Die hilfreichsten Kundenrezensionen
80 von 89 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ich will noch mal 18 sein, 6. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt (Limited Edition) [Blu-ray] (Blu-ray)
Es erscheint mir im Moment unmöglich, bei "Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt" in sachlichem Ton zu verbleiben. Daher versuch ich es gar nicht erst und gestehe einfach offen und ehrlich ein: Ich bin verliebt in diesen Film. Der Film bringt etwas in mir auf eine nur als irrational zu bezeichnende Weise zum klingen. Ich mag seine Darsteller. Bis in kleinste Nebenrollen hinein ist hier alles stimmig. Michael Cera's Scott ist mir sympathisch, Kieran Culkin als Wallace ist urkomisch, Ellen Wong als Knives geht einem zu Herzen, Alison Pill als Drummerin Kim ist einfach nur cool ohne Ende, Jason Schwartzman als Gideon ist ein mieser Schleimling. Und Mary Elizabeth Winstead als Ramona - nun ja, ich liege ihr zu Füßen. Okay, ich habe spätestens seit Kate Winslets Clementine in " Eternal Sunshine Of The Spotless Mind [UK Import]" eine Schwäche für blauhaarige, zurückhaltend-mysteriöse Frauen mit einem Stich ins Tragisch-Verletzliche. Ja, gebe ich zu. Egal. Ich kann Scott komplett verstehen. Für diese Frau würde ich mich auch mit Super-Veganern, Power-Lesben, Bollywood-Freaks, japanischen Synthie-Zwillingen, Skatebord-Dudes und Berlin-Mitte-Hornbrillen-Schnöseln auf Leben und Tod duellieren. Sofort und auf der Stelle! Bring em on! Ich mag den Humor der Dialoge. Der Film liegt für mein Gefühl da näher bei " Juno", das ich sehr mochte, als bei " Kick-Ass", das mir auch gefiehl. Die Einbettung der Comic- und Videospielästhetik incl. all der netten Gimmiks für meine nerdige Seite fand ich sehr gelungen. Die inszenatorische Phantasie mit ihrem Sinn für absurden Humor die hierbei an den Tag gelegt wurde, ist absolut bemerkenswert und garantiert auch nach mehrfachem Anschauen immer wieder neue Entdeckungen. "Scott Pilgrim vs. the world" stößt visuell das Tor zu neuen cinematografischen Welten auf. Und das tut er ganz ohne 3D. Ein Rausch für die Sinne. Die Filmmusik ist absolut angemessen und gut auf den Punkt. Ein wirklich feiner, rocklastiger Alternative-Score, der sich auch als gesonderter Kauf absolut lohnt. Die Band-Battles sind hierbei jedesmal ein Fest. Aber da ist noch etwas anderes. "Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt" macht neben all diesen Punkten vor allem eins zu hundert Prozent richtig: Er packt einem am Herz. Er schickt einen auf eine Zeitreise zurück in die Tage der ersten großen, bedingungslosen Liebe. Schmerz und Glück, bodenlose Trauer und absolute Glückseeligkeit liegen hier dicht beieinander. Man fühlt sich zurückversetzt zum ersten richtigen Kuss. Nicht zu den Knutscherein - nein, zum ersten magischen Moment, an dem einfach alles richtig war und man im Anschluss auch hätte tot umfallen können. Diesen Moment tragen die Figuren der Geschichte in sich und bringen ihn im Zuschauer zum klingen. Jedenfalls ging es mir so. Ich habe den Film in den letzten zwei Tagen dreimal gesehen. Seither stehe ich in Gedanken wieder neben M. an einem Februarabend vor fünfzehn Jahren unter einer Straßenlaterne. Gleich verabschieden wir uns. Und dann werden wir uns zum ersten Mal küssen. Der Film lief in den Kinos nicht besonders erfolgreich. Er wird wenn alles gut geht grade mal so mit Hängen und Würgen seine Kosten wieder einspielen. Das passiert leider immer wieder mit Kunstwerken, die neues Gelände betreten und dabei den Mainstream-Geschmack zu sehr überfordern. Ich denke trotzdem, dass dieses mit soviel Herzblut produzierte Porträt einer ganzen Generation ein Kultfilm werden wird. Um beim Sujet zu bleiben: " System Shock 2", " Psychonauts", " Arcanum: Von Dampfmaschinen und Magie [BestSeller Series]" - sind alle zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung beim Publikum durchgefallen. Heute errichtet jeder Spielfreund diesen Titeln Altäre in seiner Sammlung. "Scott Pilgrim vs. the world" ist vielleicht nicht der beste Film der Saison 2010. Für mich ist es aber der schönste. Dieser Film wird bleiben, da bin ich mir sehr sicher. Denn er kann einen auf eine Zeitreise zu den schönsten, magischen, unvergesslichen Momente seiner Jugend schicken. Aber Vorsicht! Wir wissen ja selbst - einer macht irgendwann immer Schluss.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wie ein total verrückter Traum..., 24. Juni 2011
