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Nach einem Definitionsversuch "Was ist Science Fiction?" und einem Blick auf "Die Wurzeln der Science Fiction" liefert Feige einen chronologischen und einen thematischen Überblick über sein Thema. Die "Neuere Geschichte der Science Fiction" schlägt den Bogen von Poe und E.R. Burroughs über die US-amerikanischen Weltraumabenteuer zu den Dystopien und Invasionsszenarien der Nachkriegszeit. Der thematische Block, "Utopien" betitelt, wirft Schlaglichter auf die Auseinandersetzung der SF mit Politik und Gesellschaft, Umwelt und Religion, Roboter und Sex. Zum Schluss will der Autor noch einen Ausblick auf "Science Fiction im Neuen Jahrtausend" geben.
Das Buch wird seinem Anspruch leider nicht gerecht. Im chronologischen Teil reduziert der Autor jeden zeitlichen Abschnitt auf ein bestimmtes Thema, im thematischen Teil erweckt er immer wieder die Illusion, die SF würde hübsch ordentlich ein Thema nach dem anderen abarbeiten. "Auf der Erde wird es den Menschen zu eng, Rohstoffe werden knapp, und die Natur kippt um. Was liegt also näher, als nun den Weltraum zu erforschen?" Entsprechend dieser Logik werden Romane der 40er- und 50er-Jahre zu einer Folge der Auseinandersetzung der SF mit gesellschaftlichen Stoffen -- die in den 60er-Jahren stattfand! Passende Beispiele fehlen leider häufig, so muss Theodore Sturgeon bei den Invasionsromanen herhalten, Tolkien bei den "Parallelwelten" und Tad Williams' Otherland darf gar "als bedeutendstes Werk" des Cyberpunk angesehen werden.
Zu einem der stilistisch vielfältigsten Werke der SF findet sich nur: "in Schafe blicken auf fährt Brunner das ganze Geschütz böser Katastrophen auf". Unter "Genmanipulation" werden zwei Romane von Dean Koontz (!) und Nancy Kress angeführt, in denen das Thema schlicht nicht vorkommt -- ohne dass die Bettler-Trilogie von Kress erwähnt wird, die ein Musterbeispiel dafür ist. Cyberpunks und "Genmanipulation", die in den 80er- beziehungsweise 90er-Jahren eine herausragende Rolle spielten, werden dem neuen Jahrtausend zugeordnet.
Für jeden, der sich erstmals über das Thema SF informieren möchte, ist dieses Buch dank zahlloser Ungereimtheiten und Unübersichtlichkeit nicht allzu hilfreich. Bei Fachleuten wird es nur anhaltendes Kopfschütteln auslösen. --Hannes Riffel
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