Wir haben uns das Buch gekauft, da wir einen Urlaub in Seefeld geplant hatten, und noch nie vorher in der Gegend waren. Bislang sind wir immer im Engadin in der Schweiz gewesen und daher zugegebener Weise auch verwöhnt und was Wanderwege angeht anspruchsvoll.
Das Buch ist sehr schön gemacht, passt vom Format in die Jackentasche, enthält Karten, Fotos und sehr detaillierte Beschreibungen der Routen. Die Fotos machen Lust aufs Wandern, und sind sehr gut gemacht. Außerdem gibt es allgemeine Tipps. Das Buch macht auf mich den Eindruck aktuell zu sein, ich fand nichts was nicht so wie im Buch war.
Etwas irritierte mich die Einleitung: Sinngemäß wiedergegeben, würden hier keine Bergtouren beschrieben (die überlasse man den Alpinisten) aber auch keine Talwanderungen (da kann man sich beim Tourismusbüro informieren). Insgesamt fällt auf, daß die beschriebenen Touren oft kurz sind und Seil oder Bergbahnen sowohl für Auf als auch Abstieg benutzen. Das das leider durchaus Sinn machen kann haben wir bei der Tour zur Reitherspitze erfahren, denn oft sind Wanderwege hier nur steile Skipisten, bzw. Wanderwege mit abgesägtem Holz zugeworfen oder überhaupt nur in Teilen vorhanden(Gschwandtkopf). Wir haben dann ein paar Touren aus dem Buch gemacht, von denen ich hier exemplarisch auf zwei eingehen will:
Möserer See
Wird in dem Buch sehr blumig beschrieben und ein Spaziergang um das Gebiet. Aus der Beschreibung habe ich einen landschaftlich traumhaften See erwartet mit wunderschönen Wegen. De Facto ist der See auch sehr schön, allerdings übersäht mit Touristen in Flip Flops mit Kinderwägen, sogar Kinder mit Schlauchboot waren auf dem See. Die Wanderwege erinnerten eher an Forstsrassen im Siebengebirge bei Königswinter am Rhein.
Reither Spitze
Wir waren sehr überrascht, dass eine so spektakuläre Tour in so kurzer Zeit möglich sein soll. (die Bilder sehen spekatkulär aus). Dann haben wir im Buch gelesen, dass die Tour per Seilbahn auf's Seefelder Joch und dann wieder mit Seilbahn runter gehen soll. Aufgrund der kürze der Tour entschieden wir uns statt Bahn zu fahren ins Tal zu laufen. Hier müssen wir dem Verfasser dann recht geben, denn viele der so genannten Wanderwege in Seefeld sind wie schon erwähnt Skipisten und nach 1 Stunde im 60 Grad Winkel herabsteigen auf Grasmatte hatten wir definitiv genug.
Allerdings finde ich die Beschreibung des Weges auf die Reitherspitze ein wenig sehr blumig und spektakulär verfasst. DeFakto ist es ein gut ausgebauter Weg durch einen Geröllhang, den man bequem mit gutem Schuhwerk gehen kann, einige der anwesenden Touristen taten dies mit Turnschuhen und Gucci Handtäsch-chen (nicht dass ich das Gute heisse).
Fazit: Ein schönes Buch, was das, was es in der Gegend gibt, akkurat beschreibt. Mein einziger Kritikpunkt ist - Ich weiss nicht so ganz an welche Wander technische Zielgruppe sich dieses Buch richtet. Die beschriebenen Wanderungen sind teilweise Spaziergänge, teilweise auch schöne Touren. Sicher kriegt man hier einen guten Eindruck was es so gibt, aber ich empfehle trotzdem auch mal die geschmähten Wanderwege im Tal zu erkunden (z.B. Reith - Schlossklamm - Hochzirl).
Trotzdem würde ich das Buch wieder kaufen, auch wenn ich glaube ich nicht mehr unbedingt nach Seefeld fahren muß :-)