War gut, ist gut, bleibt gut. Was Lynyrd Skynyrd hier mit großer Hilfe von Al Kooper auf die Beine stellten, kann man getrost als DAS wichtige Southern Bluesrock Album bezeichnen ' und nicht nur wegen 'Sweet Home'. Nicht, daß es diesen Stil zu der Zeit nicht schon gegeben hätte, aber Skynyrd haben ihn hier perfektioniert und noch dazu eine Sammlung von 8 tollen songs geschaffen.
Zum opener braucht man nichts mehr sagen; ''I Need You'' ist dann eine der großen dramatischen Southern Rock Balladen, die trotz ihrer episch anmutenden Dauer von fast 7 Minuten, durch den ausgefeilten Gitarreneinsatz, gekonnt Spannung aufbaut. ''Don't Ask Me No Question'' ist 100% southern groove und einer der größten Ohrwürmer den die Band je fabrizierte. Ob ihre damaligen Labelbosse ihnen die lyrics von ''Workin'' For MCA'' je verziehen haben, oder ob sie diese überhaupt gehört und verstanden haben, ist so ein kleines Geheimnis um diese große Band, was aber bleibt ist einer ihrer rockigsten und zwingendsten songs. Ja und dann: ''The Ballad Of Curtis Loew',' ' die wohl schönste und ergreifendste Würdigung der alten schwarzen Blues-Lehrmeister die je in Songform gegossen wurde. Tolle Melodie, schöne Geschichte, an dieser Nummer kommt man nicht vorbei.
''Swamp Music'' zeigt dann wie beeindruckt und beeinflusst Sie wohl von JJ Cale zu dieser Zeit waren, denn nicht nur die Musik ist für diesen sehr typisch, auch die Art und Weise wie hier die Gesangsmelodie darübergelegt ist bedient sich bei seinen flotteren und rockigeren blues songs. ''The Needle And The Spoon'' ist thematisch dann das Skynyrd Pendant zu Neil Youngs ''The Needle And The Damage Done'' und musikalisch fast ein part two von 'Sweet Home', aber mit anderer Melodie. Bei der JJ Cale coverversion von ''Call Me The Breeze'' zeigen dann nicht nur Lynyrd Skynyrd wie man Cale geschmachvoll zum rocken bringt, sondern hier kommt auch das großartige Arrangement-Talent von Al Kooper voll zur Geltung; wie er hier im Instrumental Teil das Gitarren gegroove mühe- und nahtlos zu einem Stück Dixieland Jazz mit Bläsern und Honky Tonk Piano übergehen läßt und genauso mühelos wieder zum Skynyrd Sound zurückgleiten lässt, das ist ein wahrer Produktions Geniestreich.
Was ''Machine Head'' für den 70er Jahre Hard Rock, ''Raw Power'' für den Punk, oder ''In The Court Of The Crimson King'' für Prog war, ist ''Second Helping'' für den Southern Rock -' DAS genredefinierende Album.