Kelby stellt fest, dass es nur sieben wirklich wichtige Techniken gibt, wie Profis aus flauen fantastische Bilder machen.
Dann das Wichtigste: Er legte genau fest, in welcher Reihenfolge diese sieben Techniken angewendet werden, um als "die Glorreichen 7" ausgezeichnet zu funktionieren.
Das Tolle sind nicht nur die sieben Techniken, es ist deren Zusammenspiel. Und wie Scott dafür sorgt, dass wir es uns merken. Dabei lernen Sie nicht nur, wie Sie die Tiefen korrigieren oder Farben einstellen. Stattdessen beginnen Sie bei Null, nehmen ein Bild, packen die Glorreichen 7 aus, wenden Sie auf spezielle Art und Weise an - und während Sie das immer wieder tun - mit verschiedenen Fotos in unterschiedlichen Situationen werden die 7 zu Ihrem zweiten Ich.
So funktionieren die Glorreichen 7
Geben Sie mir zwei Minuten Zeit und lassen Sie mich das System erklären, so dass Sie das meiste aus dem Buch herausholen können. Sie werden verstehen, was wir damit bezwecken, dann wird das System für Sie zum Erfolg. Wieder das gewohnte Frage-Antwort-Spiel, das für Leute mit einem Gedächtnis wie ein Hamster bestens geeignet ist (nicht Sie natürlich, ich meine andere Leute). Also los:
F. Also, wie soll mir dieses komische 7-Punkte-System helfen?
A. Können wir bitte erst mal diese negative Einstellung ablegen?
F. Oh - Entschuldigung. Es war ein langer Tag.
A. Schon gut. Also, in diesem Buch geht es um die drei größten Probleme, die die Leute beim Bearbeiten von Fotos in Photoshop haben:
(1) Sie öffnen ein Foto, merken, dass es schlecht aussieht, haben aber keinen Plan, wo sie mit der Reparatur beginnen sollen. Sie wissen nicht, was sie zuerst reparieren sollen, was dann kommt und auch nicht, wie es geht.
(2) Wenn sie bereits ein Buch über Photoshop besitzen (auch eines von meinen) und von Dingen wie Gradationskurven oder Camera Raw lesen, können sie ihre Fotos etwas verbessern, während das Buch aufgeschlagen vor ihnen liegt. Sobald sie aber nach dem nächsten Shooting zu Photoshop zurückkehren (also vielleicht drei Tage oder auch drei Wochen später), haben sie so ziemlich alles vergessen und müssen erneut im Buch nachschlagen. Alles geht also ziemlich langsam und ist recht frustrierend. Das Gelernte bleibt nicht "hängen".
(3) Sie wissen, dass Photoshop ihr Problem lösen kann - Photoshop kann die Fotos nicht nur genauso gut wie das Original aussehen lassen, sondern noch besser - sie wissen nur nicht, mit welchen Buttons und Reglern sie dort hin kommen.
F. Dieses Buch löst also alle drei Probleme auf einmal?
A. Genau. Wir beginnen mit dem ersten Problem (wissen, dass es doof aussieht, aber nicht, wie man das ändert). Sie werden 21 Lektionen absolvieren (die aussehen wie Kapitel, aber keine Kapitelüberschriften haben, weil sie alle vom selben Thema handeln). Jede Lektion beginnt mit dem Originalbild - langweilig, flach, leblos - wie es aus der Kamera kam. Sie laden genau dieselben Fotos herunter, die ich für dieses Buch verwendet habe (sogar die RAW-Dateien), so dass Sie jeden meiner Schritte in diesem Prozess nachverfolgen können und nichts auslassen - innerhalb von Minuten haben Sie ein fantastisches Bild vor sich.
F. Wann kamen nun die Glorreichen 7 ins Spiel?
A. Ungefähr vor einem Jahr begann ich, schlechte Fotos für dieses Buch zu sammeln (meist meine eigenen, nur ein paar von meinen Freunden, die mich baten, ihre Bilder zu korrigieren). Ich erledigte daran alles Nötige in Photoshop, um aus Langweilern Schönheiten zu machen, und zeichnete meine Schritte auf. Es dauerte nicht lange, bis ich feststellte, dass ich immer dieselben Schritte ausführte, dieselben Werkzeuge benutzte und dieselben Techniken einsetzte.
Außerdem fiel mir auf, dass ich nicht das gesamte Photoshop-Arsenal brauchte, ich benutzte immer wieder dieselben sieben Techniken, egal, welches Bild ich reparieren wollte. Nicht 70 - nur sieben Sachen. Und dazu meist noch in einer bestimmten Reihenfolge.Ich stellte zwei Dinge fest: (1) Wenn ich das alles wirklich mit nur sieben Techniken erarbeiten kann, diesen "Glorreichen 7", dann kann das jeder lernen. (Schließlich ist es recht schwer, alles über Photoshop zu lernen. Aber 7 Dinge sind ok.) (2) Wenn es nur sieben Techniken sind, kann man sie immer wiederholen lassen. Bis man sie sich wirklich merkt. Denn die Wiederholung fehlte bisher immer. Deshalb konnten Sie sich auch ein paar Wochen später nicht mehr erinnern, was Sie zuerst tun sollten. ("Wie war das noch mal - Tonwertkorrektur zuerst? Nein, Moment, erst Lab-Farbe, dann scharfzeichnen? Oder musste ich doch erst eine neue Ebene erstellen, bevor ich damit anfange?") Kommt Ihnen das bekannt vor? Falls ja, ist dieses Buch etwas für Sie. (Übrigens, falls Ihnen das nicht bekannt vorkommt, ist das Buch natürlich auch etwas für Sie. Fragen Sie mal meinen Verleger.)
