Ich habe das NAS BlackAmor NAS220 6TB nicht bei Amazon gekauft.
Dieses soll auch nicht Bestandteil der Bewertung sein, da ich für den Service von Amazon ohne Probleme jederzeit 5 Sterne vergeben könnte.
Ich unterteile die Bewertung in mehrer Teile, wobei ich auf weitere Geräte im Geschwindigkeitsvergleich eingehe, die ich benutze.
Folgende Geräte möchte ich zu dem hier beschriebenen Gerät nennen:
- Qnap TS639 mit 6 x 1,5TB bestückt, 7,5 TB Raid 5
- Raid Sonic IcyBox 500GB HD
- unbekannter Hersteller und Billigware 1TB HD
Zunächst aber mal das BlackAmor.
- Einrichtung:
Als erstes habe ich die nicht mehr aktuelle Firmware aktualisiert, bevor ich mit der eigentlichen Einrichtung begann.
Im Laufe der Zeit wurden so einige Fehler behoben und bei solchen Geräten ist dieser aus meiner Sicht der erste Schritt für die Inbetriebnahme.
Bitte aber vorher in Foren genau nachlesen, ob es da Probleme gibt und bitte genau die Anweisungen lesen. Ich übernehme hiermit keine Garantie für ein erfolgreiches Gelingen des Updates.
Die Einrichtung verlief für mich ohne größere Probleme, da ich Netzwerkadministrator bin und mich mit den fachlichen Gepflogenheiten auskenne.
Das Einrichtungsmenue, bzw. die Weboberfläche fand ich nicht so gut strukturiert, wie ich es von anderen NAS-Servern kenne.
Der Einrichtungsassistent führte hierbei nur befriedigend durch die Einstellungen.
Vieles mußte ich später durch Anwahl der entsprechenden Punkte nachbessern.
Für den Heimanwender oder auch für kleinere Firmen fehlte mir beispielsweise der Punkt zum zwangsweisen ändern des Admin-Passworts.
Dieses ist bei den meisten professionellen Geräten Pflicht.
Es empfiehlt sich zunächst alle Benutzer und Gruppen anzulegen, die man benötigt.
Dieses erspart einem einige Sprünge durch das Webinterface.
Man kann das zwar später erledigen, aber erspart sich beim Einrichtungsassistenten einige Nachbesserungen, wenn man das vorher schon gemacht hat.
- Erster Praxistest
Nachdem ich alle Freigaben, User und Zugriffsrechte eingerichtet hatte war ich gespannt auf einen Praxistest.
Ich nahm mir ein größeres File ( über 1TB) und kopierte es auf das Gerät.
Die Übertragungsrate betrug hier knapp 11 MB/s.
Kein gutes Ergebnis, aber für ein Gerät das nur als großer Speicher dienen soll - ok.
Dennoch ein wenig langsam gegenüber anderen Geräten.
Bei kleineren Dateien sinkt die Datenrate nochmals.
Das NAS soll mir als Zuspieler für einen Multimediaplayer (WD-Live) dienen.
Diesen Job erledigt es auch ohne Probleme.
Nun ging ich daran meine Filmsammlung auf das NAS zu kopieren.
Da diese recht umfangreich ist, konnte ich erst am kommenden Tag erkennen, dass einige Dateien nicht vollständig kopiert wurden.
(Den Vorgang hatte ich über Nacht angestartet).
Meistens waren es größere Dateien über 1TB.
Was war passiert ?
Wie ich später nach einigen Versuchen und Tests festellte, war der Mediaserver das Problem.
Diesen kann man im Webinterface aktivieren, so dass er neue Dateinen scannt und per DNLA für geeignete Abspielgeräte zur Verfügung stellt.
Dieses war der Knackpunkt. Vermutlich hat der Zugriff des Medienservers die Datei gesperrt und der Kopiervorgang konnte nicht vollendet werden.
Nach Abschalten des Medienserver liefen alle Kopiervorgänge ohne Probleme durch.
Die Geschwindigkeit beim Lesen ist um einiges höher als beim Schreiben auf ein RAID0. Hierbei ist der NAS-Prozessor anscheinend weniger gefordert.
Ein Lesegeschwindigkeit beträgt in meinem Fall ca. 30 MB/s.
Die eingesetzte Hardware war in diesem Fall ein Gbit-Netzwerk an dem alle genannten Geräte angeschlossen waren.
Es wurde von einem Raid0-Laufwerk im Win7-Rechner kopiert, welches im Sandra-Benschmark wenigstens 140 MB/s lesend erreicht.
Schreibend erreichte das Laufwerk 110 MB/s.
Bei einem Kopiertest vom Raid0 (PC) auf eine SSD wurden 135 MB/s schreibend (ohne Cache) ermittelt.
- Stabilität
Zur Stabilität des NAS kann ich nichts sagen, da das Gerät erst seit 2 Wochen bei mir im Einsatz ist.
