See! ist das lang erwartete zweite Buch von Design Agent km7 alias Klaus Mai höchstpersönlich. Das Letzte, was man von einem Grafiker erwarten würde, ist blind zu sein, und deshalb spielt Klaus Mai in See! mit Zeichen und Geschichten rund ums Sehen und Nichtsehen. Seit der Veröffentlichung von "Licence to Design" vor 3 Jahren, wurden aufregende Designaufträge für Kunden wie MTV, Audi, Volkswagen, Swatch, Sony und Universal ausgeführt. See! erstattet ausführlich Bericht über diese Einsätze und präsentiert eine Vielzahl bisher unveröffentlichter Fingerübungen des Meisterspions, die exklusiv für dieses Buch kreiert wurden. See! liefert Beweise für km7s zahlreiche Talente mittels fein geschliffener Layouts, kugelsicherer Spreads und noch mehr Augenfutter von einem der weltweit gesuchtesten Spezialagenten.Nachfolgend ein kleiner Vorgeschmack aus dem Vorwort zu See!:
1.1. "Stereo" bewirkt "den Raumklang"
Sample: Eine merkwürdige Mutlosigkeit.
Audio 1:"SEE" hast Du dieses Buch genannt. Für ein visuelles Thema wie Grafik und Corporate Design ist das ja ein wahrhaft exotischer Titel.
Audio 2: Gell!
Audio 1: Könntest Du Deine Antwort für unsere Leser vielleicht noch ein wenig ausführlicher formulieren?
Audio 2: Es ist eben so einfach, wie es da steht. Das ist der Kernpunkt meiner Arbeit. "SEE" bedeutet sowohl "Sehen" als auch "Verstehen". Grafik ist nicht nur formale, sondern auch inhaltliche Botschaft - wenn sie gut ist.
Audio 1: What you see is what you get?
Audio 2: Naja, es geht eher darum, sich von einem visuellen Einerlei abzusetzen. Ich will sagen: Schau genauer hin, gib dich nicht mit eindimensionalen Lösungen zufrieden. Es ist mehr möglich. Mehr Idee, mehr Emotion, mehr Detail, mehr Dimension. Deswegen steht der Begriff auf dem Buchtitel im Kontrastzur Grafik einer Blindenbinde. "SEE" ist ganz programmatisch gemeint.
Audio 1: Wer sind die Blinden?
Sample: "SEE" ist ganz programmatisch gemeint.
Audio 2: Programmatisch, nicht polemisch!
Audio 1: Also gut. An wen wendet sich Dein Apell?
Audio 2: An alle. Grafiker, Screen-Designer, Kunden, Artdirectoren natürlich auch. Beim Layout vieler Werbekampagnen ist nicht nachvollziehbar, wo die Verbindung zu Aussage und zum Produkt liegen soll. Seife, Mobiltelefon, Softdrink, alle haben den gleichen grafischen Auftritt. Nichts Spezifisches oder Eigenständiges. Da herrscht eine merkwürdige Mutlosigkeit.
Audio 1: Klingt, als würde dich ein Job in einer Werbeagentur nicht besonders locken.
Audio 2: Da würde ich ja auch nicht hinpassen. Das, was ich mache, ist Design und Grafik und da gibt es nur wenige Überschneidungen mit dem Job eines Artdirectors. Koordination, Organisation und Abstimmung gehören nicht gerade zu meinen Stärken. Und das spielt in einer Werbeagentur eine ganz wichtige Rolle. Es würde mir, ehrlich gesagt, auch nicht ausreichen die große gestalterische Linie festzulegen und die Umsetzung an andere zu deligieren. Mein Herz hängt an den Details. Da investiere ich sehr viel Zeit.
Audio 1: So entsteht dann der berühmte KM7-Look?
Sample: Mein Herz hängt an den Details.
Audio 2: Der wird ja immer gerne genommen und bestellt, der KM7-Look. Aber ich bin mir nicht sicher, ob er bei einer echten Blindverkostung wirklich immer sofort zu erkennen wäre. Da hat sich doch einiges verändert und weiterentwickelt. Manchmal ärgert mich das schon, wenn die Leute etwas im Kopf haben, was ich vor zehn Jahren gemacht habe und genau das für ihr aktuelles Projekt haben wollen.
Audio 1: Das ist der Fluch der guten Tat.
Audio 2: Nein, das ist übertriebenes Sicherheitsdenken: Hiermit bestelle ich genau das, was ich schon kenne. Ich will nichts Neues, nichts Anderes, keine Experimente und kein Risiko.
Audio 1: Es gibt doch viele Gestalter, die mit besonderem Eifer den erkennbar eigenen Stil zu entwickeln versuchen.
(...)
Audio 1: Und Dir sind solche aufgesetzten Formalismen völlig fremd?
Audio 2: Sicher, bei mir gibt es keine kalkulierten Effekte. Bei mir gibt es nur gepflegte Obsessionen.
Sample: Bei mir gibt es nur gepflegte Obsessionen.