Sollten Sie im nächsten Sommer einmal zu einem Segeltörn bei einem Ihrer Bekannten oder Freunde eingeladen sein, und erleben wie der Freizeitskipper so mit Fachbegriffen um sich wirft, dann wundern Sie sich nicht. Neben Türkisch und Dänisch ist, nach dem Aus für Plattdeutsch, die Seemannsprache die einzig "lebende" Fremdsprache auf deutschem Boden, deutschen Kanälen, Binnengewässern und Seestraßen. Sie wird vornehmlich auf Privatjachten gesprochen, denn auf den Passagier- und Handelsschiffen begnügt man sich mit Backbord und Steuerbord, Kapitän und Smutje. Nur die vermeintliche "Elite" auf ihren luxuriösen Privatjachten verwendet vornehmlich häufig diese erklärungsbedürftigen Begriffe. Nach der Lektüre des Buches Seemannsprache" können Sie so manchem Freizeitskipper den Wind aus den Segeln nehmen, denn nun gehören Sie auch zu den Kennern. Sie wissen was eine Pütz, eine Wante, eine Großschot, ein Hahnepot, eine Pantry, eine Bilge, ein Lümmelbeschlag, ein durchgelattetes Groß, eine Rollreffanlage, eine Winsch, ein Bullenstander, ein über Stag gehen, ein Kielschwein, ein Rudersteg...usw. bedeutet.
Dieses unterhaltsame etymologische Lexikon enthält auf seinen 300 Seiten, neben den Begriffsdefinitionen und deren sprachwissenschaftlicher Entwicklung, auch sehr viele Zeichnungen, Grafiken und Karten. Erklärt werden circa 500 Begriffe aus der Seefahrt, dem Segelsport, dem Schiffbau. Die abschließenden historischen Zitate bilden sicherlich auch Gesprächsstoff bei abendlichen Klönabenden unter Deck. Wenn dieses Lexikon auch nicht alle Begriffe enthält, so ist doch der Grundstock für ein ausreichendes Wissen gelegt. Bekanntlich braucht man kein Fass leer zu trinken, um Lage und Wert eines neuen Weines zu bestimmen. Dieses Bord ist nicht nur für den interessierten Laien zu empfehlen, sondern es gehört eigentlich in jede Bordbibliothek.