1988 erschien "Space Mutiny". Allerdings konnte er kein großes Aufsehen erregen. Trotzdem wurde er relativ bekannt, denn 1997 nahm sich das Mystery Science Theater 3000" (MST3K) des Films an. Darin wird ein Astronaut gezwungen, sich die schlechtesten Filme aller Zeiten anzusehen - und macht diese Qualen damit wett, ausführlich über diese Filme zu lästern.
So ungefähr fällt auch diese Kritik aus. Die Entstehung in den 80er Jahren ist aufgrund der Kostüme und der Musik offensichtlich. In einer besonders interessanten Szene sieht man eine Disko, in der auch Hula-Hoop-Reifen reichlich zur Geltung kommen.
Die Grundidee ist nicht einmal so abwegig, die Durchführung allerdings nur noch lachhaft. Ein Charakter stirbt, nur um in der nächsten Szene doch wieder aufzutauchen. Die Kontinuität ist kaum vorhanden, der Held, Dave Ryder, macht alle Bösen ohne Probleme fertig, der Bösewicht ist ohnehin lächerlich. Kurzum: An diesem Film ist so einiges richtig, richtig schlecht - er ist wohl kaum das Beste aus 5 Jahrzehnten Scifi-Action", wie die Box so vollmundig verspricht.
Zu "Erdbeben" gibt es zu sagen:
Bereits 1980 erschien dieser Film in Japan, im Westen dagegen erst 1982. Die Schauspieler sind einigermaßen passabel, was gut für den Film ist, denn lange Zeit wird er nur von den Charakteren getragen: Das Unglück geschieht recht spät, kurz vor der Hälfte des Films. Die Effekte sind relativ gut für die Zeit, auch wenn sie manchmal dem heutigen Auge etwas billig vorkommen. Insgesamt ist die Geschichte jedoch gut erzählt, vor allem das Ringen des Wissenschaftlers, dem keiner glauben mag.
Abzüge muss es allerdings für den miserablen Ton geben. Da waren wohl die Masterbände ziemlich verkratzt, denn der Film kann es mit jeder Schallplatte aufnehmen.
Ebenso wie bei den vorherigen Filmen merkt man auch "Jupiter Inferno" sein Alter an - die astronomischen Erkenntnisse sind haarsträubend und könnten heute von jedem Siebtklässler widerlegt werden.
Immerhin wird die Geschichte einigermaßen konsistent erzählt, was dem Film schon mal einen Vorteil gegenüber anderen Filmen der Box verschafft. Die schauspielerischen Leistungen schwanken etwas, sind aber noch erträglich.
Interessant sind die zwischengestreuten Szenen, die die Erde und das Leben auf ihr zeigen. Da sieht man dann Surfer oder afrikanische Tiere in der Savanne. Das mag zwar nicht in das Gesamtgefüge passen, erheitert den Zuschauer aber immens - wer mag denn keine Tierbabys?
Ansonsten bietet der Film eher mittelmäßige Unterhaltung, Spannung mag trotz des Themas nicht so recht aufkommen.
Die Geschichte vom "Abenteuer auf dem Mars" schleppt sich so dahin, die Spezialeffekte sind scheußlich, aber wohl den damaligen Verhältnissen (der Film entstand 1960) angepasst. Die Szenen auf dem Mars sind rot überlegt, was es manchmal schwierig macht zu erkennen, was da eigentlich genau geschieht. Der Film wird von den vier Besatzungsmitgliedern getragen, genauer von Mohr und Hayden, die auch bei Weitem am bestem agieren.
Was soll man nun von dieser Box halten? Sie bietet immerhin vier Filme, allerdings von fragwürdiger Qualität. Die Extras sind knapp bemessen, man findet Originaltrailer, aber es ist noch nicht einmal jeder Film in der Originaltonspur enthalten. Bei den japanischen Filmen findet sich nur die englische Tonspur. Für den Preis kann man aber auch nicht mehr erwarten.
Die Science Fiction Classic Box" ist eine Box für Liebhaber des Genres, denn man muss schon sehr von Science-Fiction begeistert sein, um diese Filme über sich ergehen zu lassen. Kult sind sie eher, weil sie so schlecht sind. Sie sind etwas für den nächsten Filmeabend mit Freunden in einer feuchtfröhlichen Runde, und man muss kein Möchtegern-Tarantino sein, um all die schlechten Szenen zu finden und sich darüber zu amüsieren, weil am Ende doch nichts wirklich zusammen passt.
Warum die Box aber ab 16 freigegeben wurde, ist unverständlich. Die Filme sind alle recht zahm und wenig gewalttätig.