In diesem Buch steht eigentlich alles drin, was man wissen muss, um die sich in die Institutionen verlagernde strukturelle Gewalt zwischen Arbeit und Kapital, die den Einzelnen trifft, einschätzen zu können. Da "Zornmanager" (Sloterdijk) nicht mehr existieren, ist der Einzelne 'seelischer Gewalt' am Arbeitsplatz schutzlos ausgeliefert. Vielleicht ist deshalb die Frage "Wie man sich wehren kann?" zu kurz gekommen. Die Gewerkschaften haben noch nicht einmal das Problem erkannt. Während Sloterdijk ganz im Sinne der Technokratie Betroffene psychologisieren will, wirft die Autorin den Ball zurück und stigmatisiert die institutionalisierten Aggressoren. Schon dafür verdient sie Hochachtung. Der Typus des 'narzisstisch Pervesen', der aufgrund dieser Charaktereigenschaft, geradezu prädestiniert ist, Karriere innerhalb der Institution zu machen, soll daran gehindert werden andere zu treten.
Wenn die vorgeschlagenen rechtlichen Schritte auch noch nicht hier Fuß gefasst haben, kann das durchaus noch geschehen. Frankreich liegt schließlich nicht auf einem anderen Planeten.