Dass Ludwig Uhland noch einer der Erträglicheren unter den Romantikern (soweit man ihn als solchen bezeichnen kann) gewesen ist - angesichts dieser Sammlung lässt sich das nur gelegentlich von ferne ahnen.
Das liegt einerseits daran, dass hier mal wieder extrem "gekürzt" wurde, die meisten längeren Gedichte und Balladen sind abgeschnitten, die Ausgabe insgesamt stark verstümmelt. Als wäre das nicht genug, sind von den verbliebenen Gedichten auch noch einige doppelt enthalten.
Andererseits spricht auch die Auswahl nur begrenzt für den Dichter. So erklärt Uhland in einem humoristischen Gedicht die Herkunft des Wortes Schwabenstreich anhand des "Streiches" eines Ritters, der mit einen Schwerthieb einen Türken halbiert. Hahaha.
Andererseits praktiziert Uhland einen geradezu sprichwörtlich biederen schwäbischen Humor, wenn er von den drei Jägern dichtet, die vom Erlegen des weißen Hirsches träumen, während dieser an ihnen vorbeizieht.
Die Gedichte dieser Sammlung plätschern zuverlässig treulich und durchschnittlich so dahin, dass sich nicht mal etwas zu zitieren lohnt. Und das ist bei der hochinteressanten Biografie des Menschen Uhland schwer nachvollziehbar.
Vom Demokraten, Oppositionellen und Freiheitsdichter Uhland, der in der Paulskirchenversammlung gewählt wurde und für die Abschaffung des Adels eintrat ist zumindest in dieser Kollektion nichts, aber auch gar nichts zu spüren. Ich hoffe, dass das an der Sammlung liegt.