Aus der Amazon.de-Redaktion
Secretary beeindruckt mit einer schrägen Liebesgeschichte und der herausragenden schauspielerischen Leistung von Maggie Gyllenhaal, einer unkonventionellen jungen Schauspielerin in ihrer ersten Star-Rolle.
Gyllenhaal verkörpert Lee, ein überdrehtes Mädchen, das sich zwanghaft Schnittwunden zufügt und schließlich einen Job als Sekretärin bei Edward annimmt, einem herrischen Anwalt (gespielt von James Spader). Edwards ständige Rüffel bei ihren Tipp- und Schreibfehlern wirken zuerst nur gelinde einschüchternd. Als Lee aber seine Anweisungen befolgt -- die sowohl seinen eigenen Ängsten als auch seinem Ordnungssinn entspringen -- eskalieren die Strafaktionen: Schläge, Fesselungen und einiges mehr häufen sich.
Secretary bewegt sich auf schmalem Grat: In den sadomasochistischen Aktionen liegt viel hintersinniger Humor, ohne sie zum puren Gag verkommen zu lassen. Lees und Edwards beiderseitige Sehnsüchte werden ernst genommen, ohne selbstgerecht oder aufgeblasen daherzukommen. Sicherlich kein Film für jedermann, einige Zuschauer jedoch dürfte diese kluge und erotisch aufgeladene Geschichte über unterdrückte Leidenschaften ganz unerwartet tief bewegen. --Bret Fetzer
Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Man schwankt hier zwischen einem knappen "Gut" und dem "Solala", aber das Fehlen einer mitreißenden Tonspur ist ja auch inhaltlich begründet, das Bild durchaus ordentlich: also knappes "Gut". Die Extras beinhalten u.a. ein 4-minütiges B-Roll, das Videoaufnahmen einer Büroszene zeigt. Die Interviews stellen die einzelnen Figuren weitaus spannender dar, als der Film diese dann zeigt... "Secretary" ist bei weitem nicht so gepfeffert, wie allerorten angekündigt. Er reiht zwar einige Masturbationsszenen aneinander, verharrt aber insgesamt in einem lethargischen Erzähltempo, das ihn ungewöhnlich, aber auch ungewöhnlich langweilig macht. Die Story reicht für 35 Minuten Film und wurde hier gedehnt und gedehnt. Unzweifelhaft gibt es ein paar interessante Szenen und Momente, insgesamt aber ist der Film zu sehr in sich selbst und seine Langsamkeit verliebt. Etwas träge. MO (Anmerkung Biwald: Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Wenn man die S/M-Komponente herauskürzt, die vielleicht nicht jedem liegt und hier eigentlich auch nur der Geschichte einen exotischeren Kick gibt, dann bleibt einfach nur eine romantische, ganz wahrhaftige Liebesgeschichte übrig. Außerdem ist es "Secretary" hoch anzurechnen, dass hier die S/M-Schiene mal nicht als düstere, dunkle Perversion à la "8 MM" angeklagt wird. Zu Recht ein auf vielen Festivals prämierter, mutiger, kleiner Film, der der internationale Durchbruch für Maggie Gyllenhaal - der kleinen Schwester von Jake-"Donnie Darko"-Gyllenhaal - war.) (Anmerkung MO: Bei Filmkritik darf es nie um Geschmack gehen. Es gilt, in Anschauung der Filmgeschichte Filme in ihrem künstlerischen Wertgehalt einzuordnen.) (Anmerkung Biwald: Trotz aller scheinbarer Objektivität bleibt Kritik nun mal trotzdem im Kern immer eine subjektive Angelegenheit.)
Bild: Das Bild ist überwiegend stabil (auch in Nachtszenen, 00.07.45) und leidet nur unter einem leichten Grundrauschen. Die Schärfe ist nicht immer sehr stechend. Die Halbnaheinstellung vom Schreibtisch bei 00:31:38 zeigt wenig Details und wirkt schon etwas diffus. Zuweilen liegen Fahrten unter leichtem Schärfeverlust, zumindest wenn sie schnell sind, aber schnell ist in diesem Film sehr wenig ((00.19.05, schnelle Fahrt, Tapete).
