Nach längerer Zeit habe ich mir mal wieder diese CD aus dem Jahre 1997 aus meiner CD-Sammlung angehört. War ich mir am Anfang nicht sicher, warum ich mir dieses Album gekauft habe, bin ich nach mehrmaligen Anhören doch überzeugt, hier einen Klassiker des R&B vor mir liegen zu haben.
Nach ihrem hervorragenden Debut-Album, für das sie zu Recht den Grammy als "Bestes Album" erhalten hat, schreitet Toni Braxten mit dieser CD auf die nächste Stufe ihrer Karriere, und dies, ohne zu viel Anleihen bei ihrem Erstlingswerk zu machen. Der Stil hat sich duraus weiterentwickelt. Ihre warme und melodiöse Alt-Stimme, die etwas nach der frühen Whitney Houston klingt, erfüllt nach meiner Meinung durchaus die Erwartungen, die man nach dem ersten Album an sie hatte und die sie selbst geweckt hatte.
Sie ist eine der wenigen Interpretinnen (und Interpreten), deren Gesangstalent sich nahezu perfekt mit dem der Komponisten und Produzenten ergänzt. Das wird besonders deutlich bei "Let it flow", einem eher folkloristisch angehauchten, aber stark rhythmusbetontem Stück von Babyface. Aber auch "There's no me without you" und "Why should I care" sind großartige Balladen aus der gleichen Feder, gekennzeichnet durch eine stark aufspielende Akkustikguitarre und einen betonten Rhythmus. Fantastisch!
Leider trifft das auf die Kompositionen von R. Kelly nicht unbedingt so zu. Während Babyface und Toni Braxton wie zwei Hälften des Einen, Ganzen klingen, hat man bei R. Kelly's Komposition "I don't want to" durchaus das Gefühl, als würden Musik und Interpret nicht zusammen passen.
Das beste Stück auf der ganzen CD ist "Unbreak my heart", ein Titel, der den kommerziellen Erfolgs des Albums begründet, weil er Soul mit Pop genial verbindet.
Aber auch neue Stile sind auf dem Album zu finden. "You're making me high" klingt eher etwas mehr rockig und "Talking in my sleep" ist eine Ballade mit mehr gesprochenem als gesungenem Text.
Der Hauptaugenmerk des Albums allerdings liegt auf den klassischen, romantischen Balladen, und darin ist Tony Braxteon auf diesem Album perfekt.
CD-Laufzeit: 54:55