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Man tastete sich langsam wieder an die Szene heran, die mittlerweile aus unzähligen „angesagten" Nu Metal-Bands bestand. Zuerst erschien ein Live-Album, welches auch einen neuen Track („Initiation") enthielt, danach tourte man als Headliner durch Nordamerika und Europa. Zumindest das Konzert in Bielefeld war doch eher eine mittelschwere Enttäuschung, nicht von der Bandleistung, sondern ausgehend von den Zuschauerzahlen (keine 100 Leute, siehe Konzertbericht). Doch alles Schnee von gestern, mit dem passend betitelten „Scorpio Rising" liegt jetzt die erneute Feuertaufe der Big Apple Ikonen vor, eingespielt in der Besetzung Tommy Victor, Drummer Dan Laudo und Session-Gitarrist Monte Pittman. Letzterer war auch auf der Drowned-World.Tour mit Madonna dabei, ohne dass das in irgendeiner Weise auf den Sound der Amis abfärbte...
14 Tracks befinden sich auf der Scheibe, die nicht alle zur absoluten Oberklasse gehören, aber doch mit einem Haufen Highlights aufwarten kann. Zunächst fällt der erdige, drückend produzierte Sound auf, der im Gegensatz zu den fast aseptischen Klängen auf Scheiben wie „Cleansing" steht. Passend dazu gibt es auch keine elektronischen Einflüsse mehr, hier wird einfach gerockt! Der Opener „Detached" verinnerlicht die PRONG-typischen laut-/leise-Dynamics auf vorzügliche Weise, danach folgt mit „All knowing Force" ein noch besseres Stück. Hier kommen wieder die typischen abgehackten Riffs zum Einsatz, ein Brecher vor dem Herrn. Hatte mich zuerst noch überrascht, dass „Initiation" vom Live-Album gar nicht in der Tracklist zu finden war, entdeckte ich das Stück dann in leicht modifizierter Weise auf Position 3 unter anderem Titel wieder („Embrace the Depth", der zweite Teil des Refrains). In meinen Ohren lautet der Name des besten Songs „Avoid Promises", ein ungewöhnlich melodischer Track mit „sanfter" Stimmauslegung Victors und einem unwiderstehlichen Groove, für mich ein potenzieller Single-Hit! Gegen Ende der Scheibe schleichen sich auch ein paar Längen ein, die das Gesamtbild aber kaum trüben.
Summa Summarum eine Scheibe, die es mit den aktuell angesagten Bands locker aufnehmen kann und eine würdige Wiedergeburt! Bleibt nur offen, ob die Welt auf PRONG gewartet hat, oder ob es heutzutage doch mehr ums Image geht. Aber selbst in dem Fall wird Victor sein nach langen Jahren erworbenes persönliches Gleichgewicht behalten...
TK
Und wenn es mein letztes Taschengeld wäre.......
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