Ton: Der Ton des wortlastigen und akustisch eher kargen Filmes ist zurückhaltend und zeigt nur selten vitale Intermezzos. Die Kulisse wird eher frontal gezeichnet und ist nicht sonderlich differenziert (00.31.38, Waschsalon) . Die Musik ist in ihren perkussiven Sequenzen recht weiträumig angelegt (00.25.30). In der englischen Version kann man zuweilen das Kameralaufgeräusch hören, das aus der deutschen Version eliminiert wurde (00.33.10). Die auf dem Cover angegebene englische Tonspur in DD 2.0 Stereo ist nicht auffindbar, dafür aber eine in DD 2.0 Surround. --movieman.de
VideoMarkt
Lee Holloway leidet gerne, auch körperlich. Auch nach einem Aufenthalt in der Psychiatrie, in die sie wegen Suizid-Verdachts - ein Schnitt war ein wenig zu tief geraten - eingeliefert worden war, bleibt alles beim alten. Als Lee einen Job als Sekretärin bei dem exzentrischen Rechtsanwalt E. Edward Grey annimmt, scheinen sich zwei verwandte Seelen gefunden zu haben. Denn die beiden beginnen eine ebenso lustvolle wie intensive S/M-Affäre. Da bekommt Grey Angst vor der eigenen Courage und kündigt seiner devoten Angestellten.
Video.de
Trotz der gewöhnungsbedürftigen sadomasochistischen Thematik entpuppt sich Steven Shainbergs gekonnt inszeniertes Zwei-Personen-Stück als ausgesprochen zärtliche Liebes-Komödie der schrägen Art. Während James Spader an seine großartige Leistung in Soderberghs Frühwerk "Sex, Lügen & Video" anknüpft, empfiehlt sich Maggie Gyllenhaal als unterwürfige Sekretärin für höhere Aufgaben. Das für seine Originalität in Sundance ausgezeichnete Kleinod wird die Herzen von Freunden blendender Unterhaltung mit hohem Kultpotentioal höher schlagen lassen.
Blickpunkt:
Nur auf den ersten Blick ist 'Secretary' ein Film über Erniedrigung und Bestrafung, vorgeführt am Beispiel der sadomasochistischen Beziehung zwischen einer Sekretärin und ihrem Chef. Regisseur Steven Shainberg umgeht geschickt das in dem Verhältnis angelegte tragische Potential und überrascht mit einer entwaffnenden, liebevollen und zärtlichen Komödie über eine verunsicherte, junge Frau, die in ihrer devoten Rolle ihre Erfüllung und zu sich selbst findet. Nicht zuletzt gelingt dies dank der brillanten Hauptdarsteller Maggie Gyllenhaal und James Spader. Und nicht umsonst erhielt Shainberg für seinen dritten Spielfilm in Sundance den Special Prize der Jury für Originalität.[BR][BR]Eine junge Frau, die Hände mit Handschellen an eine Stange auf ihren Schultern gefesselt, schreitet langsam durch Bürogänge, mit der einen Hand eine Kaffeetasse, mit der anderen Papiere balancierend, und verschwindet hinter der Tür ihres Chefs. Was zunächst einer krankhaft sexistischen Fantasie entsprungen zu sein scheint, ist tatsächlich als aufreizender Teaser zu einem erstaunlich zärtlich und liebevoll erzählten Märchen zu verstehen, das ungefähr sechs Monate zuvor beginnt, als die junge Lee Holloway (Maggie Gyllenhaal) aus einer psychiatrischen Klinik entlassen wird. Zurück in den Armen ihres dem Alkohol ergebenen Vaters, der sich ganz offensichtlich an Lee vergangen hat, und einer Mutter, die sie mit ihrer Liebe und Sorge um so mehr erdrückt, fällt Lee schnell in ihre alten Gewohnheiten zurück. Diese verstecken sich in einem pinkfarbenen Mädchenköfferchen zusammen mit all den Accessoires, mit denen diskret Schnitte in den Oberschenkel geritzt oder andere Schmerzen zugefügt werden können, die Lees innere Qualen an die Oberfläche bringen. Mit naiver Entschlossenheit, die ihr leidvolles Leben in eine normale Richtung lenken soll, nimmt Lee einen Sekretärinnenjob bei dem exzentrischen, strengen Anwalt E. Edward Grey (James Spader) an, der sie allerdings warnt, dass ihre Arbeit anders sein könnte, als sie sich verspricht. Doch Lee protestiert auch dann nicht, als die von ihr verlangten Aufgaben immer demütigender werden. Die Suche nach verlorenen Papieren in einem Müllcontainer ist nur der Anfang einer von Erniedrigung und Bestrafung dominierten Beziehung zwischen der Sekretärin und ihrem Chef, die in der vorweggenommenen Anfangsszene einen vorläufigen Höhepunkt findet.