... So wurde es in einem der Kommentare dieser Rezension geschrieben - und ich glaube, schöner kann man es nicht ausdrücken.
Etwas über ein Jahr ist es nun her, dass ich alle Episoden von Scrubs mehrfach gesehen-, und die erste Version dieser Rezension hier veröffentlicht habe. In diesem einen Jahr habe ich die Serie weiterhin ungefähr einmal alle 2 Monate komplett durchgeschaut, und die Faszination ist heute noch gleich groß wie damals.
Nun habe ich diese Rezension nochmal komplett überarbeitet, da ich zum Einen ein paar Fakten aus den Kommentaren übernehmen wollte (also nicht wundern wenn dort teilweise nochmal das gleiche steht), und ich zum Anderen der Überzeugung bin, dass ich mittlerweile besser ausdrücken kann, warum Scrubs für mich - noch immer - die mit Abstand beste TV Show aller Zeiten ist.
ÜBER MICH
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Eins vorweg: Ich bin eigentlich kein Mann der großen Worte, noch würde ich mich selbst als übermäßig sentimental bezeichnen (was diesen langen Text hier erklären würde). Eigentlich bin das überhaupt nicht ich. Es war vorher noch nie, noch NIE auch nur annähernd der Fall, dass mich irgendwas - egal was - so fesseln konnte wie diese Serie.
Ich möchte mit dieser Rezension versuchen, bestmöglich darauf einzugehen, wie Scrubs dies bewerkstelligt, und warum es für mich so einzigartig ist. Warum ich es mir immer und immer wieder ansehen will, und was genau diese Faszination ist, von der ich rede. Nach dieser langen, unterhaltsamen Zeit, die ich mit Scrubs verbracht habe, werde ich tatsächlich das Gefühl nicht mehr los, es der Serie irgendwie schuldig zu sein.
Was nun folgt ist natürlich nur meine persönliche Meinung, und Meinungen gehen bekanntlich auseinander. Und auch wenn die meisten, die das hier lesen werden, Scrubs bereits mehr oder weniger gut kennen ... vielleicht kann ich doch dem Einen oder Anderen etwas Neues erzählen, und ihn/sie zum Kauf dieser grandiosen Serie bewegen (nicht dass es mir etwas bringen würde, aber vielleicht hat diese Person dann genauso viel Spaß daran wie ich, und dann hat sich dieser Text ja schon gelohnt).
Warum ist nun Scrubs für mich so besonders?
Diese Frage kann ich am besten beantworten, indem ich kurz beschreibe, wie ich meine allererste Runde durch die Scrubs Episoden empfand.
Wie ich damals, in jener heißen Sommernacht, im Bett vor dem Einschlafen noch eine Folge dieser TV Show “Scrubs” anschauen wollte, die ich bei Amazon als Blindkauf bestellt hatte. Ich kannte die Serie damals überhaupt nicht, ich wusste nur dass es in einem Krankenhaus spielt und Zach Braff’s (J.D.) Gesicht hatte ich mal in einer Fernsehzeitung gesehen.
Ich schaue schon seit recht langer Zeit vor dem Einschlafen gerne noch eine Folge einer TV Show. Perfekt zum Abschalten, zum müde werden. Daher kenne ich mittlerweile auch relativ viele Serien.
An diesem Abend sah ich zum ersten Mal Scrubs. Ich habe in dieser Nacht nicht geschlafen.
Es war so anders als alles, was ich bis dahin gesehen hatte. Es fing mich sofort ein. Von Anfang an war da dieses Gefühl der Ungezwungenheit und Einzigartigkeit. Ich konnte regelrecht spüren, wieviel Spaß die ganze Crew bei den Dreharbeiten gehabt haben musste (dies wurde mir beim Ansehen der DVD Extras durch und durch bestätigt - doch dazu später mehr). Die ganze Crew wirkte sofort wie eine Familie, in die man sich selbst als Zuschauer vor dem Fernseher sofort eingeladen und willkommen fühlt.
Es brachte mich dazu, noch eine Episode zu starten, und dann noch eine - ich wollte überhaupt nicht mehr aufhören. Nach ein paar Stunden, also etwa ab der Mitte der 1. Staffel, war ich regelrecht besessen. Ich schaute die ganze Nacht durch, bis irgendwann der Wecker klingelte, und ich aufstehen musste wegen Arbeit.
Selbstverständlich machte ich an diesem Tag früher Schluss ... und kaum war ich zu Hause angekommen, ging’s dann direkt weiter, bis früh in den Morgen hinein, wo ich dann irgendwann bei noch laufendem Fernseher weg döste, und die wohl unruhigsten paar Stunden Schlaf meines Lebens hatte. Bis sich der Wecker wieder meldete ...
Diese Besessenheit (um es jetzt nicht direkt “Sucht” zu nennen), hielt bis zum Ende der 8. Staffel an. Nach dem grandiosen Finale war ich dann so hin und weg, dass ich nichts besseres zu tun wusste, als - nach dem kurzen, enttäuschenden Abstecher zu Season 9 (mehr dazu später) - wieder bei Staffel 1 von vorne zu beginnen.
Aber warum genau Scrubs? Was genau unterscheidet nun Scrubs von anderen Serien?
So einiges. Scrubs macht vieles anders als alle Serien, die ich kenne - und das macht es fantastisch. Ich habe relativ lange gebraucht um herauszufinden, was denn nun genau die Besonderheiten sind - denn nicht alle sind sofort offensichtlich.
