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Seelenriss: Depression und Leistungsdruck
 
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Seelenriss: Depression und Leistungsdruck [Gebundene Ausgabe]

Ines Geipel
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 238 Seiten
  • Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 1., Aufl. (September 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3608946594
  • ISBN-13: 978-3608946598
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,4 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 175.697 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Wer jetzt, nach all dem Spektakel um seinen Tod, noch einmal den Fall Robert Enke aufblättern möchte, sollte es mit dem Genie der Ines Geipel tun - oder es lieber bleiben lassen. […] Geipels gedrängte biographische Skizze, die Enkes Depression als Schwungrad nimmt, lässt jedes anders geartete biographische Unternehmen, jede noch so akribische und von wem auch immer autorisierte Lebensbeschreibung Enkes hinter sich. […] Ines Geipel erkennt in Robert Enke ein Muster der vollständigen Selbstregulierung. Sie hat die Depression, die Pest unserer Tage, an ihrer unheimlichsten Stelle getroffen.« --Christian Geyer, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.09.2010

Kurzbeschreibung

Depression - Der Schatten von Tempo und Erfolg

Was macht Manager, Politiker, Studenten depressiv? Was lässt Weltklassesportler an ihrer Seele leiden? Ines Geipel zeigt, wie ständiger Erfolgszwang und Eigendrill in unserer Gesellschaft krankmachende Bedingungen schaffen und zu einer rasant wachsenden Zahl an Depressionen führen.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mimir TOP 1000 REZENSENT
Ines Geipel, geboren 1960 in Dresden, betrieb mehrere Jahre lang Hochleistungssport in der DDR. Nach einem Germanistik-Studium in Jena floh sie 1989 in die BRD und studierte Philosophie und Soziologie in Darmstadt. Heute ist sie Professorin an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch und Mitarbeiterin des Hannah-Arendt-Instituts. Auf diesen Hintergrund ist dieses Werk, das von Depression und Leistungsdruck handelt, zu betrachten.

Geipel studiert im ersten Teil ihres Buches beispielhaft die Schicksale des Fußballtorwarts Robert Enke, der Schwimmerin Ute Krause sowie über ein Jahrhundert hinweg die der Familien Schramm und Orff. Im kürzeren zweiten Teil des Buches berichtet sie von intensiven Gesprächen mit Studierenden der Zeppelin-Universität Friedrichshafen, mit Mitarbeitern des Frankfurter Sigmund-Freud-Instituts sowie Häftlingen der JVA Butzbach.

Geipel verbindet so in ihrem 'Report' dramatische Einzelschicksale mit Geschichte und gesellschaftlicher Gegenwart. Sie reflektiert die sehr persönlichen Erfahrungen, die Trauer, den Schmerz, die Verletzungen. Dagegen stellt sie philosophische Betrachtungen zu unserer modernen globalen Welt. Ines Geipel schreibt packend, einfühlsam, bildhaft. Dabei versucht sie sich an einer breiten Ätiologie der Depression, ohne einzelne Faktoren hervorzuheben oder simple Erklärungen abzugeben. Sie thematisiert Doping in der DDR wie auch die Auswirkungen des modernen Kapitalismus auf jeden einzelnen Menschen als betroffenes, hilfloses Individuum. Geipel zeigt so die Vielfältigkeit dieser ominösen Krankheit Depression, ohne einfache Antworten zu geben oder einen Erklärungsansatz zu präferieren.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein sehr gelungenes und interessantes Buch, das seine Leser anregt und sprachlich wie inhaltlich jederzeit fordert. Ines Geipel gelingt mit 'Seelenriss' ein feinmaschiges, feinfühliges und differenziertes Portrait des Phänomens Depression. Depression erhält greifbare und berührende Gesichter, die stets würdig und mitfühlend gezeichnet sind, d. h. die Personen werden real und nah, ohne dass Grenzen überschritten werden. Das gelingt durch die poetische und behutsame Sprache, die dennoch deutlich und klar ist. Sie führt die Leser durch das private und gleichzeitig gesellschaftliche Labyrinth seelischer Verletzungen und versuchter Kompensationen.
In der einfühlsamen Annäherung an Einzelschicksale im Spiegel der deutschen Geschichte erreichen die Texte und damit die Geschichten der Personen ihre jeweilige Einzigartigkeit und berührende wie erschütternde Dramatik. Sie sind gleichzeitig Lebensgeschichten, die trotz aller Individualität stellvertretend für viele stehen.
Die einzelnen, klug komponierten und literarisiert erzählten Schicksale entfalten ihre Wirkung durch ihre eindringliche Unaufdringlichkeit und bewegende Intensität. Sie machen den vermeintlich unbetroffenen Leser betroffen und sensibilisieren ihn für eine intensive Auseinandersetzung mit der Thematik.
Es entsteht ein deutliches Bild, wie sich Depressionen entwickeln, ohne dass es Klarheit über den genauen Beginn einer Depression gibt - weil es sie eben nicht gibt. Die Entstehung von Depressionen ist zu vielschichtig, als dass es eine einfache Lösung geben könnte. Man kann sie nicht einfach weg-medikamentieren. So müssen sich die Leser positionieren und ihre Umwelt wie sich selbst aufmerksamer betrachten, wenn sie das Thema ernst nehmen. Die Leser können sich nicht in die eigene Unbetroffenheit retten - man ist in jeder Hinsicht betroffen. Ich wünsche dem Buch viel Aufmerksamkeit und zahlreiche Leser. Es ist ein eindringliches. aufrüttelndes und schönes Buch, ein Kleinod.