Ich hatte den Film eher zufällig auf meiner Lovefilm-Leihliste und hatte eigentlich keine besonderen Erwartungen. Hätte ich aber gewusst, was mich hier erwartet, hätte ich den Film gleich bestellt! Scott dated ein chinesisches Mädchen von der katholischen Schule, lebt mit seinem schwulen Kumpel zusammen und versucht mit seiner Band einen Plattenvertrag zu bekommen. Dann lernt er Ramona kennen und weiß: sie ist die Eine! Doch nach und nach offenbart sich, dass die süße Ramona mit den wunderschönen Reh-Augen kein unbeschriebenes Blatt ist... denn noch gar nicht richtig mit ihr zusammen, offenbart sich Scott, dass da noch 7 "teuflische" Ex-Lover mit übersinnlichen Fähigkeiten sind, die Scott nun an den Kragen wollen. Und dass, wo seine Band im wichtigsten Battle verstrickt und seine Beziehung zu Ramona und dem Schulmädchen doch noch total ungeklärt ist. Bunt, schrill, kitschig, albern, irgendwo zwischen Teenie-Romanze und alte Computerspiel-Effekte... und das einfach genial gemacht! Jede Nebenfigur hat seinen eigenen Humor und seine typischen Gags. Durch den ganzen Film ziehen sich total schräge Running-Gags. Die Dialoge sind unglaublich witzig, die Geschichte wird total skurril erzählt und trifft genau meinen Humor! Einige Szenen konnte ich mir 20 mal hintereinander reinziehen und immer wieder herzhaft darüber lachen. Und dazu gibt's dann auch noch richtig gute Musik :) Meine Lieblings-Charaktere waren Kim ("Dem Plakat fehlt es eindeutig an Ausrufezeichen!!!") und der schwule Mitbewohner Wallace ("Ich will adoptierte Babys von ihm!"). Fazit: Ich danke den Machern für diesen wundervoll komischen Film, in dem einfach ganz ganz viel Herzblut steckt!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Fun-Movie für die Nintendo-Generation, 28. April 2011
Aktuell liegt bei mir britisches Comedy-Kino ganz hoch im Kurs. Hatte ich in noch recht jungen Jahren (mit Ausnahmen wie "Monty Python" und "Mr. Bean") nichts am Hut damit, so hat sich mein Interesse dafür in den vergangenen zehn Jahren doch stark geweitet. Insbesondere die derzeitige Generation von Komikern und Komödien-Regisseuren aus UK kann mit skurillsten, derbsten und schwärzesten Einfällen mehr Lacher produzieren als die Meisten vom Fließband heruntergekurbelten Klamotten made in USA. Und selbst wenn die britischen Gentlemen zur großen Traumfabrik Hollywood überwechseln, bleiben diese ihrer Humorlinie stets treu. So auch Edgar Wright, der Regie-Genius, der mit seinen Landsleuten Simon Pegg und Nick Frost Comedy-Leckerbissen wie "Spaced", "Shaun of the Dead" oder "Hot Fuzz" geschaffen hat - kultigster Brit-Humor überhaupt. Er beweist mit seinem ersten US-Film, dass er auch ohne seine alten Freunde und Kollegen eine traumhafte Spaßgranate aus dem Ärmel zaubern kann. "Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt" ist ein Coming-of-Age-Film der exzentrischsten Art - knallbunt, rasend schnell, krachend lautstark, brüllend komisch. Und doch sehr herzlich und "very british". Scott Pilgrim ist 23 Jahre jung und ein Träumer, wie er im Buche steht. Er hat keinen Job und zeigt keinerlei Tatendrang, ist dafür Band-Mitglied von "Sex-Bob-omb" und pflegt eine Beziehung mit der asiatischen Schülerin Knives Chau. Nüchtern betrachtet ist die Band, in der er spielt, nicht mehr als ein Hobby-Projekt, und sein Verhältnis zur minderjährigen Knives wird von seinen Band-Kollegen und sogar von ihm selbst als wenig erbaulich gesehen. Doch eines Tages soll sich alles ändern: Die Band nimmt an Konzert-Battles teil, mit Aussicht auf einen großen Plattenvertrag, wenn diese es bis zum Finale schaffen sollte. Parallel dazu begegnet er dem Kurier-Mädchen Ramona Flowers und verliebt sich schlagartig in sie. Damit kommt aber auch eine Lawine an Problemen ins Rollen: Da er offiziell noch mit Knives zusammen ist, muss er mit ihr erst mal Schluss machen. Und Ramonas Liebe gibt es auch nicht für umsonst; zuvor muss er noch gegen ihre sieben teuflischen Ex-Lover antreten - immer