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Seebachs schwarze Katzen: Roman
 
 
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Seebachs schwarze Katzen: Roman [Taschenbuch]

Kathrin Schmidt
3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 288 Seiten
  • Verlag: btb Verlag (3. September 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 344273584X
  • ISBN-13: 978-3442735846
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,8 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 276.967 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Kathrin Schmidt
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Wie lustvoll die deutsche Sprache sein kann!" (Die Zeit )

Kurzbeschreibung

Der Spitzel, sein Sohn, dessen Geliebte und ihr Liebhaber

Bert Willer fährt mit seinem Sohn eine Woche nach Teneriffa. Der Urlaub wird zum Desaster. Als der Sohn dem Vater die Urlaubsliebe ausspannt, kommt es beinahe zum offenen Konflikt. Dann findet der Sohn im Zimmer des Vaters geheime Akten. Stasiakten. Ist sein Vater ein gemeiner Spitzel? Und wer ist die Frau, die er anscheinend jahrelang vor der eigenen Familie verbarg?

Ein Roman um Liebe und Verrat vor dem Hintergrund deutscher Geschichte.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Erwartungen nicht erfüllt! 24. Dezember 2009
Von W. Öschelbrunn TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Kathrin Schmidts Roman "Seebachs schwarze Katzen" hat meine Erwartungen an die Trägerin des Deutschen Buchpreises 2009 nicht erfüllt. Zu überzeichnet sind die handelnden Personen, zu sehr drängt eine gewollte Psychologisierung die eigentliche Handlung in den Hintergrund.

Bert Willer war bei der Stasi, hat in der Nachwendezeit den Absprung aber geschafft und ist bis heute öffentlich nicht enttarnt worden. Umso mehr verfolgt ihn die Vergangenheit durch den Alltag (u.a. in der mystischen Figur der "alten Fettvettel Zeit"). Willer hat im Auftrag der Stasi verdächtige Frauen "beschlafen", um so an Informationen zu gelangen. Eines seiner Opfer (Bejla) erfährt davon aus ihren Stasi-Akten, leidet fortan unter Verfolgungswarn und Angstzuständen und geht daran zu Grunde. Willer beichtet seiner Frau zwar seine Stasi-Verstrickung, nicht aber seine tatsächlichen außerehelichen Aktivitäten. Als sie diese doch herausbekommt, zieht sie sich erst zurück und nimmt sich schließlich das Leben. So zumindest scheint sich der Roman im ersten Teil aus Erinnerungsfetzen zusammenzusetzen. Tatsächlich ist nicht alles so, wie es erscheint, woraus sich ein nicht unspannender Handlunsgstrang ergibt. Leider bleibt der Leser am Ende mit vielerlei roten Fäden alleine. Scheinbar wollte die Autorin der Gefahr widerstehen, ein zu kitschiges Happy End zu konstruieren. Leider bleibt das Buch so ohne Ende. Auch der wie nachgeschoben wirkende einseitige Epilog ändert daran nichts.

Das Thema von Berts Vergangenheitsbewältigung ist eingebetet in sein Ringen mit seinem 15jährigen Sohn David. David kommt der Vergangenheit seines Vaters au die Schliche, spannt diesem auf Tenerifa eine Urlaubsbekanntschaft aus und ringt selber im weiteren Verlauf des Romans darum, wie er seinem Vater zukünftig begegnen soll.

Gelegentlich wurde in der publizierten Kritik gerügt, dass die Handlung des Romans arg konstruiert erscheint. Diese Kritik teile ich nicht, wenn auch die Autorin sich zu wenig Mühe gegeben hat, einige offensichtliche praktische Fragen, die sich aus ihrem Handlungskonstrukt ergeben, befriedigend zu beantworten. Diese Details möchte ich hier nicht diskutieren, da für den Leser ansonsten die überraschenderen Wendungen des Romans vorweggenommen würden.

Meine Enttäuschung über den Roman resultiert vielmehr daher, dass er zu krampfhaft eine psychologische Studie zu sein versucht. Alle handelnden Personen werden durchleuchtet und liegen permanent auf der imaginären Couch des Psychotherapeuten (= des Lesers). Dieses führt dazu, dass die Personen überzeichnet werden und die Erzählung total ausfranst. So wird z.B. über Seiten der Lebensweg und die persönlichen Enttäuschungen einer Nachbarin geschildert, die wenige Worte später stirbt und nicht zur Handlung beiträgt. Jeder Postbote hat Eheprobleme, die ausgebreitet werden. Urlaubsbekanntschaften werden durchleuchtet, Selbstmordphantasien beschrieben. Alle wichtigen handelnden Personen leiden mindestens unter Halluzinationen, wenn nicht unter einer voll ausgeprägten Persönlichkeitsspaltung. Selbst streunernde Hunde kommen nicht ohne Kindheitstraumata aus und sterben metasymbolisch daran, dass sie ihre Welpen nicht gebähren können/wollen. Kurz gesagt: just too much. Die Konstruktion der Personen wirkt angestrengt, wodurch sich auch die spielerische Leichtigkeit der Sprache verliert.

