An sich bekommt man es kaum mit, das Seal alias Henry Samuel ein neues Album veröffentlicht. Das letzte ist zwar mit „Human Being" schon fünf Jahre her. Umso überraschter und erfreuter war ich, als ich neulich die Promo-CD seines neuen Album in den Händen hielt, und mir zu abendlicher Stimmung den ersten Hörgang genehmigen dürfte.
Das erste was auffällt ist, dass Erfolgsproduzent Trevor Horn (produzierte schon die ersten Alben von Seal, sowie Alben von Frankie Goes To Hollywood, Grace Jones oder die russische Newcomerband t.A.T.u.) wieder mit von der Partie ist. Er war es auch, der schon mit Seal das erste Album 1991 produzierte, auf dem sich Hits wie „Crazy", „Killer" oder „Future Love Paradise" einfanden. Aber auch die nachkommenden zwei Werke „Seal 2" (1994) und „Human Being" (1998), wo Hits wie „Prayer For The Dying" oder die Megaballade „Kiss From A Rose" (hierfür gab es sogar 2 Grammys!) mitunter finden. Insgesamt verkaufte das Erfolgsgespann um Seal/Horn schon mehr als ein Dutzend Alben, und unterzog sich dabei eigentlich nie dem aktuellen Mainstream. Gut ist dem auch.
Zusammen schufen sie einen einmaligen Sound, der beim näheren Hinhören echtes Glücksgefühl erzeugen kann. Und passend dazu bietet sich „Get It Togehter" an. Ungewohnt schwungvoll untermalt wird Seals einzigartige Stimme in diesem Song von dein Choreinlagen und den Streichern, die das Tempo des Songs vorgeben. Herrliche Harmonie baut sich so auf. Aber auch bei „Waiting For You", einem Song der bedingt durch die Instrumentalisierung und seinen ganzen Charme an ein typisches Bluesstück erinnert - gehört zu den absoluten Highlights des Albums. Darüber hinaus finden sich auch na andere potentielle Hitsingles mit ein, wie „Love's Divine", ein Song der die ganze Melancholie in Seals Stimme wunderbar transparent transportieren kann, man fühlt den Schmerz und die Trauer, die er besingt. Ein anderes aber ebenso besonderes Highlight ist „Heavenly".
Alles in allem ein sehr emotional bewegendes Album, dass besonders in den Abendstunden zu entführen weiß. Stimmliche Ausdruckskraft, unterschiedliche Stil-Einflüsse und sorgen für ein interessantes Flair, aber auch für uneingeschränkten Hörgenuss. Meine klare Empfehlung daher.