Die Erstausstrahlung dieses Fernsehspiels fand am 25. November 1964 im Hauptabendprogramm der ARD statt. Die Erstsendung von "Sechs Stunden Angst" an diesem Tag, mit einer geradezu traumhaften Einschaltquote von 64% war damals um so höher zu bewerten, da das ZDF zur gleichen Zeit ein Fußballspiel Live übertrug.
Regisseur Eugen York inszenierte in den Studios des damaligen Südwestfunks Baden-Baden (heute Südwestrundfunk) und an Schauplätzen ausserhalb, in Paris und am Frankfurter Rhein-Main-Flughafen, einen packenden Fernsehthriller mit hochkarätiger Besetzung, der heute zu den Sternstunden des deutschen Fernsehens zählen dürfte. Grundlage war eine von Drehbuchautor Gerhard Biller verfasste Geschichte, die auf Motiven des Romans "Sechs Stunden Angst" (Originaltitel: "Six heures d'angoisse") von Francis Didelot basiert.
Inhalt:
Vor wenigen Stunden hat der Flug 727 der Canadian Atlantic Airways, den Flughafen Paris-Orly planmäßig in Richtung Montreal verlassen.
Mitten in der Nacht schrillt bei Kriminalkommissar Bignon (Paul Dahlke) das Telefon. Ein Unbekannter meldet sich und sagt: "Die Maschine der Canadian Atlantic Airways wird niemals ihr Ziel erreichen! Eine Zeitbombe ist an Bord versteckt!"
Eine fieberhafte Suche nach dem unbekannten Informanten beginnt, von dem absolut niemand weiß, wer er eigentlich ist und wo man ihn findet.
Zu diesem Zeitpunkt fliegt die Super-Constellation bereits mitten über dem Atlantik und so weit vom Festland entfernt, dass sie nicht mehr zurückfliegen kann. Sechs Stunden bleiben bis zur nächsten Landemöglichkeit. Sechs Stunden Angst, tödliche Angst für die Passagiere des Fluges 727.
Was bleibt ist lediglich eine einzige Frage: Hat Kommissar Bignon überhaupt auch nur die geringste Chance, das Leben der Fluggäste und der Besatzung zu retten?
Bildbewertung:
Das 46 Jahre alte filmische Ausgangsmaterial dieser Produktion im Format 4:3 weist stellenweise kleinere sichtbare Mängel auf, die offenbar auch mit Hilfe digitaler Bildbearbeitung nicht zu beseitigen waren. Ansonsten zeichnet sich das Bild dieser DVD durch eine dem Alter entsprechende Qualität aus. Schärfe und Kontrast sind ebenfalls ausreichend. Zieht man nicht all zu hohe heutige Maßstäbe zur Grundlage bei der Betrachtung des Bildes heran, ist dessen Qualität mit zufriedenstellend zu bewerten.
Ausser dem 64 Minuten langen Hauptfilm und einigen Programmhinweisen befinden sich keine weiteren Bonusbeiträge auf der DVD. Nur das obligatorische 15-seitige Booklet dass jeder Ausgabe der unter der Marke ARD-DVD erschienenen Reihe beiliegt, ist selbstverständlich auch hier vorhanden. Es enthält ausführliche Inhaltsangaben nicht nur zu "Sechs Stunden Angst", sondern auch den anderen Fernsehspiel-Produktionen des ehemaligen SDR oder SWF wie "Zeitsperre", "Bei Anruf Mord" und "Großer Ring mit Außenschleife" die bisher auf DVD erschienen sind. Darüber hinaus gibt es Informationen zu weiteren, interessanten DVD-Boxen die im Handel erhältlich sind.
Tonbewertung:
Der Ton ist sauber und klar verständlich in Dolby Digital Mono vorhanden.
Gesamturteil:
Auch hier gibt es wieder eine Chance, den heute von einigen jüngeren Zeitgenossen oft fälschlicherweise als langweilig empfunden Blick, hinein in die längst vergangene Zeit der Fernsehspiel-Unterhaltung zu werfen, als auch im TV noch echte Schauspielkunst geschätzt wurde. In diesem Fall wird genau dass von hochkarätigen Schauspielern wie Paul Dahlke, Herbert Tiede, Hans Söhnker, Alexander Kerst, Wolfgang Völz, Wera Frydtberg, Armin Dahlen, Werner Riepel, Renate Schacht oder Eberhard Krug dargeboten.
Fazit:
Falls ein solcher nostalgischer Blick hinein in die deutsche Fernsehvergangenheit auch für Sie von interesse ist, dann machen sie ganz sicher absolut keinen Fehler, wenn ein Exemplar dieser DVD zukünftig auch in ihrem privaten heimischen Archiv ein neues zu Hause finden wird.