Wie schwierig es ist, eine beliebte Rolle auch wieder loszuwerden, zeigte eine Kinoerlebnis, das mir in Erinnerung blieb, obwohl es Jahrzehnte zurückliegt. Als in einem B-Weltrettungsmovie der amerikanische Präsident seinen ersten Auftritt hatte, rief ein Junge laut in den Saal: "Oh, schau mal, das ist ja der Urwalddoktor Daktari." Ähnlich wie dem Schauspieler Marshall Thompson erging es auch Sean Connery. Obwohl er in zahlreichen anderen Filmen wichtige Rollen spielte und auch als Produzent einige Erfolge feiern konnte, wurde er letztlich auf James Bond festgenagelt. Trotz "Die Brücke von Arnheim", "Highlande" und "Der Name der Rose".
Der Herausgeber diese Reihe und der Texter Manfred Hobsch versuchen nicht krampfhaft, ein völlig anderes Bild von Sean Connery zu zeichnen, als es die meisten Fans des schottischen Schauspielers haben. Zwar bringen sie Korrekturen an, machen einen Unterschied zwischen Sparsamkeit und Geiz, sprechen von Connerys Kindheits- und Jugendjahren, fügen an den richtigen Orten Originalzitate von Connery ein und setzen auf kleine Anekdoten. Aber eine Hommage an Sean Connery ist eben auch eine Hommage an James Bond.
So unterschiedlich Clint Eastwood und Sean Connery auch sind, die beiden Männer faszinieren auch noch in einem Alter, das ich mir als Jugendlicher kaum vorstellen konnte. Beim Beruf und Aussehen von Connery ist es daher umso erstaunlicher, dass dieser Held seit 35 Jahren mit der gleichen Frau verheiratet ist, nachdem das Ende seiner ersten Ehe offenbar ziemlich schmerzlich war. Was die beiden Männer verbindet, ist ihre Gradlinigkeit. Wozu dies in der Klatschpresse und in Hollywood manchmal führte, wird in den informativen Texten ebenfalls erwähnt. Aber nachdem in der Einführung das Leben und Werk Sean Connerys zusammengefasst wird, stehen Bilder im Vordergrund. Die sind zwar nicht alle von herausragender Qualität, was sich allerdings kaum verhindern lässt, wenn man den Betrachtern eine möglichst umfassende Gesamtschau bieten will. Zudem haben Standbilder alter Filme eben oft etwas ungewohnte Farbtöne. Wichtiger ist mir bei einer solchen Hommage, dass die Auswahl geglückt ist. Denn schließlich erwarte ich ja keinen Bildband im üblichen Sinn. Schon gar nicht für diesen Preis.
Mein Fazit: Filmliebhaber und Fans von Sean Connery werden diese Hommage lieben. Denn sie zeigt auch viele Facetten des berühmtesten Bond-Darstellers, die der Öffentlichkeit bisher verborgen blieben. Und natürlich kommen auch andere Stars der Filmbranche zu Auftritten. Kurze und prägnante Kommentare zu den Abbildungen und Zitate von Connery tragen mit dazu bei, die Person Sean Connery besser kennenzulernen. Wer noch mehr wissen möchte, kann ja die Autobiographie lesen.