Die Autoren fragen zu Recht "Warum noch ein Buch über Angst?" und antworten mit dem Versprechen zu beschreiben, "mit welchen Fragen sich jeder selbst auf die Schliche kommen kann, ob er oder sie, sich etwas vormacht". Diesem hohen Ziel kommen die Autoren an manchen Stellen nahe, jedoch bei weitem nicht nahe genug.
Die vielen, ausführlichen Beispiele - offenbar aus eigener Praxis - sind äußerst anschaulich und illustrieren die beschriebenen Symptome der mannigfachen Angstzustände. Nur wie der innere Terror der Angst zu besiegen ist - immerhin der Untertitel des Buches - mündet nach 238 Seiten eigentlich nur in der Erkenntnis, einen Psychiater oder Psychotherapeuten aufzusuchen, der außerdem über das von den Autoren kenntnisreich dargestellte Wissen um Psychopharmaka verfügt.
Die an vielen Stellen des Buches hochgelobte kognitive Therapie wird leider nur stichwortartig beschrieben.
Gegen Ende des Buches gibt es schöne Ausführungen über die dringend notwendige Angstprävention bei Kindern und Jugendlichen. Dieser Teil wäre weniger appellativ und mit praktischen Hinweisen weitaus wichtiger gewesen als der gesamte Teil vorher.
Die Autoren versprechen zu Beginn, ihre Darstellung in einer Sprache vermitteln, die auch Laien verstehen. Das ist bei vielen Fachbegriffen sehr gut gelungen.
Anstrengend häufig finden sich Satzkonstruktionen mit aneinandergereihten unvollständigen Sätzen. Diese sind hoffentlich nicht ursprünglich aus der Feder der Autoren geflossen sondern einer Laune der Lektoren zuzuschreiben. Sonst kämen mir doch einige Zweifel an der schriftstellerischen Kompetenz der Autoren. Und zwar arge. Und das heftig. Genau.
Wer sich in die Angstthematik einlesen will, wird sicher nicht enttäuscht, muß aber bereit sein, sich das im Titel Versprochene und leider sehr lückenhaft Gebliebene woanders zu erschließen.