Geschwindigkeit:
- Kopieren auf das NAS mittels CIFS/SMB ca. 11MB/s
- Kopieren auf das NAS mittels FTP ca. 13-14 MB/s
Zum Vergleich:
- Qnap 639 Schreiben ca. 40-50 MB/s, Lesen 60-70 MB/s
- IcyBox Schreiben ca. 5 MB/s, Lesen ca. 7 MB/s
- unbekanntes NAS Schreiben ca. 3,5 MB/s, Lesen ca. 5 MB/s
- Allgemeiner Eindruck:
Das Gerät würde sich von der Optik gut im Wohnzimmer machen. Leider ist es auch je nach Anwendung hörbar.
Direkt an einem ruhigen Arbeitsplatz würde ich es nicht plazieren. Hörbar wäre es auch im Wohnzimmer, wenn es leise Musik- oder Filmpassagen gibt.
Der Gehäuselüfter stört dabei eher weniger als die Lesezugriffe auf den zwie Festplatten.
Hier hätte man über Gummis oder bessere Gehäusedämmung besser Werte erreichen können.
In dieser Hinsicht empfindet es aber jeder für sichrecht subjektiv.
Den einen stört ein surrender Kühlschrank, den anderen eben nicht.
Mir persönlich mit einem Tinitus im Ohr fällt das Geräusch aus 2-3 Metern kaum auf.
- Support und Service
Das Gerät würde seit Feb. 2011 nicht mehr mit neuer Firmware versorgt. Dieses ist aus der Sicht 03/2012 ein langer Zeitraum. Zumal da es nocht behebware Fehler gibt.
Der Support wurde von mir noch nicht direkt kontaktiert, da ich mit den Einschränkungen bezgl. Geschwindigkeit leben kann.
Das Gerät hat vom Hersteller 3 Jahre Garantie.
Vermutlich werden eher die Festplatten versagen, als dass die Elektronik defekt ist.
- Fazit:
Für mich ist dieses Gerät ein Massenspeicher auf dem ich viele Daten ablegen will und bei Bedarf darauf zugreife.
Die Lesegeschwindigkeit ist ausreichen. Hat man erstmal alle Daten drauf , reicht es locker um Filme oder MP3 von diesem NAS zu "Streamen".
Ein großes Manko sind die Kopierabrüche, wenn man den Medienserver über DNLA eingeschaltet hat.
Dieses könnte Benutzer mit weniger Experimentierfreude schnell verägern.
Der aktuelle Preis für das Gerät ist mehr als angemessen. Betrachtet man die Festplattenpreise für 3TB-Platten und den Preis für das Gesamtgerät inkl. Platten, könnte man die Platten ausbauen und als unbenutzt verkaufen.
Dementsprechend ist das Preis-Leistungs-Verhältnis sehr gut.
Die Weboberfläche könnte besser und zielführender gestaltet sein. Vielfach muss man nach den ersten Schritten, wieder zu den einzelnen Menuepunkten zurück, um die Konfiguration zu vervollständigen.
- Tipps:
Da der Prozessor und Arbeitsspeicher des NAS relativ begrenzt sind gebe ich folgende Empfehlung:
- Zum kopieren, gerade großer Dateien, solltet ihr den Mediaserver abschalten
- Das kopieren über FTP geht wegen des geringeren Protokoll-Overheads ein wenig schneller (Gewinnn 2-3 MB/s)
- Sofern der Mediaserver eingeschaltet werden soll - beim kopieren abschalten und danch wieder einschalten, oder auf einen großen Aktualisierung-Zyklus einstellen.
Weitere Anmerkungen:
- Die Software zum installieren auf meinem Windows-Computer habe ich nicht getestet.
Vielleicht ist diese gut oder auch nicht.
- Die mitgelieferten Lizenzen sollen sich laut Aussage in Foren nicht für Windows-Server Versionen, sondern nur für Windows-Client Versionen eignen.
- Für Apple-User ist diedes Gerät für die Funktion "Timemaschine" anscheinend ungeeignet
- Aktualisierung der Firmware ist seit einem Jahr nicht mehr erfolgt. Anscheinend wird das Betriebssystem des NAS nicht weiter gepflegt
Bewertung aus meiner Sicht Sterne, je nach Verwendungszweck:
- Firmenserver Archivierung mit schnellem Zugriff auf Daten : ** (Raid 1)
- Videozuspieler oder Archiv für Zuhause : **** (Raid 0 oder Raid 1)
- Datenbankserver : * (Raid 1)
- Firmenserver für aktuelle und bewegliche Daten: ** (Raid 1)
- Archiv-Server ohne schnellen Zugriff für Firmen: ** (Raid 1)
- Datenspeicher für Filme, MP3, Fotos schreibend für Zuhause: ***
Gesamtbewertung für Privatpersonen (Amazonbewertung): ***
Gesamtbewertung für Firmen (Amazonbewertung): *