[BR]Das Interesse von Steven Shainberg, der eine Kurzgeschichte von Mary Gaitskills aufgreift, liegt darin, die Psychologie hinter dem Verhalten der beiden verlorenen Seelen begreiflich zu machen, wobei in der Darstellung des Arbeitsverhältnisses als S/M-Beziehung allerdings auch eine leise anklingende Kapitalismuskritik liegt. Gleichzeitig finden die Protagonisten eine lang ersehnte Erfüllung in ihrer Beziehung - besteht zwischen beiden doch eine stille Übereinkunft. Die gegenseitigen Blicke sprechen Bände - von ihrem eigenem Begehren, das Teilen der Qualen und einer höchst erotischen Anziehung. Edward beginnt, jeden lustvollen Tippfehler und jede Nachlässigkeit Lees zu bestrafen und entwickelt absurde Spanking-Rituale, die Shainberg beinahe comichaft illustriert. Durch die einfühlsame Inszenierung und die brillanten Darsteller erhält selbst die eingangs geschilderte Szene eine neue Wertigkeit. James Spaders Edward bleibt die meiste Zeit unerreichbar und unzugänglich, füllt jedoch mit Präzision und kontrollierter Intensität besonders die Schlüsselszenen aus und trägt entscheidend zur Überzeugungskraft des Films bei. Beeindruckend in ihrer bisher größten und höchst anspruchsvollen Rolle gibt Maggie Gyllenhaal, Schwester von Jungstar Jake Gyllenhaal, behutsam den Blick darauf frei, wie Lee Edwards Welt und damit ihr eigenes Begehren erfährt und schließlich ihren neu gewonnenen Mut zusammennimmt, um zu bekommen, was sie will. Shainberg trägt all dem Rechnung und gönnt seinen Protagonisten einen befriedigenden, zutiefst romantischen Ausgang seines Märchens: Am Ende einer langen Reise hat Mauerblümchen Lee eine Form für ihre Obsessionen und zu sich gefunden und erblüht in verblüffender Schönheit. Nichts anderes liefert die Antwort auf die Frage nach den Inhalten dieser schwer zu definierenden Beziehung, die sich zwischen gegenseitiger Ausnutzung und Liebe nicht festlegen will, als das Gesicht von Maggie Gyllenhaal, das während eines einzigen Herzschlags Nervosität und Unterwürfigkeit, Anzüglichkeit und Romantik widerspiegeln zu vermag. Dies nennt man denn wohl auch 'Starqualität'. cm.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Überraschend liebevolle und zärtliche Komödie über die sadomasochistische Beziehung zwischen einer Sekretärin und ihrem Chef.
Kurzbeschreibung
Die unsichere Lee kommt zurück aus einer psychiatrischen Klinik und fällt in ihre alten Gewohnheiten und den Zwang zurück, sich selbst zu verletzen. Um Normalität in ihr Leben zu bringen, nimmt sie einen Job als Sekretärin an - und findet in der von Erniedrigung und Bestrafung dominierten sexuellen Beziehung zu ihrem Chef ihre Erfüllung.
Produktbeschreibungen
Manchmal muss Liebe weh tun! Als der strenge Mr. Gray seine neue Sekretärin für ihre Tippfehler zum ersten Mal übers Knie legt, eröffnet sich für beide eine neue Welt. Die sympathischen Außenseiter ergänzen sich in perfekter Harmonie. Demütigung und Bestrafung werden fortan lustvoll zelebriert, das unscheinbare Büromäuschen erblüht zu verführerischer Schönheit. Und mit den Hieben wächst die Liebe - bis zum Happy End jenseits aller romantischen Klischees und