Naja, nach deutlich über einem Jahr will ich mal meinen Eindruck zu dem Teil schildern: Im Grunde ist "Scream, Aim, Fire" von Beginn an ein Album gewesen, das in seiner vollen Breite bei mir nie wirklich gezündet hat.
Das Ganze fängt zwar äußerst fett an mit den Metallica-esquen "Scream,Aim,Fire" und dem absoluten Highlight "Eye of the Storm": saubere Gitarrenarbeit, ein weniger infantiler Vocalstyle, einfache Hau-drauf-Hymnen ohne altbekanntem Emo-Firlefanz. So weit, so gut.
Den meisten der folgenden Songs (die potentielle Single "Hearts Burst into Fire", die gar nicht so schlecht ist, einmal ausgenommen) aber fehlt einfach die gewisse Energie- streckenweise klingt alles einfach zu gewollt und irgendwie langweilig ("Take it out on Me" und vor Allem "Forever and Always")
Was im Vorfeld der Albenveröffentlichung aber vor allem versprochen wurde war "ein härteres Album"; man wolle nicht den Fehler machen das 2.Album poppiger zu machen als das Erste...
Naja, "The Poison" hatte im Gegensatz zum vorliegenden "Scream,Aim,Fire" zwar deutlich mehr cleanen Gesang, heftigere Breakdowns, weniger perversen Einsatz der Bassdrum und generell filigranere- weniger deftige- Gitarrenarbeit, dennoch halte ich es für das härtere Album: Das Thrash-Riffing auf Scream,Aim,Fire geht definitiv auf Kosten der Agilität der Songs und die Ersetzung der meisten Screaming-Parts durch cleanen Gesang (nicht, dass ich das etwas schwachbrüstige Screaming nach Atreyu-Art auf dem ersten Album besonders toll gefunden hätte) nimmt den Songs im Wesentlichen die Abwechslung. Vor allem fehlt jetzt die gewisse Hymnenhaftigkeit der Refrains, die das erste Album noch ausgezeichnet hatte.
Zusammengefasst ausgedrückt kann man sagen: Das Ganze hat mächtig an Schwung verloren, ist aber noch lange nicht fett genug um in der 1.Liga des Midtempobereichs mitspielen zu können. Wirklich schlecht ist es aber trotzdem nicht und es handelt sich hier schließlich immer noch um einen technisch sehr gut gemachten Metalcore/Thrash-Verschnitt.
Darum gibt's immernoch 4 Sterne.