Pat Metheny wird manchmal vorgeworfen, zu nah an Fahrstuhlmusik zu sein. Wahrscheinlich hat er genug von solch oberflaechlicher Kritik gehabt, und eine CD machen wollen, die die Kritiker ein fuer alle mal diesbezueglich zum Schweigen bringt. Bis heute gibt es keine Platte von ihm mit solcher Tiefe, die gleichzeitig, wie es Methenys Kennzeichen ist, so verstaendlich ist. Sehr aufwendig aufgenommen (ueber 1 Mio. Pfund Produktionskosten), mit grossem Orchester, afrikanischem Kinderchor und dem Grossteil der Pat Metheny Group, bleibt diese CD immer am Zuhoerer orientiert und verliert sich nicht in Virtuositaetsbeweisen oder Geduedel. Der Spannungsbogen ist dabei klar: die Scheibe faengt recht bewegt an, und wird gegen Ende ruhiger, wobei das Orchester sehr stark stimmungsbestimmend wird. Ueber dem genialen Arrangement (an dem natuerlich auch Methenys immer praesenter Begleiter Lyle Mays mitgewirkt hat) spielt der wohl melodioeseste Gitarrist der bisherigen Jazzgeschichte, der es immer wieder schafft, komplex und simpel gleichzeitig zu sein. Allerdings ist er keinerswegs so egozentrisch in jedem Stueck die Hauptrolle sein zu wollen - wenn es noetig ist, bringt er es auch ueber sich, ueberhaupt nicht zu spielen, des Stueckes wegen. Eine seltene Eigenschaft in Jazzkreisen, die zeigt, dass der Mann nicht nur ein Instrumentalist sondern auch Musiker ist. Diese CD wird wohl das sein, was in 100 Jahren von Metheny uebrig bleiben wird, selbst wenn der Rest vergessen sein sollte. Pflichtbestandteil jeder (Jazz)Sammlung. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)