Gerit Decke-Kostolnik, Berlin
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19 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Eine Abhandlung 22. September 2010
Ines Geipel beginnt ihre Ausführungen mit dem Untertitel "Depression und Leistungsdruck" mit dem sehr spektakulären Fall von Robert Enke. Er war Torwart bei Hannover 96, einer der großen Hoffnungen des Fußballs, als er sich im November 2009 das Leben nahm.

Anhand einer Analyse seines Werdegangs zeigt uns die Autorin, dass Ehrgeiz, Stolpersteine in der jugendlichen Entwicklung und Niederlagen die Disposition bieten, die am Ende zur Krankheit "Depression" führen könnte.

Auch weitere Beispiele aus der nahen Sportgeschichte, insbesondere in der DDR, spiegeln den Leistungsdruck und den Wechsel von Erfolg und Niederlage, mit denen junge Menschen traktiert werden.
Wieder andere Beispiele befassen sich mit den Folgen des Ersten Weltkriegs, mit dem Verlust von Familienvätern, Söhnen und der Lebensgrundlage von Sicherheit und Zukunft. Alle Komponenten zusammen bilden den Nährboden, auf dem sich die seelische Deformation "Depression" entwickeln kann.

Am Beispiel des Films "Das weiße Band" führt die Autorin aus, wie die Folgen archaischer Erziehungsmethoden aussehen, wenn Kinder wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts schikaniert, dressiert, misshandelt und missbraucht werden, bis sie selber zu kleinen, grausamen Tätern mutieren.

Wenn die beschriebenen Lebensbilder auch interessante Abhandlungen zum Thema Depression bieten, können
die Fallgeschichten alleine keine ausreichende Erklärung für die Ursachen der Depression sein. Schließlich ist die Gemütskrankheit, wenn auch unter anderem Namen, seit zweitausend Jahren bekannt; Plato, Sokrates und Nietzsche, Schopenhauer und Shakespeares Hamlet, Dürer und viele weitere bekannte Namen lassen sich mit der Krankheit verbinden. Sie hat eine sehr lange Geschichte.

Vielleicht ist der Titel falsch gewählt, denn Einzelschicksale und Fallbeispiele in großer Zahl bieten noch keinen verbindlichen Durchblick zur Thematik der Depression.

Insofern fehlt mir die Struktur in diesem wohl als Sachbuch zu betrachtenden Abriss seelischer Krankheiten, die in vielfachen Formen, mit unterschiedlichen Ursachen und mit gravierenden Folgen für die Betroffenen einhergehen.

Die ehemalige Weltklasse-Sprinterin Ines Geipel floh 1989 aus der DDR in die Bundesrepublik und kennt die Anwendung und Folgen von Doping aus eigener Anschauung.
Sie studierte nach ihrer Flucht aus der DDR Philosophie und Soziologie. Ihr Buch mit den unterschiedlichen Fallbeispielen liest sich leicht und befriedigt die Neugierde über einzelne Sportler, deren Erfolge mit Dopingvorwürfen- und Handlungen und mit der in der DDR praktizierten Talentförderung einhergingen. Als Buch der Fallbeispiele kann man ihre Abhandlung gelten lassen. Weniger oder mehr ist es nicht.
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