- Broschiert: 169 Seiten
- Verlag: Lamuv (1997)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3889774717
- ISBN-13: 978-3889774712
- Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 11,4 x 0,8 cm
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.294.796 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
Produktinformation
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as. Die 1965 geborene Yvonne Vera ist im Begriff, sich als eine der wichtigsten jungen Autorinnen Simbabwes zu etablieren. In ihrem ersten Erzählband, der jetzt in deutscher Übersetzung erschienen ist, verarbeitet sie die historischen Ereignisse, welche ihre Kindheit und Jugend prägten: das rassistische Austeritätsregime Ian Smiths, den Guerillakrieg und den aus der Sicht der Autorin nicht einfach befreienden Schritt in die Unabhängigkeit. Die Rassenschranke, welche in der Literatur des südlichen Afrika begreiflicherweise allzu oft auch Gut und Böse scheidet, durchkreuzt Yvonne Vera, indem sie hüben und drüben das Machtgefälle zwischen den Geschlechtern exponiert: mit harschem Zynismus, wenn eine schwarze Frau zur Feier des Unabhängigkeitstages aufs Kreuz gelegt wird, mit eigenwilliger Differenziertheit, wenn eine Weisse sich durch Malerei und Musik einen prekären Schutzraum in der afrikanischen Fremde schaffen will. Ein spröder Erzählton und klug gewählte Perspektivik kaschieren die in fast allen Texten latente Gewalt, die nur mittelbar, in den Porträts der innerlich Versehrten, zur Darstellung kommt: Kinder, die unbefangen den Krieg nachspielen, der ihnen die Väter raubt, ein Guerillakämpfer, der liebevoller als die Bettgefährtin die Waffe im Arm hält, eine junge Frau, die realisiert, dass sie im Untergrund den Anschluss ans Leben verpasst hat. Vera hält das Niemandsland fest, das Rhodesien von Simbabwe trennt: ihre Figuren, früher durch Zwangsumsiedlungen entwurzelt und weiter desorientiert durch die Zeit des Krieges, sind in eine Freiheit entlassen, welche die alten Missstände und Beschränkungen keineswegs aufhebt.
"Die ausgewiesene Seele beharrt darauf, eine Verbindung zwischen den Augenblicken und der Geschichte zu finden, von der Zukunft das Versprechen zu fordern, daß es eine Entschädigung geben werde. Der verbannte Wanderer beharrt darauf, Geschichten zu erzählen und Lösungen zu finden, denen die Vergangenheit ausgewichen war. Gefangen zwischen Erinnerungen und Träumen, webt der Ausgewiesene voller Hoffnung aus einer Geschichte tödlicher Qual eine tröstende Vorstellung.«
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