Die dritte "Science Fiction Classics" Box ist bislang die lohnendste, was bei der mäßigen Qualität der beiden Vorgänger nicht viel heißen mag, aber schauen wir es uns im Einzelnen an:
Disc 1
"Panik über Tokio" *** (1973, Originaltitel: "Nippon chinbotsu", auch als "Der Untergang Japans" gelaufen)
Ein japanisches Katastrophenepos, das damals für die internationale Kinoauswertung schwerstens umbearbeitet wurde; laut IMDb misst die japanische Version 143 min., die amerikanische nur 82 min., jedenfalls pendelt sich die deutsche Fassung mit 97 min. dazwischen ein. Das nationale Pathos und viele erschreckende Szenen werden unterlaufen von niedlicher Tricktechnik und doofen Dialogen. Als ein Mann und seine Freundin inmitten von Asche, Lava und Explosionen um ihr Leben rennen, sagt der Schnellmerker zu ihr: "Du, ich glaub, da bricht ein Vulkan aus..."! Ein Tiefseegraben soll dafür verantwortlich sein, dass Japan komplett im Meer zu versinken droht, ein Ausmaß an Zerstörung, von dem Godzilla nur zu träumen wagte. Ein beeindruckendes Spektakel in sauber restauriertem Breitwandformat mit guten deutschen Synchronsprechern, u.a. Franz-Josef Steffens, wenn ich mich nicht irre.
"Jäger der verschollenen Galaxie" **** (1987, "Slave Girls From Beyond Infinity")
Zwei Bikini-Blondinen bruchlanden mit ihrem Raumschiff auf einem unbekannten Planeten. Dort finden sie billig bemalte Kulissen, die einen Palast darstellen sollen, sowie tumbe Roboter und einen Schloßherrn, der allein schon deshalb der Böse sein muss, weil er ganz in Schwarz rumläuft, und frei nach Graf Zaroff auf Jagd gehen will - Frauen sollen ja besonders gefährliche Gegner sein, hinterlistig und verschlagen... Kultverdächtiger, wahrhaft abgründiger Trash, wie ihn der Arzt empfiehlt, wenn's sonst lange nichts zu lachen gab! In puncto Bildqualität kann dies nicht mit den anderen drei Streifen mithalten, zeigt eine gewisse Videounschärfe.
Disc 2
"Der Mandroid" * (1993, "Mandroid")
Ein billig in Rumänien abgedrehtes Filmchen um einen Killerroboter, der eigentlich Gutes tun soll - doch aus Rache übernimmt bald ein Bösewicht die Kontrolle über den Knilch in Rüstung. Muss man nicht kennen.
"Kampf um Oblivion" **** (1994, auch unter dem Titel "Alien Desperados" gelaufen)
Ein skurriler Mix aus Western und Sci-fi! Der schuppige Alien-Gunman Redeye bedroht eine Wildweststadt auf einem fremden Planeten, doch als er den Marshal umlegt, macht er sich Feinde. Der Sohn des Marshals betont zwar, er habe keine Absicht, sich zu rächen, aber kann er das durchhalten? Es wimmelt vor abgefahrenen Charakteren, vom Totengräber mit dem hohen Zylinder bis zur Cyborg-Lady, die sich leider hin und wieder ausschaltet. Szenen wie das Armdrücken vor dem grünen Breitmaulfrosch sind denkwürdig. Einiges suhlt sich zwar im Klischee, aber unterhaltsam ist "Kampf um Oblivion" allemal. Obendrein überzeugt die Besetzung mit Andrew Divoff, Meg Foster, Isaac Hayes, George Takei (Sulu vom Raumschiff Enterprise) und Musetta Vander als Lash.