Mit diesem Werk legt uns Rosalind Mowe nicht einfach ein Kochbuch vor, sondern ein illustriertes Nachschlagewerk für die Küche Singapurs, Malaysias und Indonesiens. Dabei verfallen Berichte über die Länder nicht zu Hintergrundinformationen, sondern die kulturelle Information ergänzt sich mit einer Lebensmittelkunde und den jeweiligen Rezepten. Dabei bestechen die Berichte über Feste, Tradition, Geschichte und Gesellschaft (immer in Hinblick auf die Küche) durch gute Recherche, verständliche Darstellung der Zusammenhänge und ein Gespür für die Vermittlung auch des Fremden, auf dessen Suche sich der Leser kulinarisch begeben will. Die Lebensmittelkunde ist förmlich pädagogisch wertvoll aufgebaut; ob Herkunft, Anbau, Ernte, Aussehen oder Geschmack, über all dies wird man aufgeklärt. In ansprechend illustrierten Tafeln erhält man einen Überblick über die Fischarten, die Wurzelgemüse, Teesorten, etc., und endlich werden elementare Grundschritte der asiatischen Küche und der Verarbeitung der Lebensmittel nachvollziehbar geschildert, teilweise sogar bebildert. Die Rezepte kommen nicht zu kurz (das könnte beim berühmten ersten Blick ins Buch die Befürchtung des Kochbuch Suchenden sein, weil er Seiten ganz ohne Rezept aufschlagen kann). Aber im Gegenteil, man wird in - nach meiner bisherigen Erfahrung - korrekter und lückenlos begleitender Kochbeschreibung vereint finden, was ach so typisch ist für diese Küche, aber noch mit vielen Besonderheiten überrascht werden, die auch Kennern das kulinarische Bewusstsein für diese Region weiten können. In einem Vergleich mit der mathematischen Mengenlehre könnte man sagen, die meisten Kochbücher dieser Länder sind nur eine Teilmenge des Buches von Frau Mowe, deshalb ist es gerechtfertigt, es auch angesichts seiner Qualität als Grundlagenwerk zu bezeichnen. Nicht zuletzt, weil es keinen Koch- und Essbegeisterten ausschließt, lernt doch der Anfänger, woraus selbst der Kenner noch Neues findet.