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Seelenrisse auf Rezept
 
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Seelenrisse auf Rezept [Broschiert]

Marie Faber
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Broschiert: 204 Seiten
  • Verlag: pro literatur Verlag; Auflage: 1., Aufl. (Dezember 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3866110928
  • ISBN-13: 978-3866110922
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 15 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 853.616 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die Psychoanalyse, deren Rolle es ist, die Seele von den Wunden der Vergangenheit zu befreien, verfehlt ihre Ziele. Dieser aufwühlende und authentische Bericht macht auf verschwiegene Gefahren aufmerksam und stellt die Methode an sich in Frage. Das Buchbasiert auf den persönlichen Erfahrungen der Autorin und bietet mit einer spannenden Handlung einen literarisch und fachlich wertvollen Beitrag zu der Diskussion über Psychotherapieschäden.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
rechtzeitig zum 150. Geburtstag von Sigmund Freud am 6. Mai

Sigmund Freud als intellektuell-ideologisches Referenzsystem hat noch lange nicht ausgedient, auch wenn Woody Allen kaum noch von Freud redet. Die Psychoanalyse als renommierteste Therapieform wird heute von allen Krankenkassen finanziert, meistens sind dies ca. 300 Sitzungen zu 65 bis 90,-€. Der hinter der Couch sitzender schweigende Therapeut ist keineswegs ein Relikt aus dem letzten Jahrhundert, möge er sich auch auf einen der Nachfolger Sigmund Freuds beziehen. In den meisten Therapiezimmern ist über einer mit verstaubten Wandteppichen umrahmten Couch ein Bild von Sigmund Freud aufgehängt.
Psychoanalysekritik hat nichts von ihrer Aktualität verloren. Der 150. Geburtstag von Sigmund Freud am 6. Mai 2006 sollte nicht nur dazu genutzt werden, um entweder Hymnen an die Psychoanalyse zu verkünden oder um anderseits die Flexibilität seiner Nachfolger zu rühmen. Es ist auch Zeit, eine objektive Bilanz zu ziehen und die Risiken und Nebenwirkungen der über Jahre andauernden Psychoanalysen nicht mehr zu verschweigen. Bislang wurden Schäden durch Psychotherapien weitgehend tabuisiert und Misserfolge den Patienten angelastet. Die monetären Interessen scheinen gegenüber einer fachlichen Diskussion über Qualitäten zu überwiegen. Psychoanalytisch arbeitende Psychotherapeuten sitzen mittlerweile bei gleichzeitiger Vernachlässigung ihrer Patienten als macht- und geldgierige Scharlatane in den Führungsgremien der Berufsverbände und Kassenärztlichen Vereinigungen.
Die Psychoanalyse, deren Rolle es ist, die Seele von den Wunden der Vergangenheit zu befreien, verfehlt ihre Ziele. Auf diese Erkenntnis kommen viele nach einer mehrjährigen schmerzhaften Psychotherapie. Der Entschluss, eine Psychotherapie zu beginnen, wird meistens durch leidvolle Erfahrungen ausgelöst. Der Betroffene ahnt, dass Änderungen notwendig sind, aber kaum ein Patient hat eine Vorstellung davon, wie schwierig und leidvoll dieser Prozess ist, obwohl der Erfolg keineswegs garantiert ist.
Patient und Therapeut sind im Rahmen der hochfrequenten dreimal wöchentlich stattfindenden Psychoanalyse in einer dyadischen Beziehung aufeinander bezogen, aus der die äußere Realität weitgehend ausgeklammert bleibt. Im Zuge der starken Bindung zum Therapeuten werden andere Beziehungen vernachlässigt oder abgebrochen. Oft werden solche Entwicklungen durch die methodenimmanente unklare Zielsetzung der Psychoanalyse begünstigt. In unendlichen Therapien haben die Beteiligten längst vergessen, weshalb der Patient ursprünglich den Analytiker aufsuchte.
Patienten sind selber schuld, wenn sie das Gute der Therapie nicht hinreichend angenommen haben. Gründe für ein Scheitern auch in der therapeutischen Beziehung zu sehen, also auch ausdrücklich nach der Beteiligung des Therapeuten zu fragen, wird weitestgehend vermieden.
Die wenigen Studien über die Wirkung von Psychotherapieschäden beruhen überwiegend auf den Selbsteinschätzungen der Behandler. Auf zaghaften Fortbildungsveranstaltungen zu diesem Thema werden Psychotherapieschäden heruntergespielt und in Form von Beispielen abweichenden unkonventionellen Behandlungsmethoden zugeschrieben. Vor Evaluationen, in denen Patienten zu Wort kommen, bestehen größte Ängste.
Psychotherapieschäden sollte eine besondere Bedeutung beigemessen werden, weil Patienten gerade am Ort der Hoffnung, an dem sie Heilung erwarten, kaum wieder gut zu machendes Leid zugeführt wird, das in der Regel immer zu ihrer persönlichen Geschichte gehören wird.

