Auf "Scream", seinem zweiten Soloalbum, zeigt Tony Martin, der lange in den Diensten von Tony Iommi stand und auch an diversen anderen Projekten, wie z.B. Cozy Powell's Hammer, Rondinelli oder The Cage, beteiligt war, dass er auch solo zu ueberzeugen weiss.
Auf diesem Album finden sich neun erstklassige Songs, die ganz nach traditionellem Rock bzw. Metal klingen, also durch und durch unmodern sind. Bei genauerem Hinhoeren lassen sich sogar Einfluesse von Rainbow "Raising Hell", Led Zeppelin "Wherever You Go" und natuerlich Black Sabbath "Bitter Sweet" ausmachen. Allerdings hat Tony Martin zu keiner Zeit versucht, die genannten Bands zu kopieren, sondern diese Einfluesse eher dezent verarbeitet.
Interessant ist auch, dass Tonys Sohn, Joe Harford, auf diesem Album fuer den Grossteil der Gitarrenarbeit verantwortlich ist und seine Sache wirklich sehr gut gemacht hat.
Ach ja...und auch Cozy Powell ist auf dem Album nochmal kurz zu hoeren, denn Tony Martin hatte noch alte Aufnahmen von ihm, die er ebenfalls auf diesem Album auch untergebracht hat.
Dieses Album ist all den Leuten zu empfehlen, die traditionellen Rock und Metal mit erkennbaren Melodien und faehigen Saengern moegen und nicht viel von modernen Nu Metal oder Industrial Experimenten halten, und die fuer die Musik von Mr. Martin schon immer ein offenes Ohr hatten.
Tony Martin hat auf Scream das Rad nicht neu erfunden, sondern ein Album eingespielt, das wohl am ehesten mit dem Begriff zeitlos zu umschreiben ist und sich keinerlei Trends anzubiedern versucht. Weil es an "Scream" absolut nichts auszusetzen gibt, verdient Tony Martin fuer dieses Album ganz klar fuenf Sterne.