Seals neue Single "Secret" ließ wirklich nichts gutes für sein neues Album "Commitment" erahnen, zu schwülstig das Arrangement, zu einfach und belanglos der Text und die Melodie. ("I belong to you and you belong to me" als Auszug sollte reichen)
Nach den Alben "System" (purer Dance auf der Welle von Madonnas "Confessions"), "Soul" (Cover von Soulklassikern) und der x-ten "Best of" kommt nun das Album insgesamt gesehen auch viel zu mainstreamlastig daher, zu einfach die Kompositionen, zu "amerikanisch" die Produktion. Klar, hat ja auch David Foster produziert, der sich nach "System" um die sehr altbackenen Produktionen von Seal kümmerte.
Songs wie "Best of me", "All for love" oder die schon angesprochene Single "Secret" sind zu belanglos, um so wirklich im Kopf zu bleiben, Balladen und Midtemposongs wie schon hundertfach gehört.
Die poppig funkigen, etwas schnelleren Songs "Weight of my mistakes" oder "Big time" können da schon eher überzeugen und reißen einen mit vielen Bläsern und Orchestereinsatz etwas mehr mit, genau wie das für Seal typische "If I'm any closer" oder "The way that I lie", die echt an den "alten Seal" erinnern und einen voll überzeugen.
Die von akustischen Gitarren dominierte Ballade "Letting go" ist am gelungensten in meinen Ohren und schmeichelt sich so richtig in die Gehörgänge ein, hat wirklich das Potential für einen Seal-Song. Hier könnte man als Produzenten auch Trevor Horn vermuten, der einfach fehlt. Songs wie "Future love paradise", "Crazy", "Love's divine" oder "Tinsel town" sind hier einfach nicht mehr drin, davon ist Seal mit seinem neuen Album meilenweit entfernt.
Insgesamt also sehr "Medium", bis auf drei bis fünf Songs keine super Highlights und nur amerikanisch angehauchter Mainstream Soulpop mit der zwar typischen Stimme Seals, die aber hier auch nicht wirklich auftrumpfen kann.
Sicherlich kein kommerzieller Erfolg und auch nur wirklich was, um seine Sammlung zu vervollständigen.