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Sechs Pflanzen verändern die Welt
 
 
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Sechs Pflanzen verändern die Welt [Gebundene Ausgabe]

Henry Hobhouse
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
  • Verlag: Klett-Cotta; Auflage: Überarb. N.-A. (2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3608910247
  • ISBN-13: 978-3608910247
  • Größe und/oder Gewicht: 21,3 x 13,4 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.079.471 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Botanische Geschichten

Wer morgens genüsslich ein oder zwei Löffel Zucker in seinen Tee rührt, mittags auf Kartoffeln nicht verzichten will und zudem Bekleidung aus Baumwollstoffen bevorzugt, der nutzt mehr oder weniger unbewusst vier von sechs Pflanzen, die nach Ansicht des britischen Journalisten Henry Hobhouse den Lauf der Geschichte stärker beeinflusst haben, als es auf ersten Blick erscheinen mag. «Sechs Pflanzen verändern die Welt» lautet deshalb auch der Titel des Buches, mit dem der Verfasser seine Leser auf eine Reise durch die Jahrhunderte und Kontinente einlädt.

Bereits vor 16 Jahren erschien die erste Auflage dieses Buches, das zudem die Bedeutung von Chinarinde und dem darin enthaltenen Chinin für die Linderung der Malaria beschreibt, mit dessen Hilfe Menschen erst malariaverseuchte Sumpfgebiete besiedeln konnten. Hobhouse schildert anschaulich und anekdotenreich, wie die durch die Europäer in alle Welt verschleppte Malaria bis zur Entdeckung geeigneter Medikamente einen immensen Bedarf an Chinarinde erforderlich machte, um die Kolonien kontrollieren und die Arbeitskräfte überhaupt bei ausreichender Gesundheit erhalten zu können.

Zu den fünf Pflanzen der ersten drei Auflagen kommt in der neusten Auflage als sechster Weltveränderer der Kokastrauch hinzu. Dabei ist nicht nur die Erfolgsgeschichte eines gewissen John Pemberton nachzulesen, dessen Gebräu aus Zucker, Karamell, Phosphorsäure, Glycerin und weiteren Bestandteilen auch Extrakte von Kokablättern enthielt und – in modifizierter Form – heute als Coca-Cola eines der beliebtesten Erfrischungsgetränke darstellt. Hobhouse geht natürlich auch auf das Kokain ein, dessen eigene Geschichte vom «harmlosen» Schnupfen- und Erkältungsmittel, das Anfang des 20. Jahrhunderts in jeder Apotheke frei erhältlich war, zur harten Modedroge mit all den negativen Folgen nachgezeichnet wird. Andererseits bleibt auch nicht unerwähnt, dass ein Aufguss von Koka-Blättern die körperliche Leistungsfähigkeit in den Höhenlagen der Anden merklich zu steigern vermag. Doch auch diese Eigenschaft wurde brutal ausgenutzt, um die Arbeitsleistung von den Arbeitern der südamerikanischen Silberminen zu erhöhen.

Immer wieder sind es die scheinbaren Nebensächlichkeiten, die die Lektüre des Buches bereichern. So erfährt man nebenbei, dass jedermann im Hollywood der 1930er Jahre wusste, dass das von Charlie Chaplin im Film «Moderne Zeiten» verwendete Nasenpulver nichts anderes als Kokain sein konnte. Und mit dem Spinat, der die Comicfigur Popeye zu Höchstleistungen befähigt, haben sich die Zeichner einen Scherz erlaubt, indem sie dem unspektakulären Gemüse Eigenschaften zuschrieben, wie sie nur Kokain besitzt. «Sechs Pflanzen verändern die Welt» ist wohl das einzige «botanische Geschichtsbuch», das sich mit vielen, auch überraschenden Details an eine breite Leserschaft wendet. Botanische Kenntnisse sind nicht erforderlich, Neugier darauf, wie unspektakuläre Blätter oder Knollen die Welt verändert haben, ist hingegen erwünscht.

Daniel Dreesmann

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Neue Zürcher Zeitung, 30.05.2001
Nach Daniel Dreesmann ist dies vermutlich das "einzige 'botanische Geschichtsbuch'", das sich nicht nur an Spezialisten wendet. Botanische Vorkenntnisse sind also nicht erforderlich, beruhigt der Rezensent. Insgesamt zeigt er sich sehr angetan von dieser aktualisierten Geschichte um bedeutende Pflanzen, die die Welt veränderten, etwa Kartoffeln, Baumwolle oder auch der Kokastrauch. Dreesmann erzählt mit spürbarer Begeisterung von einigen Erkenntnissen, die er bei der Lektüre gewonnen hat, etwa welche Bedeutung der Kokastrauch für die körperliche Leistungsfähigkeit in den Anden hatte, gleichzeitig damit aber auch eine zunehmende Ausbeutung der Arbeiter einherging. Oder auch davon, dass ohne die malarialindernde Chinarinde viele Sumpfgebiete niemals hätten besiedelt werden können.