schön der Reihe nach, in einem Kampf auf Leben und Tod... Der Film basiert auf der gleichnamigen Comic-Reihe von Bryan Lee O'Malley. Nach einem groben Blick in die Vorlage (habe nachträglich zwei von bisher 6 Bänden gelesen) behaupte ich mal ganz frei, dass die Verfilmung Kenner UND Nichtkenner des Comics gleichermaßen ansprechen wird. Möglich ist das durch zahlreiche Effekt-Spielereien und Anspielungen auf die Comic-, Videospiel- und Musikkunst, die sich von Anfang bis Ende durch den gesamten Film ziehen. Schon mit der ersten Sekunde ziert das Universal-Logo in 8Bit-Grafik die Leinwand / den Bildschirm, während die bekannte Studio-Jingle im Synthesizer-Klang ertönt, den man vielleicht aus dem alten C64-Brotkasten vermuten würde. Schon da muss der Videospiel-Begeisterte unter den möglichen Sehern einfach schmunzeln. Und das ist erst der Anfang. Hier eine unter Gamern bekannte Melodie aus "The Legend of Zelda"; dort eine Attribut-Werteanzeige, die man sonst nur in Rollenspielen zu sehen bekommt; daneben animierte Lautwörter, die laute und harte Sounds "verstärken", oder eine pixelige Statusleiste mitsamt Punktezähler. Die Kämpfe zwischen Pilgrim und den Ex-Lovern bilden da - wie könnte es auch anders sein - die größten visuellen Highlights, die im typischen "Street Fighter"- / "Guitar Hero"-Stil zelebriert werden und einfach nur herrlich übertrieben aussehen bzw. sich ebenso anhören - Schwerkraft und physikalische Gesetze haben spätestens hier Sendepause. Hat Pilgrim seinen Gegner dann noch endgültig k.o. geklopft, bleibt von Diesem nur noch ein Münzhaufen übrig, den ein Jump'n Run-Klempner wie "Super Mario" mal eben eingesackt hätte *g*. Jeder, der in die entsprechende Altersklasse hineinpasst und in seinen Jugendjahren mal einen Gameboy oder eine alte Spielekonsole jener Zeit angefasst hat, kann oder wird seine helle Freude beim Wiedererkennen diverser Spielereferenzen haben. Garantiert !!! Trotz dieser bunten Bilder-Explosionen sollte man dennoch ein Auge auf den Story-Kern des Films behalten, denn "Scott Pilgrim..." erzählt in seinem ruhigeren Momenten auf sehr witzige und charmante Weise die Geschichte vom Erwachsen-Werden und wahrer Liebe. Klingt unglaublich, es ist aber so. Er thematisiert sehr überspitzt die Ängste junger Erwachsener, den Sprung in den Ernst des Lebens zu wagen. Mit einem leichten Hauch von Romantik und einer Doppelladung an urkomischen Gags und Sprüchen verhindert Regisseur Wright, dass der Titelheld zum ausschließlichen Sonderling mit Fighter-Fähigkeiten reduziert wird, was dem Film sonst seine halbe Extra-Klasse gekostet hätte. Dass der Film nicht nur sehr viel Spaß macht, sondern auch etwas fürs Herz bietet, ist nicht allein dem Humor und der Flut an Spezialeffekten zu verdanken. Der gesamte Cast, mit Michael Cera an der Spitze, passt bis in die letzte Rolle. Cera ist die Rolle des ursympathischen Softie mit ungeahntem Mut eines Löwen (mit gleichzeitiger Neigung zur Unsicherheit) wie auf dem Leib geschrieben. Sein allgemeines Auftreten und seine reingeworfenen Weisheiten (u.a. die Entstehungsgeschichte von "Pac-Man") sorgen schon für richtige Lachanfälle. Wesentlich kecker, aber nicht minder witzig erscheint Mary Elizabeth Winstead als umworbene Ramona Flowers, die sich herrlich schlagfertig präsentieren darf. Die restlichen Darsteller, ob nun als Band-Mitglieder von "Sex Bob-omb", Ex-Lover oder Figuren aus dem Bekanntenkreis von Pilgrim und Co., machen ihre Sache ebenfalls gut. Ausfälle ? Könnte ich keinen Einzigen nennen. Fazit: Für die Einen mag "Scott Pilgrim" sehr nerdig erscheinen, andere dagegen erheben ihn schon jetzt zu einem neuen Kultfilm. Das hängt stark davon ab, wie vorbelastet (bezogen auf Comics, Videospiele etc.) man auf diesen Film zugeht. Von seinem teils überbordenden Look und gewissen Albernheiten (die ich persönlich genauso köstlich finde wie den restlichen Humor) sollte man sich aber nicht abschrecken lassen, sonst entgeht einem eine absolute Ausnahme-Komödie. "Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt" ist wie ein fleischgewordener Videospiel-Spaß. 8Bit-Musik, Power-Ups, Special Moves und Extra-Leben inklusive ;)
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
|