Eine Platte, die ich sofort haben musste, nachdem ich einige Videos von Rumer gesehen hatte. Rumer singt ihre Melodien durchweg "clean", ohne nennenswerte Schnörkel und Verzierungen mit starker und klarer Stimme. Ihre Musik ist kein R&B und auch kein retro-soul, deswegen stöhnt und schreit sie nicht, sondern singt stets mit ruhiger Stimme. Dazu passt die mit viel Gefühl arrangierte und mit sehr hoher musikalischer Qualität gespielte Musik mit einem ganz entspannten und intimen, großartigen Sound. Auf diese Weise entsteht eine Magie, der man sich bei " Am I forgiven", "Slow" und "Aretha" kaum entziehen kann. Eine melancholische und "herbstliche" Stimmung liegt über der gesamten Platte und hier zeigen sich leider auch die Schwächen, denn nicht alle Songs auf der Platte sind so starke Kompositionen, wie die 3 genannten Titel. In der 2. Hälfte des Albums scheinen die Songs immer langsamer zu werden. Die nachdenkliche Stimmung wird durch die ausufernde Verwendung des "major 7"-Akkordes erreicht, der allgegenwärtig anzutreffen ist, so dass sich insbesondere die schwächeren Songs alle irgendwie stark ähneln. Wo den Songs aber die Substanz fehlt, liegt das süßlich-seichte leider gleich um die Ecke. Vielleicht sollte Rumer mehr auf starke Kompositionen anderer Autoren zurückgreifen. Insgesamt trotzdem eine Platte, die sich ohne Zweifel aus dem mainstream hervorhebt.