 Gegnern einfach durchgeprügelt habe, obwohl meine Kampfsportfähigkeit sehr niedrig war. Selbe Szene mit höherer Kampfsportfähigkeit: Selbes Spiel. Etwas schneller aufgrund des höheren Schadens, aber das war's auch. Man hätte hier einfach die Rollenspielelemente mehr einbringen müssen, denn das hätte Alpha Protocol sicher bessere Wertungen eingebracht. Und nun zu meinem letzten Punkt, der Sprachausgabe und den Dialogen: Perfekt. Obsidian haben es mit AP geschafft, eine perfekte Inszenierung zu schaffen, was vor allem an den Dialogen liegt. Man merkt, was für eine Person man hier vor sich hat. Von der technisch versierten Mina, über den leicht bekloppten Steven Heck, bis hin zum schmierigen Henry Leland. Alle Figuren wirken durch ihre Präsentation während den Dialogen lebendig und echt. ABER: Nur auf Englisch. Obisidian/Sega hat an einer Lokalisierung gespart, was mich als englisch-sprachigen Abiturienten nicht stört. Für die Deutschen gibt es aber dt. Untertitel, welche aber nicht gut geschnitten sind und man sich oft auf die Untertitel, anstatt auf das Geschehen konzentrieren muss. Trotzdem: AP muss sich in Sachen Präsentation sicher nicht hinter Spielen wie Mass Effect oder Dragon Age verstecken. Fazit: Alpha Protocol ist gut. Es ist ein unverbrauchtes Szenario und hat eine faszinierende und gutdurchdachte Story, welche zum mehrmaligen Durchspielen lockt. Leider ist die Grafik nicht das Neuste und es wird teilweise wirklich frustrierend, besonders in den Bosskämpfen, da man sehr schnell sterben kann, wenn man nicht die richtige Ausrüstung gewählt hat. Jeder sollte für sich selbst entscheiden, ob er sich mit dem Szenario "Spion wird verraten" anfreunden kann. Wenn ja, erwarten euch klasse Dialoge und eine motivierende Story. EDIT: Ich habe bewusst Sachen wie Minispiele etc. aus der Rezension gelassen, da die Minispiele nach 1-2mal schnell von der Hand gehen und zur Routine werden.
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Zuviel Unausgegorenes, 15. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Alpha Protocol (uncut) (Computerspiel)
Zuallererst: Alpha Protocol ist eigentlich ein wirklich tolles Spiel, das locker 5 Sterne hätte erreichen können. Viele Möglichkeiten an Aktionen, und wie ich finde, allgemein eine schöne Grafik. Storymäßig auch ein wirklich gelungener Agententhriller mit toller Erzählweise und viel Komplexität. Nun aber die Punkte, die bei mir für nur 3 Sterne Endbewertung gesorgt haben: Vieles ist einfach absolut unausgegoren. Beim Schleichen wird man an Stellen gesehen, wo man es eigentlich nicht für möglich hält, was diese Fähigkeit fast nutzlos werden läßt. Und die Schleichanimation selbst ist wohl mit das Schlechteste, was ich je in einem Spiel gesehen habe. So oder so artet jede Vorgehensweise in wilde Ballereien aus. Und bei denen ist das vielleicht gutgemeinte Zielsystem, das eine gewisse Zeit zum Anvisieren beansprucht, absolut hinderlich, aber ohne dieses Anvisieren wirken Gegner fast unverwundbar, meist leider auch trotz anvisieren. Auch bei der Steuerung tauchen Störungen auf, die den Spielspaß sehr hemmen. So springt hier und da die Kameraansicht einfach mal um, und man läuft auf einmal in eine Richtung, die man garnicht eingeschlagen hat, meist gegen irgendeine Wand. Auch gibt es diverse Abstürze, vereinzelte Grafikfehler will ich garnicht mehr aufzählen. Einer der größten Kritikpunkte jedoch ist für mich die Umsetzung der Dialogführung. Gerade bei einem derart dialoglastigen Spiel ist es für mich heutzutage in Deutschland ein absolutes NoGo, KEINE deutsche Lokalisierung anzubieten! Es ist zwar deutsch untertitelt, aber