Als großer Whisky-Fan und geschichtlich interessierter Laie empfand ich es nur als zwangsläufig, etwas über die geschlossenen und verschwundenen Destillerien Schottlands erfahren zu wollen. Hierzu bieten sich nicht allzuviele Gelegenheiten, also griff ich auf das Buch von Brian Townsend zurück. Zunächst seine Nachteile: es ist auf englisch verfasst und nicht ganz aktuell. Das macht aber nicht wirklich etwas aus, zumal es hier um Destillerien geht, die längst Geschichte sind und bei denen Aktualität meistens eh kein Thema mehr ist. Die Vorzüge des Buches: der Autor beschreibt auf eine interessante, sachliche und bisweilen auch nett anekdotenhafte Art diejenigen Brennereien Schottlands, die im Laufe der letzten 100 Jahren von der Bildfläche verschwanden. Dabei treffen wir auf bekannte Namen (Rosebank, Port Ellen, Millburn, Glenury, etc.), aber auch auf mir bis dahin völlig unbekannte Destillerien, die zum Teil recht unterschiedliche Geschichten haben. Eines eint die meisten der kurzen Kapitel: am Ende bleibt das Gefühl eines unwiederbringlichen Verlustes - und neben der Faszination über die unglaubliche Masse an Destillerien, die Schottland einmal besaß, bleibt eine nicht unerhebliche Melancholie über die verlorenen Juwelen der schottischen Whisky-Historie. Ich habe diesen Whisky-geschichtlichen Ausflug sehr genossen.