Schade. Nach der mißlungenen Verpopung mancher Songs auf der CD "House" und der Ankündigung von Katie, sich nun neu zu erfinden, hatte ich eine Rückkehr zu den Wurzeln erwartet.
"Secret Symphony" ist genau das geworden, was der Titel aussagt: eine stille Symphonie. Musik, um in der Badewanne zu liegen, eine Wellness-Scheibe, die weder aufregt noch abturnt. Leises Geplätscher um einen herum, ab und zu dreht man den Wasserhahn auf, lässt ein bißchen warmes Wasser nach.
Aber das geht hier nicht. Es gibt kein neues warmes Wasser, auch keine kurze kalte Dusche, mit der man seinen Kreislauf in Schwung bringen könnte. Die Musik und die Stimme von Katie sind einfach nur da und verschenken Potential.
Mir fehlt ein Song mit Herzblut auf dieser CD, irgendwas Jazzig-Rockiges. Und wenn es nur ein etwas lauteres Soli einer Gitarre, ein Schrei von Katie, der angerockte Drive eines Schlagzeugs wäre, damit man sich aus seiner lauwarmen Badewanne erheben kann und den Kreislauf wieder in Schwung bringt.
Am schlimmsten finde ich "Gold in them hills". Uaaaah. Da merkt man nicht einmal mehr, dass man in der Badewanne liegt, weil das Wasser sich mit der eigenen Körpertemperatur gleichgeschaltet hat.
Eine Bitte, liebe Katie: Du kannst es. Du kannst singen. Du kannst Gefühl und Trotz und Kraft und Sensibiltät in deine Stimme legen, du hast das Zeug dazu. Da können dir andere kaum das Wasser reichen.
In der nächsten CD erbitte ich mir wieder etwas davon. Und wenn es nur drei oder vier Songs werden, die an die Ursprünglichkeit, an diese untergründige Power der CD "Call off the search" heranreichen, dies würde mir schon genügen.
Und nun steige ich aus der Badewanne mit dem lauwarmen Wasser wieder heraus, schmeiße "Call off the search" in den CD-Spieler und gebe mir die echte Katie Melua. Crawling up a Hill. Damit ich den Hügel meines Kreislaufs wieder hinaufkomme.