F. Ich mache also immer wieder dasselbe?
A. Hm, na ja - ja. Aber das ist ja gerade das Schöne an diesem Buch, Sie werden richtig, richtig gut, denn Sie wiederholen alles immer und immer wieder. Zum Glück ist jedes Projekt anders - denn jedes Bild ist anders - dennoch benutzen Sie immer dieselben Einstellungen in ähnlicher Art und Weise und ähnlicher Reihenfolge. Irgendwann, weiter hinten im Buch, werden Sie auf einen der sieben Punkte treffen und sagen: "Oh, das schon wieder? Das kenn' ich doch … Das habe ich schon x-mal gemacht." Bingo! Genau so funktioniert das Buch. Nur darum geht es. Die Idee dahinter ist, dass Sie alles wieder und wieder tun, bis Photoshop zu Ihrer zweiten Heimat wird. Sie tun das so lange, bis mein Workflow zu Ihrem wird und die sieben Punkte alle hinreichend bekannt sind, so dass Sie sich immer öfter sagen hören: "Das kenn' ich!" Dazu brauchen Sie dieses wissende Lächeln. Sie verstehen also, was ich mit diesem Buch will. Das Coole daran ist - es funktioniert. Innerhalb kürzester Zeit beherrschen Sie Photoshop wie aus dem Effeff, denn es es gibt kein Bild, das sich nicht mit den Glorreichen 7 reparieren lassen könnte. Okay, theoretisch könnten Sie irgendeinem furchtbaren Bild begegnen, das damit auch nicht zu retten ist, aber normalerweise funktioniert es immer (vor allem bei den Bildern, die Sie selbst aufgenommen haben).
F. Na gut, so langsam verstehe ich. Kann ich vielleicht mal einen Blick auf die Glorreichen 7 werfen, bevor ich vor Neugier platze?
A. Okay, Sie haben lange genug gewartet. Vorher müssen Sie aber noch Folgendes wissen: Sie werden staunen, wenn ich sie hier aufliste. (Schließlich sind es alles Funktionen aus Photoshop, wahrscheinlich haben Sie sie auch schon benutzt. Ich decke hier keine Geheimnisse auf oder enthülle irgendeinen Geheimcode.) Das Geheimnis des Systems ist nicht der Name der Techniken, es ist die Art und Weise, wie Sie sie einsetzen. Das lernen Sie in jeder Lektion - wie es funktioniert, in welcher Reihenfolge und was Sie dazu wissen müssen. Nun also zu den Glorreichen 7 (hier verkürzt wiedergegeben):
- Adobe Camera Raw
- Gradationskurven
- Tiefen/Lichter
- Mit Licht malen
- Kanäle anpassen
- Füllmethoden und Ebenenmasken
- Schwarfzeichnungstechniken
F. Wenden wir also alle sieben Techniken auf jedes Bild an?
A. Nein. Zum Glück sieht nicht jedes Foto so furchtbar aus, dass jedes Mal alle sieben Punkte nötig sind. Die meisten brauchen so um die vier bis fünf, aber keine Sorge - Sie werden das ausreichend üben. Verschiedene Fotos verwenden auch unterschiedliche Punkte - hier werden Sie ebenfalls hinreichend üben, welche Fotos was benötigen. Am Beginn jeder Lektion sehen Sie in der linken oberen Ecke eine Liste, welche der Glorreichen 7 in dieser speziellen Lektion verwendet werden. Aber auch wenn Sie sich bereits mit den sieben Punkten gut zurechtfinden, müssen Sie jede einzelne Lektion absolvieren.
F. Wieso das?
A. Ich habe zwischendurch alle möglichen kleinen Branchentricks eingeflochten, die nicht unbedingt zu den Glorreichen 7 gehören, für das jeweilige Foto aber von Vorteil sind. Wenn Sie also jede Lektion durcharbeiten, nehmen Sie mehr mit als nur die Glorreichen 7 - einige clevere Bonustricks sind auch dabei.
F. Ich mag clevere Bonustricks!
A. Das tun wir alle. Das unterscheidet uns von Tieren. Das und Satellitenradio.
F. Muss ich bei Lektion 1 beginnen?
A. Ich fürchte ja. Am besten beginnen Sie mit Lektion 1, denn hier habe ich einige Scharfzeichnenaktionen erstellt, die Sie in den anderen Lektionen benutzen und außerdem in Ihre Arbeit einbinden können, wenn Sie mit dem Buch fertig sind.
F. Ist das Buch eigentlich von vorn bis hinten gleich?
A. Zum Ende hin verändert es sich, so wie Sie sich auch verändern. Bis Sie zu den letzten vier oder fünf Lektionen kommen, kennen Sie sich ja schon gut aus. Ich werde dann also nicht mehr alles haarklein erklären, wie ich das zu Beginn getan habe. Wenn Sie zum Beispiel in Lektion 6 eine neue Ebene anlegen sollen, könnte da stehen "Erstellen Sie eine neue Ebene, indem Sie auf den Button Neue Ebene erstellen unten in der Ebenen-Palette klicken - das ist der zweite von rechts." Ich denke, dass Sie gegen Ende des Buchs wissen, wie Sie eine neue Ebene anlegen, also spreche ich mit Ihnen eher wie mit einem Kollegen. Dann könnte da also stehen: "Erstellen Sie eine neue Ebene." Mehr nicht. Ich glaube, wenn Sie in Lektion 18 oder 19 noch immer nicht wissen, wie Sie eine neue Ebene erstellen, müssen Sie ohnehin noch mal von vorn anfangen - dann haben Sie einfach nicht zugehört (oder vielleicht zu viel getr...