der Text läuft so schnell ab, dass man kaum mit dem Lesen nachkommt, und gleichzeitig werden manchmal auch noch diverse Infos eingeblendet, die man wärend eines Dialoges natürlich schon garnicht lesen kann. Auch fällt somit die Möglichkeit weg, wärend der Gespräche ein wenig die meiner Meinung nach wirklich gelungene Grafik und Animation der Gesichter oder des Umfeldes zu betrachten. Die wenigsten dürften ein derart gutes Englisch beherrschen, um auf die Untertitel verzichten zu können. Auf diese Weise geht für mich einfach ein Teil der Tiefe des Spieles verloren, weil Dialoge und auch die Entscheidungsoptionen für eine passende Antwort zu hektisch ablaufen. Und selbst da reagiert die Steuerung nicht immer wie sie soll, und schon hat man ganz schnell eine Antwort gegeben, die man garnicht wollte. Wenn man jedoch mit all diesen Defiziten leben kann, ist Alpha Protocol ein spannendes und gut gemachtes Agentenabenteuer mit Rollenspielelementen, und das komplexe Spielinterface mit seinen Einsatzkarten, Dossiers und Waffeninfos usw. verstärken das Agentenfeeling ungemein. Für mich aber sind es leider zuviele schwerwiegende Minuspunkte, und ich hoffe, daß ein entsprechender Patch schnellstens nachgereicht wird, auch trotz schlechter Verkaufszahlen. Schade, daß hier ein Spiel wiedermal zu schnell auf den Markt geworfen wurde und einige Möglichkeiten verschenkt wurden, es hätte wirklich super werden können.
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38 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Sehr gutes RPG mit kleineren Macken, 29. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Alpha Protocol (uncut) (Computerspiel)
Die ersten paar Stunden sind frustig pur, ich dachte echt schon, es sei ein Fehlkauf gewesen. Ab ca. Level 3 jedoch und wenn man sich einfach mal an ein paar Dinge gewöhnt hat bzw. einige Dinge gelernt (!) hat, nimmt das Teil richtig Fahrt auf. Der Charakterentwicklungsaspekt ist trotz anfänglichem Zweifel bezüglich Fähigkeiteneinsatzes sehr gut, die Interaktionen hervorragend (obwohl sich immer wieder die Entscheidungen mit den Untertiteln überschneiden und man sich gewaltig konzentrieren muss und sehr schnell entscheiden). Ich kann jedem nur empfehlen sich in das Spiel "reinzufuchsen", es hat in jedem Fall eine um Längen höhere Spieltiefe und Spielsubstanz als "Splinter Cell: Conviction". Grafisch ist es nicht ganz so geleckt, aber das interessiert nur Grafikjunkies, die Probleme damit haben, ein Spiel nach der Relation von Grafik, Atmosphäre, Story und Spielzeit zu bewerten. Insofern muss man sagen, ist die Kritik an dem Spiel teilweise arg überzogen, die technischen Mängel sind minimal (z.B. das "Nachladeruckeln" an manchen Stellen). Die KI ist nicht besser und nicht schlechter als in anderen Spielen. Die Minispiele nerven bis auf das Hacken gar nicht (das Schlösserknacken finde ich perfekt umgesetzt, besonders wenn man Feinde in der Nähe hat - Adrenalin pur!), beim Hacken muss man sich erstmal reinfinden, dann geht das auch und ist nicht zu einfach. Die Spielweise ist ebenfalls veränderbar: Zwar kann man sich auch einfach quer durch alles durch ballern (wie in fast jedem vergleichbaren Spiel), aber man kann auch den Leisetreter spielen, sich völlig unentdeckt durch die Missionen schleichen und Gegner lautlos auf vielfältige Weise ausschalten. Letzteres kostet allerdings auch einiges mehr an Zeit und Geduld. Insgesamt eine runde Sache, die sehr zäh beginnt, dann aber richtig einschlägt. Wer jedoch einen reinen Shooter sucht, der ist im falschen Genre. Gruß B.D.
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