Alexander von Zemlinsky gehört,wie seine Kollegen Gustav Mahler,Siegmund von Hausegger,Bruno Walter,Richard Strauss oder Felix von Weingartner zur dirigierenden Komponistengarde der Spätromantik/Frühmoderne.Man könnte auch Wilhelm Furtwängler hinzu zählen,der ja auch immer drei Sinfonien und ein Klavierkonzert größeren Umfanges geschrieben hat.
Am 14.Oktober 1871 in Wien geboren,kam er schon früh mit der Musik in Berührung.Sein Instrument war das Klavier,das er so gut beherrschte,dass er 1890 einen Klavierwettbewerb am Wiener Konservatorium samt Goldmedaille und neuenm Flügel gewann.Seine frühen Werke waren vor allem Stücke für Klavier.Brahms ermutigte ihn,so dass er 1897 seine Komposition "Frühlingsbegräbnis" ihm widmete.Dieses Werk schrieb er für Sopran,Bariton,Chor und Orchester,und wurde von ihm 1900 im Wiener Musikverein uraufgeführt.
Hier singen Deborah Voigt (Sopran) und Donnie Ray Albert (Bariton) gemeinsam mit dem Chor des Städtischen Musikervereins zu Düsseldorf und dem Gürzenich-Orchester.
Im Februar 1902 begann Zemlinsky mit der Komposition "Die Seejungfrau",die nach einem Märchen von Hans Christian Andersen kommt eine Orchesterfantasie ist.Es beschreibt,in Kurzform,die Welt der Seejungfrau zur Welt der Sterblichen.Das Werk wurde 1905 gemeinsam mit Arnold Schönbergs (Zemlinskys Schwager!!!) "Pelleas und Melisande" uraufgeführt.Man muss das erst einmal realsieren,was das für Zeiten war damals.Unglaublich!!!
Die Schauspielmusik "Cymberline",nach Williams Shakespeare,basiert in Teilen auf Entwürfe,die er eigentlich für die Oper "Malva",nach einem Roman von Maxim Gorki.Die uraufführung sollte 1915/1916 im Nationaltheater Mannheim stattfinden,doch das Theater nahm Abstand davon.Die Musik wurde letztendlich erst 1996 uraufgeführt.
Die "Sinfonietta" wurde 1935 in Prag uraufgeführt.Zemlinsky konnte als Jude nur noch eingeschränkt arbeiten,in Deutschland war er seit 1933 schon verboten worden,Österreich sollte mit dem Anschluss 1938 folgen.So floh er im gleichen Jahr in die USA,wo er bereits ein halbes Jahr später durch einen Schlaganfall halbseitig gelähmt wurde.Ende Dezember 1940 dirigierte Dmitri Mitropoulos die New Yorker Philharmoniker die "Sinfonietta",die mitgeschnitten wurde.Arnold Schönberg sendete ein Glückwunschtelegramm,doch schwerkrank,war keine Rettung mehr möglich.So wurde dieses Werk Zemlinskys Schwanengesang,was sich auch in der Musik durchaus widerspiegelt.
Insgesamt gesehen eine sehr lohnenswerte Doppel-CD,die auch durch den Preis hoffentlich die Käufer finden wird.Ich möchte aber hier nicht vergessen auf eine 3-CD-Box mit den gleichen Interpreten hinzuweisen,die noch günstiger ist,und noch einige andere Stücke mit dabei hat.Die Qualität beider Boxen ist einfach nur als "KLASSE" zu bewerten und sehr zu empfehlen.
Es gibt zum Glück von manchen Werken noch Vergleichseinspielungen.Ich weiß,dass die Chandos-Serie ebenfalls sehr gut gelungen ist,doch ich habe die Aufnahmen nicht.Warum?Weil ich hier bestens bedient werde,dazu auch preislich nicht meckern kann.Mein Platz ist eben auch nur begrenzt,wie es jedem anderen Musikfreund auch gehen dürfte.