Sprachlich ist der Roman interessant. Es hat mich 30-40 Seiten gekostet, bis ich in den Rhythmus der Sprache gefunden hatte. Zunächst wirkten die Sätze häufig unpassend, mal endlos lang und verschlungen, dann wieder kurz und abgehackt (ein wenig den Fluß der Handlung nachempfindend). Hat man sich hieran gewöhnt, fließt die Sprache zunehmend und man erfreut sich an der ein oder anderen stilistischen oder sprachlichen Feinheit. Dieses wiegt aber (leider) die geschilderten Schwächen des Romans nicht auf.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Auslöschung 12. August 2007
Format:Gebundene Ausgabe
"Such Dir einen Charakter aus, wirf ihn ins Verderben und erleb, was mit ihm geschieht." Dieser Anweisung folgt Kathrin Schmidt in ihrem Roman, der eine der intensivsten Auseinandersetzungen mit Verführbarkeit, Verstrickung und Verrat in der ostdeutschen Gesellschaft darstellt. Ihr intensives Trauerspiel zerstört jegliche Illusion über eine Gesellschaft, in der eine Hochschule Ihren Studenten beibrachte, wie man politisch mißliebige Persönlichkeiten auslöscht. Der Roman schildert die dramatischen Folgen dieser systematischen, "wissenschaftlich" begleiteten Auslöschung für die Betroffenen, für die Opfer, aber auch für die Täter, für die es keine Erlösung im Heute gibt. Kathrin Schmidts Roman gelingt es, die tragische Dimension ostdeutscher Geschichte aufscheinen zu lassen, wie es Lehrbüchern und Zeitzeugenberichten wahrscheinlich nie gelingen wird.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Beeindruckender erster Teil 19. Februar 2010
Format:Taschenbuch
Kathrin Schmidts Roman "Seebachs schwarze Katzen" stand ich zunächst einmal ohne große oder kleine Erwartungen gegenüber. Ich bekam ihn geschenkt, weil ich Katzen mag und zwei habe :-). Der Text auf der Buchrückseite verrät dem Leser leider schon vor dem ersten selbst gelesenen Satz, dass die Vaterfigur im Roman ein Spitzel ist oder war, das ist schade.
Jedenfalls hat mich der erste Teil dann ziemlich schnell in seinen Bann gezogen. Ich mochte die manchmal etwas verschlungen wirkende Art zu schreiben, die Figur der "Fettvettel" Zeit, überhaupt wie die Geschichte in Gang kommt. Die Beschreibung der Unmöglichkeit wirklicher Nähe, der Sprachlosigkeit zwischen Vater und Sohn finde ich sehr gelungen. Sehr berührt hat mich die Episode mit dem Hund Lou, dem David begegnet und der sich später erfolgreich der Urlaubsbekanntschaft Michaela anschließt, die sich von Bert und seinem Sohn David erobern lässt. Auch die Beschreibung der sexuellen Begegnung zwischen der viel älteren Michaela und dem jungen, unerfahrenen David, fand ich gut. Dass David danach völlig außer sich gerät, fand ich inhaltlich wiederum eher merkwürdig, aber auch gut geschrieben.
Leider gelingt es der Autorin meiner Meinung nach nicht, das hohe Niveau des ersten Teils in den beiden folgenden Teilen des Romans zu halten. Was andere Rezensenten als psychologische Deutungsversuche werten - was sie bestimmt auch sind - kam mir eher surreal-fantastisch vor, erinnerte mich an Traumsequenzen aus Bunuel-Filmen oder Bilder von Dali. Macht die Sache inhaltlich allerdings nicht besser. Auch, dass Sohn David nach der Rückkehr aus dem Urlaub schrumpfen, also wohl wieder zum Kind werden muss, empfand ich nicht als schlüssig.
Dennoch vergebe ich vier von fünf Sternen, weil ich den ersten Teil wirklich richtig gut fand und sich das Weiterlesen für mich schon wegen eines einzigen Satzes gelohnt hat.Das Ehepaar Bejla alias Lou und ihr Mann stellen nach dem Umzug ins Saarland fest, dass sie in der neuen Heimat kaum Freunde haben: "Weißt du - sagte sie - es ist, wie wenn du alle Perlen aus deiner Kette unbemerkt verloren hast, aber der Strick baumelt dir noch am Hals....".
Ich finde, das Buch ist eher einer etwas routinierteren Leserin /Leser zu empfehlen. Man liest es nicht einfach so weg, aber ich fand Kathrin Seebachs Art zu schreiben sehr bereichernd.
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