In dem nun folgenden Abschnitt versuche ich es so gut es geht zu erklären, auch anhand von Beispielen (was Spoilergefahr bedeutet - aber ich gehe mal davon aus dass jeder, der hier noch nicht aufgehört hat zu lesen, die Serie ohnehin schon mehr oder weniger gut kennt).
1.) DIE DARSTELLER
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In so ziemlich jeder Show (oder auch in jedem Film) gibt es ein- oder zwei Charaktere, die ich gerne als “Showrunner” bezeichne. Für mich bedeutet das, dass der/die Darsteller/in wirklich perfekt in die Rolle passt und diese so gut darstellt, wie es sonst niemand könnte - und die Serie somit nicht das selbe wäre.
Ich gebe ein paar Beispiele aus ein paar bekannten Serien: Jon Cryer als “Alan” in Two and a half Men - es ist unglaublich, wie er sich diese Rolle zu Eigen macht. Ed O’Neill als “Al Bundy” in Married... with children. Bryan Cranston als “Hal” in Malcolm in the middle, sowie als “Walter White” in Breaking Bad. Jim Parsons als “Sheldon” in The Big Bang Theory, Michael Richards als “Kramer” in Seinfeld ... bei all diesen genannten Beispielen spielt ab einem gewissen Punkt nicht mehr primär der Schauspieler den Charakter, sondern die Figur verwandelt sich mehr und mehr in den Schauspieler, der die Rolle dann so richtig ausleben kann. Die ganze Serie profitiert dann davon.
Bei Scrubs trifft diese wunderbare Chemie zwischen der Figur und dem/der Darsteller/in auf JEDEN zu, selbst auf die Nebencharaktere. Es gibt z.B. meiner Meinung nach einfach keinen besseren Darsteller als Sam Lloyd für Ted. Robert Maschio als "Todd" - perfekt. Der ganze Cast macht sich den jeweiligen Charakter zu Eigen und nimmt somit Einfluss auf die Entwicklung der Show.
Kurzum: Jeder hat durch seine eigenen Stärken/Schwächen, Vorlieben und Ideen dazu beigetragen, dass Scrubs so ist wie es ist. Wären einige Charaktere mit anderen Darstellern besetzt worden, wäre Scrubs eventuell eine ganz andere Show geworden.
2 Beispiele dafür:
J.D. war ursprünglich als relativ cooler junger Kerl geplant (meiner Einschätzung nach wie "Ted" aus How I met your mother). Zach Braff war es, der dieser Figur diesen liebenswürdigen femininen, fast hilflosen Touch einhauchte (und mal ehrlich: was wäre wohl ein J.D., der Bier statt Appletini’s trinkt?)
Auch verschiedene Eigenschaften und Verhaltensmuster von Dr. Cox kamen nicht von den Autoren, sondern von John McGinley. Etwa die Tatsache, dass er ein “Heart of Gold” hat, also einen weichen Kern (laut ihm wäre Cox sonst einfach nur ein A****loch gewesen, das einfach nur uninteressant gewesen wäre, womit er meiner Meinung nach absolut recht hat). Auch dass er J.D. ständig Mädchennamen gibt kam von ihm. Er hat es in der Pilotfolge ausprobiert weil er dachte das passt, was den Autoren gut gefiel, also wurde es beibehalten.
Ich erlaube mir aber dennoch, zwei Charaktere ganz besonders hervorheben, und da ja ohnehin gerade von ihm die Rede war, setze ich hier gleich mit ihm fort: John C. McGinley als Dr. Cox.
Die Person Perry Cox ist wohl eine der faszinierendsten und interessantesten TV-Charaktere des letzten Jahrhunderts. Einfach alles an ihm ist unglaublich spannend, die ganze Serie lebt von dieser hoch interessanten Beziehung zwischen ihm und J.D.. Schon zu Beginn der 1. Staffel wird er (unfreiwillig) eine Art Vaterfigur für J.D., der sich nichts sehnlicher wünscht, als eine Umarmung, eine Berührung, wenigstens ein Lob oder sonst irgendeine Art von Zuneigung von seinem großen Vorbild - bekommt sie jedoch nicht.
Und doch kommt ein- bis zweimal pro Staffel zwischen all den Gemeinheiten der weiche Kern von Dr. Cox zum Vorschein, wodurch er eine unglaublich tiefe Persönlichkeit bekommt.
Man wünscht sich ständig, er würde J.D. doch einfach mal zeigen, wie er in Wahrheit über ihn denkt. Ihm einfach mal auf die Schulter klopfen oder ihm nach dem Tod eines Patienten Mut zusprechen. Selten aber doch passiert das dann tatsächlich (in der Regel dann wenn er erkennt, dass J.D. WIRKLICH Hilfe braucht, beispielsweise ist er nach dem Tod von JDs Vater für ihn da), und diese Momente sind dann einfach nur großartig.
Dass diese Figur so toll funktioniert ist, wie ich finde, zu einem großen Teil auf die (gerade in dieser Rolle) UNFASSBAREN schauspielerischen Leistungen von McGinley zurückzuführen. Dr. Cox ist zweifellos die Rolle seines Lebens. Ohne einen Darsteller wie ihn würde diese Figur (glaube ich zumindest) nicht funktionieren. Egal wo, wie und wann Dr.
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