Als jemand, der mit Kirk, Spock, "Pille" und Scotty groß geworden ist und zudem Fan der meisten Künstler, deren Stücke hier WILLIAM SHATNER (mit 80 Jahren!) neu interpretiert, ist, komme ich nicht umhin, auch meine Meinung kund zu tun. Um es vorweg zu nehmen: Das hätte ein Meisterwerk werden können, wenn ihm das Budget für eine wirklich große Produktion zur Verfügung gestanden hätte. Es ist aber definitiv mehr als nur ein "gelungener Gag" und macht über weite Strecken richtig Spaß!
Vereinzelt gleitet das Ganze zwar ins Alberne oder unfreiwillig Komische ab ("Iron Man" sollte wohl niemand anderer Intonieren als OZZY höchstpersönlich), die meisten Songs funktionieren allerdings erstaunlich gut und machen richtig Spaß. Insbesondere die Texte kommen durch den schauspielerischen Vortrag manchmal besser zur Geltung als im Original.
Allein die Songauswahl verdient schon Anerkennung: "Space Oddity" (DAVID BOWIE), "Rocket Man" (ELTON JOHN) und "Space Cowboy" (STEVE MILLER) neben New Wave Klassiker wie "Major Tom" (PETER SCHILLING), "Planet Earth" (DURAN DURAN) und "She Blinded Me With Science" (THOMAS DOLBY) zu stellen, finde ich brillant. Absolute Highlights sind aus meiner Sicht "Learning To Fly" von PINK FLOYD, "Twilight Zone" von GOLDEN EARRING (einer meiner absoluten All-Time-Favourites) und "Bohemian Rhapsody" von QUEEN.
Dass dies kein Album für die Ewigkeit geworden ist, sondern wohl nur als "gelungener Gag" in Erinnerung bleiben wird, liegt einerseits an seiner Länge (so witzig es auch sein mag, aber 20 solche Songs am Stück?), andererseits an der zwar guten, aber leider nicht ganz professionellen Produktion. Wäre SHATNERs "Bohemian Rhapsody" auch mit einem echten Streichorchester aufgenommen, könnte man seine Version direkt neben das Original stellen. Schade, dass für sowas heutzutage die Plattenfirmen offenbar kein Geld mehr ausgeben.
Diese Doppel-CD sollte sich jeder "Star Trek"- und Rockmusik-Fan schon wegen des Kultfaktors unter den Weihnachtsbaum legen lassen.