Die Autorin Marie Faber macht mit ihrem Erfahrungsbericht auf die Risiken und Nebenwirkungen einer analytischen Psychotherapie aufmerksam und stellt die Methode an sich in Frage. Dieser aufwühlende authentische Bericht benennt verschwiegene Gefahren ausgedehnter strapaziöser psychoanalytischer Behandlungsstrecken. Anhand jahrelanger persönlicher Erfahrungen der Autorin werden die ungewollten qualvollen Folgewirkungen auf den Lebensalltag Betroffener menschlich berührend geschildert. Das Geschehen zeigt, dass durch die Psychoanalyse erwachsene Menschen, die im Beruf stehen und funktionierende Beziehungen haben, auf der Suche nach fachmännischer Unterstützung in kindliche Regressionen und Bedürftigkeiten gebracht werden.
„Seelenrisse auf Rezept“ handelt von dem emotionalen Missbrauch der Protagonistin Marie Faber während ihrer Psychotherapie bei einem psychoanalytisch arbeitenden Nervenarzt. In schonungsloser Offenheit berichtet sie über ihre Opferrolle in dieser hierarchischen Machtsituation. Marie Faber sieht in dem Psychotherapeuten, einem hochrangigen Ärztefunktionär, der in vielen berufs- und gesundheitspolitischen Organisationen Ämter und Funktionen innehat, zunehmend eine Vaterfigur, die ihr in der Kindheit fehlte. Als Bestrafung für fehlende Unterwürfigkeit katapultiert er seine Patientin in eine Opferrolle, in der er sie schonungslos misshandeln und ausnutzen kann. Sie erlebte in ihrer Therapie eindeutig negative Therapeuteneigenschaften und -verhaltensweisen wie Kälte und Zwanghaftigkeit, Führen eines ungleichen Machtkampfes, Überarbeitung, mehr Interesse für berufspolitische Ämter als für Patienten. Schließlich eskaliert die Situation und Dr. Bohr lässt sie mit Polizeigewalt aus der Praxis entfernen.
Die Schädigung der Autorin durch ihre Therapie ist kein Einzelfall. Der beschriebene Therapieverlauf entspricht weitgehend einer ganz normalen Psychoanalyse, jedoch mit einem sehr unheilvollen Ende.
Im Fazit gelingt es überzeugend, die Methode an sich in Frage zu stellen und die Stichhaltigkeit der vorgeblichen Motivgeflechte therapeutischer Wort- und Meinungsführer zu erschüttern.
Durch ihre engagierte, sachlich fundierte und zugleich literarisch spannende Aufbereitung des Themas leistet die Autorin mit diesem Buch einen wertvollen ausgewogenen Beitrag in dem aktuellen Diskurs zur Überwindung der immer noch weit verbreiteten Tabuisierung von Psychotherapieschäden.

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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Durch die Offenheit der Autorin Marie Faber kann zahlreichen Menschen, die sich in einer schmerzvollen von Macht und Abhängigkeit geprägten Psychotherapie befinden, geholfen werden. Denn der Therapieverlauf von Marie Faber ist kein Einzelfall. Mit Hilfe dieses Buches werden andere Betroffene, die in die therapeutische Beziehungsfalle geraten sind, ermutigt, ihren Wahrnehmungen zu trauen und für sich selbst einzustehen.

Der Bericht ist ein Beispiel für einen ganz schrägen Umgang mit Macht, den der Psychoanalytiker in seinem Institut gelernt hatte und den er dann im Umgang mit der Patientin weitergab. Das Buch zeigt, wie ein nach Bewunderung haschender Therapeut schadet.

Es wird grundsätzlich vermieden, Gründe für ein Scheitern und Folgeschäden von Therapien in Kunstfehlern zu sehen. Pschotherapeuten unterschätzen ihre eigene Fehlbarkeit. An Misserfolgen und Nebenwirkungen sind die Patienten selbst schuld (Widerstandsphänomene, negative therapeutische Reaktion der Patienten etc.).

Studien über die Wirkung von Psychotherapien beruhen auf Selbsteinschätzungen der Psychotherapeuten und sind dadurch wertlos. Insofern ist dieses Buch ein bedeutsamer Beitrag zur Eröffnung einer Diskussion über Therapieschäden.
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13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Bis heute werden die Risiken der analytischen Psychotherapie weitgehend verschwiegen oder unterschiedlich kaschiert. Zu dominierend ist wohl eine devote Verehrung Siegmunds Freuds legendärer Lehre der Psychoanalyse. Gleichzeitig versteht es offenbar eine Lobby elitärer psychoanalytisch arbeitender Psychotherapeuten, auch über ihre Berufsverbände radikale Kritik an der Methode wirkungsvoll dem öffentlichen Diskurs zu entziehen. Noch stärker tabuisiert ist Qualitätskontrolle seitens der betroffenen Analysanden.

Mit ihrem Erfahrungsbericht, angereichert um ein ausführliches Fazit losgelöst von rein persönlicher Betroffenheit, bricht Marie Faber diesen beklemmenden Zustand auf.
Schonungslos schildert sie anhand ihrer Erlebnisse Folgen der Therapieschäden in einem dann qualvollen Lebensalltag bis hin zu tief greifenden Persönlichkeitsstörungen. Finanzielle Interessen der Behandler als fokussiertes Handlungsmotiv werden nachvollziehbar verdeutlicht.

Das Buch bezeugt Authentizität und Aufrichtigkeit bei der sachlichen Darstellung, unter anderem mittels strikter Vermeidung triefenden Selbstmitleids, abgerundet durch selbstkritische Anmerkungen der Schreiberin. Stilistisch überzeugt es schon wegen seiner packend-spannenden Darlegung menschlich berührender Verwerfungen.

Insgesamt eine hilfreiche Warnung vor der Psychoanalyse. Insofern hat sich die Autorin als glaubhafte Ratgeberin um Patienten verdient gemacht, die bislang unter den wissenschaftlich lebensbewältigenden Strategien das psychoanalytische Modell als probate Behandlungsmethode favorisieren.

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