Über 15 Jahre hat Jim Avignon mit seinen comicartigen Pop-Art-Bildern das Berliner Stadtbild, die Kunst- wie Clubszene geprägt. Nun bricht er auf in Richtung New York und hinterlässt seinen Fans noch schnell ein Album seines musikalischen Alter Egos Neoangin. So knallig bunt wie seine Bilder sind auch seine Kurzsongs: In kaum zwei Minuten kommen sie zur Sache und gehen doch ins Ohr. Wie seine Pop-Art-Bilder sind seine 26 englischen Großstadtskizzen lässig hingekritzelt und zugleich erstaunlich komplex, abwechslungsreich und verspielt. Avignon als elektronisches Ein-Mann-Orchester. Sein Eletropop verzichtet auf szenetypische Ironie; er versteht unter Verkürzung nicht Simplifizierung, sondern Verdichtung. Und weil Neoangin eben auch Jim Avignon ist, stecken diese melancholischen Miniaturen in einem 100-seitigen, mit Avignon-Kunst gefüllten Hardcover-Booklet. (ascho)