© Perlentaucher Medien GmbH

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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Geschichte aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel, 25. November 2003
Von 
Regina Karolyi - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Sechs Pflanzen verändern die Welt (Gebundene Ausgabe)
Chinarinde, Zuckerrohr, Tee, Kartoffel, Baumwolle, Koka - auf den ersten Blick erscheinen uns zumindest die ersten fünf dieser Gewächse als ganz normale Kulturpflanzen; wiederum die Chinarinde ausgenommen, sind sie Ausgangsprodukte auch heute üblicher Konsumgüter.
Henry Hobhouse zeigt in seinem Buch ausführlich auf, wie gerade diese Pflanzen, beziehungsweise jene Menschen, die sie auf Plantagen züchteten, mit ihnen handelten und sie schließlich konsumierten, den Geschichtsverlauf auf drei bis vier Kontinenten tiefgreifend beeinflusst und bis heute andauernde soziale Probleme gesät haben.
Die Chinarinde, lange Zeit das einzige Mittel gegen Malaria, ermöglichte erst die weiße Kolonisation der Tropen mit all den Kriegen und der Unterdrückung und Ausbeutung vieler Völker, die damit einhergingen.
Das Zuckerrohr ist "schuld" am Einstieg in den schließlich in enormem Maßstab betriebenen Handel mit schwarzen Sklaven und letztlich auch an der Verelendung vieler karibischer Staaten.

Der Tee richtete dank dem Dreieckshandel der Ostindiengesellschaft mit Tee, Silber und Opium China zugrunde und destabilisierte den Fernen Osten; außerdem spielte er eine Rolle für die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten ("Boston Tea Party").
Die Kartoffel war Segen und (wegen der etliche Hungersnöte heraufbeschwörenden Schädlinge) Fluch der von den Engländern entrechteten irischen Bevölkerung im 19. Jahrhundert. Im Zuge der schwersten dieser Hungersnöte wanderten viele Iren in die USA aus, stiegen zu hohen Regierungsämtern auf und brachten ihren sozusagen ererbten Hass auf England in die Weltpolitik ein, was sich verlängernd auf den Verlauf der Weltkriege auswirken sollte (und dadurch verheerend viele Leben kostete).
Die Baumwolle trug die späteren Rassenunruhen in die USA, denn natürlich war mit der Befreiung der sie anbauenden schwarzen Sklaven noch längst nicht alles getan. Und der katastrophale Bürgerkrieg wurde ebenfalls durch die Baumwolle ausgelöst.
Das Kokain ist heute noch ein gewaltiges Problem, das südamerikanische Staaten und europäische und amerikanische Großstadtviertel destabilisiert ...
Und dies sind nur die augenscheinlichsten "Auswirkungen" dieser Pflanzen; Hobhouse nennt noch viele mehr, beschreibt die entsprechenden Volkswirtschaften, politischen Verhältnisse und Produktionsmethoden vor, während und nach der Einführung dieser Pflanzen und geht auch auf indirekt durch die Pflanzen geschaffene fatale Entwicklungen ein, z.B. die Ausbeutung der Indios in Silberbergwerken durch die Spanier (nur möglich durch ständig verabreichte Kokablätter), die hunderttausende Indios das Leben kostete und auch für Spanien selbst durch die heraufbeschworene Inflation einen Bärendienst darstellte.
Das Buch ist bei aller Ausführlichkeit und Komplexität sehr unterhaltsam geschrieben. Sehr positiv bewerte ich, dass Hobhouse nicht einfach pauschal die damaligen Ausbeuter und Sklavenhalter verurteilt, sondern auch aufzeigt, warum ihr jeweiliges System auf Dauer gar nicht funktionieren konnte, und wie mögliche Alternativen ausgesehen hätten.
Ganz selten habe ich allerdings sachliche Ungenauigkeiten entdeckt; z.B. nennt Hobhouse die Sichelzellenanämie als Grund für die weitgehende Immunität der Schwarzen gegen Malaria und führt aus, dass dies die Schwarzen so "praktisch" als Sklaven in der Karibik machte, aber er merkt nicht an, dass statistisch gesehen ein Viertel der Nachkommen solch immuner Eltern im Kindesalter stirbt (weil diese Kinder, im Gegensatz zu den "Immunen", nicht ein, sondern zwei Sichelzellenanämie-Gene haben und an Sauerstoffmangel leiden) und ein weiteres Viertel das entsprechende Gen gar nicht hat, also gegen Malaria empfindlich ist - folglich war mit einer "Einbuße" (aus der Sichtweise der Plantagenbesitzer) von 50% zu rechnen. - Bitte entschuldigen Sie diesen Exkurs, aber ich möchte meine Kritik begründen.-

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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Geschichte mal anders gesehen, 15. Juli 2003
Von 
Mrs H C Newman (A-9560 Feldkirchen Austria) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Sechs Pflanzen verändern die Welt (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch habe ich allerdings in Englisch gelesen, also zur Übersetzung kann ich nichts sagen. Es hat mich aber als "non-historian" total fasziniert. Die sechs Kapitel bieten aus einem außergewöhnlichen Blickwinkel viel Information und Details sowie klare Einblicke in die soziale und wirtschaftliche Geschichte der Menschheit. Die viele Fußnoten am Ende jedes Kapitels bieten noch weitere faszinierende Details. Am besten haben mir die oft sehr prägnanten Weisheiten des Authors gefallen, die einen imponierenden Überblick verraten. Als Engländerin hat mich besonders die Geschichte des Kartoffels interessiert, da man hier ein anderes Verständnis für Irland und das irische Volk gewinnt. Das Buch hat mich gefesselt.
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