Matthias Melzers Buch verspricht auch Lernwilligen ohne Vorkenntnisse in anderen Programmiersprachen einen leichten Einstieg in die Linden Scripting Language. Spätestens ab dem ganz zu Anfang angesiedelten, sehr ausführlich gehaltenen Kapitel über die Variablentypen fragt man sich aber als Null-Ahnung-Beginner, was man denn nun gleich mit all dem Wissen über Kreuz- und Skalarprodukte soll, bevor man auch nur eine einzelne eigene Codezeile geschrieben hat. Man kommt sich vor wie jemand, der noch nicht einmal Nudeln mit Tomatensauce kochen kann, und als erstes vom Meisterkoch das komplette Gewürzregal von Anis bis Zimt erklärt bekommt. Auch im weiteren Verlauf sind Melzers Beispiele oft unglücklich gewählt, da sie schnell sehr komplex werden, im Quelltext meist unkommentiert sind und auch im Fließtext für meinen Geschmack oft nur recht oberflächlich erläutert werden. Die Folge war, dass ich das Buch nach ca. 30 Seiten enttäuscht weggelegt und mich über das dafür investierte Geld geärgert habe.
Inzwischen habe ich den Einstieg ins Skripten über andere Wege - insbesondere Internet-Tutorien und Kurse in Second Life selbst - gefunden. Melzers Buch nutze ich nun parallel zum deutschen und englischen SLWiki als Nachschlagewerk für bestimmte Funktionen. Melzer selbst schreibt im Vorwort, er habe sich beim Schreiben "gegen ein Kochbuch" entschieden, und genau das ist ihm methodisch auch vorzuwerfen: Ein didaktisch ordentliches Lehrbuch steigert sich m.E. in seinem Anspruch zunehmend per "Salamitaktik" an Hand nachvollziehbarer Beispiele und vermeidet weitmöglichst verwirrende Vorwegnahmen, wie sie immer wieder in Melzers Buch zu finden sind.
Mit etwas Vorwissen im Kopf versteht man die Kapitel des Buches schon etwas besser und kann ihnen auch wirklich nützliche Anregungen und Informationen entnehmen. Doch eigentlich hatte ich das Buch als eine Art Selbstlernkurs für den Einstieg gekauft, aber dafür halte ich es zumindest für Leute wie mich ohne jedes informatische Vorwissen für nicht optimal. Da wäre mir wohl mit einem "Kochbuch" mit anwendungsbezogenen Schritt-für-Schritt-Beispielen, die sich von Lektion zu Lektion in ihrer Komplexität steigern, doch mehr gedient gewesen.
Wie schon moniert worden ist, gibt es zu dem Buch schon länger keine In-World-Präsenz mehr. Auch dies gibt einen Minuspunkt.