Ich sags gleich, die Rezi ist nur für Leute, die Freude an Unsinn haben. Umständlichkeitshalber will ich gern weit ausholen und ergänzend dazu wenige Absätze machen, auch um Platz im Internet zu sparen.
Falls sie sich jemals gefragt haben, ob es Leben auf dem Mars gibt, denke ich, kann ich ein wenig Licht ins Dunkel tragen. Auf dem Mars lebt Scott Walker in einem riesigen Opernhaus und führt dort jeden Abend ein anderes Stück unter Verwendung einer analogen Traumorgel und mit Unterstützung seines kumunkulusartigen Gehilfen namens Igor auf, welcher ihm bei der Bedienung jener unter die Arme greift. Eine Traumorgel ist eine Gerätschaft, welche Träume unter Verwendung eines Extraktorhelmes für den Schlafenden(Scott), eines pedalbetriebenen Triebkrafterzeugers für einen der gern Fahrradfährt(Igor), eines Orgelkorpus mit mannigfaltigen Klang- und Geräuschausgabekomponenten einschließlich vokaler Formtröte für Gesang, sowie optional eines visuellen Projektors (sehr selten, teuer) und natürlich jeder Menge Kabel und Schläuche bestenfalls in Musik verwandelt. Dem Umstand, dass es sich um Träume handelt, sei es geschuldet, dass die Aufführungen textlich wie musikalisch mitunter enigmatische aber nichts desto trotz magisch anziehende Bilder entfalten, welche nur einer solch kunstfertigen Maschine wie dieser, gepaart mit solch kreativem Geist wie dem Scott Walkers und mit Hilfe eines solch bereitwilligen Pedalentreters wie Igor zustande gebracht werden können.
Da es auf dem Mars sonst keine Bewohner gibt und, da Scott Walker schlafen muss um die Traumorgel mit Input zu versorgen, Igor leider der einzige, nimmermüde Zuschauer bei diesen pompösen Darbietungen ist, sowohl was das Trampeln, als auch das Zuschauen angeht, muß man das Opernhaus als durchgehend schlecht besucht und die Vorstellungen, obwohl von der Kritik gelobt, als komerzielle Fehlschläge einstufen. Um den musikalichen Output Scotts einem neuen Publikum zugänglich zu machen und natürlich auch um einen neuen Kunstmarkt zu erschließen, hat das intergalaktische Kulturamt beschlossen, Mitschnitte dieser Marsopernaufführungen als Musik-LP, CD und auch Kassette terrestrisch zu veröffentlichen. Selbstverständlich geben die Live-Auftritte auf unserem Nachbarplaneten wesentlich mehr her und wer ein Raumschiff besitzt, sollte die Gelegenheit nutzen, einem sochen Spektakel beizuwohnen, allein schon der ergänzenden visuellen Projektion wegen, aber wenn man bedenkt wie teuer Raumschiffe sind und wieviel der Sprit zurzeit kostet, ist die CD unschlagbar was das Preis-Leistungsverhältnis angeht.
Ich kann diese überirdisch gute Musik jedenfalls jedem Kultur- und Rock'n'Rollbegeisterten Milchstrassenbewohner wärmstens empfehlen! Oder wie man hier so schön sagt: Absolute Kaufempfehlung! Ich hoffe ich konnte helfen.
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