jetzt kehrt er also wieder zu seiner großen liebe, der us-folkmusik zurück. die neue ist ein bluegrass-album, mit den typischen akzenten von mandoline und fiddel, aber natürlich ist es costelloisierter bluegrass, mit seinen klassischen zitter-tremolos interpretiert, triefend vor gefühl, und irgendwie recht nahe am pop gebaut. puristen werden das ding gar nicht wahrnehmen, es wird weit unter ihrem radar durchfliegen, weil: nicht authentisch. wobei: wie man weiß, ist bluegrass ja selber ein konstrukt, also nicht authentisch. in der amerikanischen kultur ist letztlich alles ein konstrukt - das macht sie ja auch so unterhaltsam.
die songs selber sind schön, ein bisschen lieblich, nicht alle sind von höchster dringlichkeit. am besten gefallen mir die beiden für johnny cash komponierten stücke "hidden shame" und "complivated shadows".
t-bone burnett hat sehr stark produziert und gibt dem ganzen kraft seiner persönlichkeit und seines rufes glaubwürdigkeit.
fazit: keineswegs costellos wichtigstes album, aber eines seiner entspanntesten, gelöstesten.
lustig: was zieht all die alten helden (costello, dylan, plant ..) so magisch an, dass sie sich ständig an der amerikanischen volksmusiktradition abarbeiten?
ich bin schon neugierig, welche musik costello als nächstes für sich entdeckt. solange es nicht volkstümlicher schlager ist, soll uns alles recht sein.