Wie viel von dem Roman tatsächlich autobiographisch ist oder nicht, weiß ich nicht, spielt aber auch keine Rolle. Die Charaktere sind jedenfalls durch und durch glaubwürdig. Das ganze Buch lebt von einer sentimentalen Komik, die meiner Meinung nach nur schwer zu treffen ist, Dirk Stermann hat es aber geschafft. Und genau diese Komik ist es auch, die das Buch so "wienerisch" macht. Das kann ich natürlich nur als Deutscher beurteilen, aber Wien ist für mich nunmal immer k.u.k., grantelnde Würstlverkäufer, morbider Charme und immer ein bisschen Wehmut, gepaart mit Stolz.
Hier bekommen Deutsche wie Österreicher iher kleinen Seitenhiebe ab, wobei die Österreicher mit einem kleinen Sympathie-Plus aus dem Rennen gehen. Brüllwitz und Schenkelklopfer sucht man hier angenehmerweise vergeblich, auch die Kalauer halten sich in sehr gesunden Grenzen, der Humor ist also nicht ganz gleichzusetzen mit dem von Stermann und Grissemann in, zum Beispiel, "Willkommen Österreich" (wobei ich den nicht schlechtmachen will).
Ein wunderbares Buch und eine Liebeserklärung an Wien. Gleichzeitig auch eine Gebrauchsanweisung.
Ach ja: Cordoba spielt auch eine Rolle. Wer hätte das gedacht.